Erster Prototyp in Farnborough, 1951Vickers Valiant auf dem Flughafen Filton, Bristol, England
Die Vickers 667 Valiant war ein vierstrahligerbritischerBomber der Zeit des Kalten Krieges. Das zur Gruppe der V-Bomber gezählte Flugzeug wurde Anfang der 1950er-Jahre als Nuklearbomber entwickelt und war bis Dezember 1964 in der Royal Air Force im Dienst. Alle acht britischen Kernwaffen, die je vom Flugzeug aus zur Explosion gebracht wurden, wurden von Vickers Valiants des No. 49 Squadron RAF abgeworfen.
Der Erstflug fand am 18. Mai 1951 statt. Die Valiant wurde im selben Jahr in Farnborough der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt wurden bis zum August 1957 107 Einheiten produziert.
Die Valiant war zugleich das letzte von Vickers gebaute Kampfflugzeug und der V-Bomber mit der kürzesten Einsatzdauer.[2]
Aus der Valiant wurden der Militärtransporter Vickers V-1000 und das Passagierflugzeug Vickers VC7 abgeleitet. Der Prototyp der V-1000 war zu ca. 80% fertiggestellt, als das Projekt abgebrochen wurde. Die VC.7 kam nicht über das Entwurfsstadium hinaus.[3]
Explosion der im Rahmen der "Operation Grapple" aus einer Vickers Valiant abgeworfenen ersten britischen Wasserstoffbombe am 15. Mai 1957
Die erste Einsatzstaffel war ab Januar 1955 die 138. Squadron auf der Basis RAF Gaydon in Warwickshire und die Umschuleinheit, die 232. Operational Conversion Unit, wurde kurze Zeit später ebenfalls in Gaydon aufgestellt.
Nach dem kompletten Zulauf besaß das RAF Bomber Command neun Einsatzstaffeln Valiant-Bomber.
Alle acht britischen Kernwaffen, die je vom Flugzeug aus zur Explosion gebracht wurden, wurden jeweils von Vickers Valiants des No. 49 Squadron RAF abgeworfen. So war es eine Valiant dieser Einheit, die im Rahmen der "Operation Buffalo" am 11. Oktober 1956 die erste britische Atombombe über der Maralinga Range (South Australia) abwarf.[4] Eine weitere Valiant (XD-818) derselben Staffel warf im Rahmen der "Operation Grapple" am 15. Mai 1957 die erste britische Wasserstoffbombe auf die Malden-Insel im Pazifik ab.[5] Am 11. September 1958 wurde, ebenfalls noch im Rahmen der "Operation Grapple", letztmals eine britische Atomwaffe vom Flugzeug aus getestet.
Neben der strategischen Rolle wurden Valiants auch konventionell bewaffnet und kamen 1956 bei der Suez-Krise von 1956 zum Einsatz. Mehrere Maschinen waren an Luftangriffen auf ägyptische Flugplätze beteiligt.[6]
Nach dem kompletten Zulauf der beiden anderen strategischen V-Bomber Typen wurden die drei in RAF Marham liegenden Staffeln dem NATO-SACEUR unterstellt und wurden fortan als Träger taktischer US-amerikanischer „Mark 28“-Bomben bereitgehalten. Daneben war ein Teil der Valiant-Flotte bereits Ende der 1950er Jahre zu Tankern umgebaut worden und stand in dieser Version bei zwei bisherigen Bomber-Staffeln, der 214. und 90. Squadron, im Dienst. Hinzu kamen einige umgebaute Valiant zur elektronischen Kampfführung und Fotoaufklärung im Dienst der 18. bzw. 543. Squadron, letztere setzte zuvor bereits die Bomber-Version ein. Die Flugzeuge waren in RAF Finningley, RAF Gaydon, RAF Honington, RAF Marham und RAF Wyton stationiert.
Im Dezember 1964 wurde die gesamte Flotte wegen Rissbildung stillgelegt.