Vauquelinit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, entwickelt aber nur kleine, keilförmige Kristalle und Zwillinge bis etwa fünf Millimeter Länge mit harz- bis diamantähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Meist tritt er in Form knolliger, nieriger, traubiger, körniger oder massiger Mineral-Aggregate und krustiger Überzüge auf. Seine Farbe variiert zwischen Grün und Braun in verschiedenen Variationen von Apfel-, Zeisig und Olivgrün über Kanariengelb und Ockerbraun oder Leberbraun bis fast Schwarz. Auch seine Strichfarbe ist grünlich bis bräunlich.
Mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 gehört Vauquelinit zu den weichen bis mittelharten Mineralen und lässt sich etwas leichter als das Referenzmineral Calcit (3) mit einer Kupfermünze ritzen.
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Vauquelinit zur Mineralklasse der „Sulfate, Chromate, Molybdate, Wolframate“ und dort zur Abteilung „Chromate“, wo er gemeinsam mit Bellit (diskreditiert 2006), Fornacit, Hemihedrit und Phönikochroit sowie im Anhang mit Iranit in der „Phönikochroit-Vauquelinit-Gruppe“ mit der Systemnummer VI/E.02 steht.
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[7]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Vauquelinit in die Abteilung „Chromate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Art der zusätzlichen Anionenkomplexe. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit PO4, AsO4, SiO4“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 7.FC.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Vauquelinit die System- und Mineralnummer 43.04.03.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Phosphate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Zusammengesetzte Phosphate etc., (Wasserfreie zusammengesetzte Anionen mit Hydroxyl oder Halogen)“ in der „Vauquelinitgruppe“, in der auch Fornacit und Molybdofornacit eingeordnet sind.
Vauquelinit (olivgrün) und Dioptas (smaragdgrün) aus der Blue Bell Mine, Baker, Soda Lake Mountains, Kalifornien (Sichtfeld 5 mm)Großaufnahme von keilförmigen Vauquelinitzwillingen aus der Typlokalität Berjosowski, Russland (Bildbreite: 2 mm)Krokoitkristalle, umgeben von einer grünen Kruste aus Vauquelinit aus dem gleichen Fundort (Größe: 11,5 × 7,1 × 6,0 cm)
Als seltene Mineralbildung konnte Vauquelinit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2014) rund 70 Fundorte bekannt sind.[9] Neben seiner Typlokalität Grube „Tsvetnoi“ trat das Mineral in Russland noch in der nahe gelegenen Krokoitgrube am Berg Uspenskaya und in verschiedenen Grube der Goldlagerstätte Berjosowski in der Oblast Swerdlowsk sowie am Sukhovyaz nahe Werchni Ufalei in der Oblast Tscheljabinsk zutage.
In Deutschland konnte Vauquelinit unter anderem in der Grube Clara bei Oberwolfach und bei Sehringen (Badenweiler Revier) in Baden-Württemberg, an mehreren Fundpunkten im Gebiet um Reichenbach (Lautertal) im hessischen Odenwald, in der Grube „Grünbleiberg“ bei Niedergelpe in Nordrhein-Westfalen sowie im Tagebau Callenberg und der Grube „Ludwig-Vereinigt Feld“ bei Schönbrunn in Sachsen gefunden werden.
Der bisher einzige bekannte Fundort in Österreich ist die Eisen-Lagerstätte bei Grassendorf in der Kärntener Gemeinde Liebenfels (Bezirk St. Veit an der Glan).
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo (Zaire), in Frankreich, Griechenland, Japan, Kasachstan, Mazedonien, Namibia, Südafrika, Ungarn, im Vereinigten Königreich (UK) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[10]
J. Berzelius:Undersökning af ett hittills obemärkt Fossil, som stundom följer den Siberiska kromsyrade blyoxiden. In: Afhandlingar i Fysik, Kemi och Mineralogi. Band6, 1818, S.246–254 (schwedisch, rruff.info[PDF; 452kB; abgerufen am 6.September 2025]).
L. Fanfani, P. F. Zanazzi:The crystal structure of vauquelinite and the relationships to fornacite. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band126, 1968, S.433–443 (rruff.info[PDF; 499kB; abgerufen am 6.September 2025]).
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.684.
Vauquelinite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 6.September 2025(englisch).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.417 (englisch).
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Vauquelinite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 6.September 2025]).
12345Vauquelinite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 6.September 2025(englisch).
↑Louis C. Beck:Vauquelinite. In: Natural History of New York. Teil 3. D. Appleton & Company and Wiley & Putnam, Albany 1842, S.418 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).