Tschlin
| Tschlin | |||||||||
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| Staat: | |||||||||
| Kanton: | |||||||||
| Region: | Engiadina Bassa/Val Müstair | ||||||||
| Politische Gemeinde: | Valsot | ||||||||
| Postleitzahl: | 7558 Strada 7559 Tschlin 7560 Martina | ||||||||
| frühere BFS-Nr.: | 3753 | ||||||||
| Koordinaten: | 827671 / 195303 | ||||||||
| Höhe: | 1553 m ü. M. | ||||||||
| Fläche: | 74,93 km² | ||||||||
| Einwohner: | 429 (31. Dezember 2012) | ||||||||
| Einwohnerdichte: | 6 Einw. pro km² | ||||||||
| Website: | buntschlin.ch | ||||||||
Tschlin von Südwest | |||||||||
| Karte | |||||||||
| Blasonierung: «In Silber (Weiss) ein aufrechter schwarzer, rot bewehrter Steinbock, einen schwarzen Hechel (Kamm) tragend» | |
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Ein Gemeindesiegel aus dem Jahr 1591 zeigt den Steinbock als Wappen des Gotteshausbundes. Die Hechel ist das Sinnbild des Martyriums des Heiligen Blasius, des örtlichen Kirchenpatrons. |
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1835 | 1850 | 1900 | 1930 | 1950 | 1980 | 1990 | 2000[3] | 2012 |
| Einwohner | 665 | 571 | 553 | 648 | 590 | 431 | 515 | 392 | 429 |
Sprachen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Tschlin spricht die Einwohnerschaft Vallader, eine bündnerromanische Mundart. Von 1880 bis 1980 blieben die Sprachanteile nahezu unverändert (1880 87 %, 1910 81 %, 1941 84 % und 1970 83 % Romanischsprachige), und auch im Jahr 2000 verstanden noch 85 % der Bewohner Romanisch, das bis jetzt einzige Behörden- und Schulsprache geblieben ist. Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt folgende Tabelle:
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | |
| Deutsch | 64 | 14,85 % | 130 | 25,24 % | 100 | 25,51 % |
| Rätoromanisch | 362 | 83,99 % | 313 | 60,78 % | 280 | 71,43 % |
| Italienisch | 4 | 0,93 % | 33 | 6,41 % | 3 | 0,77 % |
| Einwohner | 431 | 100 % | 515 | 100 % | 392 | 100 % |
Im Jahr 2000 waren die zwei häufigsten Sprachen in Tschlin Romanisch und Deutsch.
Herkunft und Nationalität
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den Ende 2005 431 Bewohnern waren 411 Schweizer Staatsangehörige.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Haupterwerbszweige sind die Landwirtschaft und das Dienstleistungsgewerbe, unter anderem der Zoll und die Grenzwacht.
Von 2004 bis 2016 produzierte in Tschlin die Brauerei Bieraria Tschlin das «Biera Engiadinaisa», 2016 zog sie nach Martina um.[4] 2017 nahm die Alpenbrauerei GIRUN ihren Betrieb in Tschlin auf.[5][6]
Etwa 10 Kilometer nördlich des Dorfes Tschlin, ebenfalls auf dem Gemeindegebiet, steht das grosse, zollfreie Einkaufszentrum Acla da Fans im Zollausschlussgebiet Sampuoir.
Viele Arbeitnehmer arbeiten im nahegelegenen Scuol.
Verkehr
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Tschlin wird von der Postautolinie Strada – Tschlin bedient, einer Stichlinie der Linie Scuol – Martina (– Landeck (Österreich)).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sehenswürdigkeiten
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Tschlin ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.
- Die reformierte, spätgotische Kirche San Plasch wurde 1515 aus den Schiffsmauern der vormaligen Kirche gebaut. Die Wandmalereien stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert.
- Der Duonna-Lupa-Brunnen wurde 1960 erstellt.
- Mehrzweckhalle von Andrea Deplazes und Valentin Bearth[7]
Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Tradition der Übernamen der Engadiner Dörfer heissen die Tschliner ils tschiainders, zu deutsch «die Zigeuner». Aus Tschlin stammt die Volksmusikgruppe Ils Fränzlis da Tschlin.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ulrich Campell (1510–1582), Reformator, Chronist, Kirchenlieddichter und Mitbegründer des Vallader, 1574–1582 evangelisch-reformierter Pfarrer in Tschlin
- Juan Scharplaz, Geschäftsführer der Schokoladefabrik Fullié in Caracas, schweizerischer Honorarkonsul in Venezuela 1911–1913
- Fränzli Waser (1858–1895), Geigenspieler
- Ils Fränzlis da Tschlin, Volksmusikgruppe aus dem Unterengadin, dabei
- Curdin Janett (* 1953), Schweizer Volks- und Jazzmusiker
- Domenic Janett (* 1949), Schweizer Musiker und Musiklehrer
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Paul Eugen Grimm: Tschlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Marc Antoni Nay: Tschlin (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 890, Serie 89). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 2011, ISBN 978-3-85782-890-4.
- Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden III. Die Talschaften Räzünser Boden, Domleschg, Heinzenberg, Oberhalbstein, Ober- und Unterengadin (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 11). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1940. DNB 760079625.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsbroschüre Tschlin. Tourismus Engadin Scuol Samnaun Val Müstair, 9. Juli 2019
- Bun Tschlin (Dorfverein) (rumantsch / deutsch)
- Tschlin (u. a.) als Fraktion auf der offiziellen Website der Gemeinde Valsot (rumantsch / deutsch)
- Bundesamt für Kultur: Tschlin (Valsot) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 424, Nr. 945.
- ↑ Tschlin. Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 31. März 2024.
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Paul Eugen Grimm: Tschlin. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht. - ↑ Bieraria.ch
- ↑ Alpenbrauerei GIRUN
- ↑ Alpenbrauerei Girun ist startklar. Südostschweiz (suedostschweiz.ch)
- ↑ Kantonsbibliothek Graubünden. Mehrzweckhalle, 1993 (Foto) ( vom 13. Januar 2022 im Internet Archive)






