Der Tatra 97 wurde 1937 gleichzeitig mit dem größeren Typ 87 präsentiert. Der Wagen hatte eine um 470 mm kürzere Karosserie in der gleichen Form wie das größere Modell. Dazu erhielt er einen neu entwickelten Vierzylinder-OHC-Boxermotor mit 1749cm³ Hubraum. Alle Exemplare trugen, wie der Typ 77 A und T87, eine Luftleitflosse. Die ersten Modelle hatten noch Pendelwinker, spätere Fahrzeuge wurden mit Blinkern auf den vorderen Kotflügeln produziert.
Sowohl die moderne Gestaltung als auch die technischen Spezifikationen wie der luftgekühlte 4-Zylinder-Boxermotor im Fahrzeugheck gaben dem T97 eine auffällige Ähnlichkeit mit dem KdF-Wagen, der später als VW Käfer bekannt wurde. Es wird vermutet, dass Porsche die Entwürfe von Tatra verwandte, da er unter enormem Druck ein Konzept vorstellen musste. Laut dem Buch „Car Wars“ sagte Adolf Hitler, der Tatra sei sein „Wunschauto für die deutschen Autobahnen“. Später gab Ferdinand Porsche zu, bei der Entwicklung des KdF-Wagens bei Hans Ledwinka abgeschaut zu haben.
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg verklagte Tatra Porsche auf Schadensersatz, Hitler stoppte die Klage und versprach eine Regelung. Nach der sogenannten Zerschlagung der Rest-Tschechei durch Hitlerdeutschland wurde die Produktion des Tatra-Fahrzeugs sofort gestoppt. Erst 1961 wurden Tatra von der Volkswagen AG wegen Patentverletzungen an Motor und Design 1.000.000 DM zugestanden.[2]
Wolfgang Schmarbeck: Tatra – Die Geschichte der Tatra-Automobile. Verlag des Internationalen Auto- und Motorrad-Museums Deutschland, Bad Oeynhausen 1977.
Ivan Margolius, John G. Henry: Tatra – The Legacy of Hans Ledwinka, SAF Publishing 1990