Sojus TM-5
| Missionsemblem | |||
|---|---|---|---|
| Missionsdaten | |||
| Mission | Sojus TM-5 | ||
| NSSDCA ID | 1988-048A | ||
| Raumfahrzeug | Sojus 7K-ST (GRAU-Index 11F732) Seriennummer 55 | ||
| Rufzeichen | Родник (Rodnik – „Quelle“)[1] | ||
| Masse | 7000 kg | ||
| Trägerrakete | Sojus U2 (GRAU-Index 11A511U2) | ||
| Besatzung | 3 gestartet 2 gelandet[1] | ||
| Start | 7. Juni 1988, 14:03:13 UTC[1] | ||
| Startplatz | Baikonur 1/5 | ||
| Raumstation | Mir[1] | ||
| Ankopplung | 9. Juni 1988, 15:57:10 UTC[1] | ||
| Abkopplung | 5. September 1988, 23:54:57 UTC[1] | ||
| Landung | 7. September 1988, 00:49:38 UTC[1] | ||
| Landeplatz | 202 km SO von Dscheskasgan | ||
| Flugdauer | 91d 10h 46min 25s | ||
| Erdumkreisungen | 1475 | ||
| Umlaufzeit | 88,6 min | ||
| Apogäum | 241 km | ||
| Perigäum | 173 km | ||
| ◄ Vorher / nachher ► | |||
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Sojus TM-5 ist die Missionsbezeichnung für den Flug eines sowjetischen Sojus-Raumschiffs zur sowjetischen Raumstation Mir. Es war der fünfte Besuch eines Sojus-Raumschiffs bei der Raumstation Mir und der 81. Flug im sowjetischen Sojusprogramm.
Besatzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Startbesatzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anatoli Jakowlewitsch Solowjow (1. Raumflug), Kommandant
- Wiktor Petrowitsch Sawinych (3. Raumflug), Bordingenieur
- Alexandar Panaiotow Alexandrow (1. Raumflug),
Bulgarien
Ersatzmannschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wladimir Afanassjewitsch Ljachow, Kommandant
- Alexander Alexandrowitsch Serebrow, Bordingenieur
- Krasimir Michailow Stojanow,
Bulgarien
Serebrow rückte erst im März 1988 in die Ersatzmannschaft nach, nachdem der ursprünglich vorgesehene Andrei Jewgenjewitsch Saizew erkrankt war.[2]
Rückkehrbesatzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wladimir Afanassjewitsch Ljachow (3. Raumflug), Kommandant
- Abdul Ahad Mohmand (1. Raumflug), Bordingenieur (
Afghanistan)
Missionsüberblick
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]46 wissenschaftliche Experimente gehörten zum Flugprogramm an Bord der Raumstation Mir. Dazu zählten astrophysikalische und astronomische Untersuchungen (u. a. mit der Anlage Roshen), die Fernerkundung der Erde, insbesondere der Küstenregionen des Schwarzen Meeres, Materialforschung, Medizin und Biologie. Von Gebieten Bulgariens wurden Fotoserien und Spektralanalysen angefertigt. Außerdem wurden spezielle Legierungen unter Verwendung von Aluminium, Eisen, Wolfram und Kupfer getestet und Kristalle gezüchtet (Experiment Kristallisator).
Probleme bei der Landung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landung erfolgte nach drei Monaten mit den zwei Kosmonauten Ljachow und Mohmand, die eine Woche zuvor das Raumschiff Sojus TM-6 zur Mir gebracht hatten. Der mit ihnen gestartete Waleri Poljakow verblieb auf der Raumstation für einen Langzeit-Aufenthalt.
Kurz nach der Abkopplung des Raumschiffs wurde wie üblich die Orbitalsektion abgesprengt. Durch diese Prozedur sparte man Treibstoff, weil weniger Masse gebremst werden musste. Der Bordcomputer war fälschlicherweise mit den Daten von Sojus TM-4 programmiert worden. Dadurch wurde das Raumschiff nicht korrekt ausgerichtet und die Zündung der Bremstriebwerke erfolgte sieben Minuten später als erwartet. Ljachow schaltete die Triebwerke manuell aus. Eine oder zwei Erdumkreisungen später (hier gibt es unterschiedliche Angaben) wurde ein erneuter Versuch unternommen, der jedoch ebenfalls fehlschlug.[3][4] Dabei startete sogar der Countdown für das Absprengen der Bremstriebwerke, das erst vor dem Eintritt in die Atmosphäre erfolgen sollte. Hätte Ljachow diese Prozedur nicht abgebrochen, wäre das Raumschiff komplett antriebslos in der Erdumlaufbahn verblieben.[3]
Eine Rückkehr zur Mir war nicht möglich, weil die Orbitalsektion mit dem Kopplungsadapter ja bereits abgesprengt worden war. Ljachow und Mohmand mussten 24 Stunden in ihren Konturensitzen in der engen Rückkehrkapsel warten, ohne Lebensmittel oder sanitäre Einrichtungen.[3][4] Nach 24 Stunden öffnete sich wieder ein Zeitfenster für die Landung. Diese Mal arbeiteten der Bordcomputer und die Bremstriebwerke einwandfrei, so dass das Raumschiff am 7. September um 00:49 UTC in Kasachstan landen konnte.[1]
Nach dieser Beinahe-Katastrophe wurde die Prozedur bei der Rückkehr geändert. Das Absprengen der Orbitalsektion mit Lebensmitteln und sanitären Einrichtungen erfolgte nun erst, nachdem die Bremszündung erfolgreich durchgeführt wurde, auch wenn dafür mehr Treibstoff verwendet werden musste.[3][4]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sojus TM-5 bei spacefacts.de
- Sojus TM-5 bei space.kursknet.ru (englisch/russisch, archiviert 2016)
- Sojus TM-5 in der Encyclopedia Astronautica (englisch)
- Sojus TM-5 im NSSDCA Master Catalog (englisch).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 Sojus TM-5. In: Spacefacts. 12. Juli 2026, abgerufen am 18. September 2026.
- ↑ Андрей Евгеньевич Зайцев. astronaut.ru, 24. Juni 2006, abgerufen am 22. April 2009 (russisch).
- 1 2 3 4 Anatoly Zak: Mir's close calls. In: Russian Space Web. Abgerufen am 18. September 2026 (englisch).
- 1 2 3 David S. F. Portree: Mir Hardware Heritage. Hrsg.: NASA (= Johnson Space Center Reference Series. RP-1357). 1995, S. 55 (englisch, nasa.gov [PDF; 2,3 MB; abgerufen am 21. August 2023]).
