Sojus 15 ist die Missionsbezeichnung für den am 26. August1974 gestarteten Flug eines sowjetischenSojus-Raumschiffs. Es war der 30. Flug im sowjetischen Sojusprogramm und sollte der zweite Besuch eines Sojus-Raumschiffs bei der militärisch genutzten sowjetischen RaumstationSaljut 3 (ALMAZ 2) werden. Wegen Fehlfunktionen des automatischen Kopplungssystems gelang die Kopplung nicht und der Flug musste abgebrochen werden. Zuvor waren nach der Landung von Sojus 14 mit Kosmos 670 und Kosmos 672 zwei Modifikationen des Sojus-Raumschiffs auf unbemannten Erprobungsflügen getestet worden.
Geplant war die Fortsetzung der Arbeiten mit der Station Saljut 3/Almaz 2. Das Raumschiff näherte sich zuerst plangemäß unter Nutzung des automatischen Dockingsystems Igla der Station bis auf rund 300m. Dann wechselte das System jedoch nicht in die Sequenz zur Endannäherung, sondern schaltete in einen Modus, der den Anflug normalerweise aus ca. drei Kilometer Entfernung kontrolliert. Es beschleunigte das Raumschiff auf eine Relativgeschwindigkeit zu Saljut3 von bis zu 72km/h. Mit dieser Relativgeschwindigkeit flog Sojus15 in nur 40m Entfernung an der Station vorbei. Insgesamt erfolgten drei automatische Anflüge.[1] Danach verblieb nur noch genug Treibstoff, um die Rückkehr zur Erde sicherzustellen. Der Flug musste bereits nach zwei Tagen beendet werden.
Da das Kopplungssystem des Sojus-Raumschiffes überarbeitet werden musste, konnte Saljut3 nicht mehr bemannt werden. Der nächste geplante Raumflug, Sojus 16 mit Wolynow und Scholobow wurde abgesagt. Stattdessen flog als nächstes Raumschiff im Dezember 1974 eine Version, die mit einem Kopplungsmechanismus für das Apollo-Sojus-Projekt ausgerüstet war. Im Januar 1975 konnte mit Saljut 4 der Raumstationsbetrieb fortgesetzt werden. Da es sich im Gegensatz zu Saljut3 um eine zivile Station handelte, mussten Wolynow und Scholobow mit ihrem Einsatz zwei Jahre bis zur nächsten militärischen Station (Saljut 5) warten.