Zum Inhalt springen

Signals

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Signals
Studioalbum von Rush

Veröffent-
lichung

9. September 1982

Label(s)

Anthem Records / Mercury Records

Format(e)

LP

Genre(s)

Progressive Rock

Titel (Anzahl)

8

Länge

42 min. 18 sek.

Besetzung

Produktion

Terry Brown und Rush

Studio(s)

Le Studio, Morin Heights, Quebec

Chronologie
Moving Pictures
(1981)
Signals Grace Under Pressure
(1984)
Backstagepass der 1983er Tour. In der Mitte das Cover der damals aktuellen LP „Signals“

Signals ist das neunte Studioalbum der kanadischen Rockband Rush. Es wurde 1982 veröffentlicht.

Signals folgte dem erfolgreichen Album Moving Pictures. Stilistisch setzte es den Weg der Band in neue musikalische Gefilde fort. Technische Elemente der Elektronik spielten eine deutlich hörbare Rolle, so wurde neben Synthesizern auch eine elektrische Violine (im Titel „Losing It“) eingesetzt. Die einzelnen Titel erreichten nicht mehr die Länge früherer Rush-Alben, da die Instrumentalpassagen stark komprimiert wurden. Signals erklomm Platz 10 der Billboard-Alben-Charts und erhielt in den USA bereits zwei Monate nach der Veröffentlichung Platin-Status für eine Million verkaufter Schallplatten.[1]

Wie bei Rush üblich stammen die Texte von Schlagzeuger Neil Peart, während die beiden anderen Rush-Mitglieder Alex Lifeson und Geddy Lee die Musik geschrieben haben. Der Anfangstitel „Subdivisions“ über die Verlorenheit der Jugend in den Vororten fand sich lange Jahre auf der festen Titelliste von Rush-Konzerten, „New World Man“ wurde zum Erfolg im Radio. Das Stück entstand erst am Ende der Aufnahmen, um die noch freie Spielzeit der LP zu füllen.[2] Der Text von „Losing It“ behandelt den Verlust von künstlerischer Schaffenskraft im Alter – Neil Peart hatte dabei wohl vor allem Ernest Hemingway im Auge: „for you the blind who once could see, the bell tolls for thee …“

Der letzte Titel „Countdown“ beschreibt den Start des Space Shuttles „Columbia“ 1981, dem die weltraumbegeisterte Band beiwohnte. Ausschnitte aus dem Funkverkehr während des Jungfernflugs finden sich im Song verarbeitet. Die Band verfolgte den Start aus einem Zuschauerbereich namens „Red Sector A“. Peart notierte sich den Namen und verwendete ihn auf dem folgenden Album Grace Under Pressure als Songtitel.[3]

Signals ist das letzte Album, auf dem Rush mit dem Produzenten Terry Brown zusammengearbeitet hat, der jedes Rush-Album seit dem 1975er Fly by Night mitproduziert hatte. Die Trennung erfolgte einvernehmlich. Nach Darstellung von Martin Popoff hatte Brown wenig Begeisterung für den zunehmenden Einsatz von Synthesizern gezeigt, den vor allem Geddy Lee vorantrieb.[1][4]

Im eclipsed-Buch Rock (2013) wird Signals mit „Pflichtkauf“ bewertet, der zweithöchsten von fünf Kategorien der Skala. Mit dem Album läuteten Rush „endgültig die Ära der Synthesizer“ ein und versuchten, den perfekten Ausgleich zwischen Hardrock und Elektronik zu schaffen. Die Beiträge von Gitarrist Alex Lifeson rückten dabei in den Hintergrund, und alte Fans sähen ihren Vorwurf des kommerziellen Ausverkaufs bestätigt. Auch der Einfluss von Produzent Terry Brown schrumpfe auf ein Minimum. Mit Subdivisions liefere die Band eine „Blaupause für kommende Kompositionen“, und New World Man sei zur überraschenden Hit-Single avanciert.[5] Der Pressespiegel des Buchs zitiert dazu den Musikexpress vom November 1982, der das Zusammenspiel der drei Kanadier als präzise, außerordentlich rhythmisch und angenehm fließend lobte und Signals den „perfekten Nachfolger“ für Moving Pictures nannte.[5]

Steve Wright vom Onlineauftritt des britischen Magazins BBC Music Magazine (classical-music.com) setzte das Album im Februar 2026 auf Platz 3 seiner Rangliste der 19 Rush-Studioalben. Er hob hervor, dass die Band darin Synthesizer und digitale Klangflächen aufgegriffen habe, ohne an musikalischer Komplexität einzubüßen.[6] Al Shipley wählte es im Februar 2025 in der Rangliste „Every Rush Album, Ranked“ des Magazins Spin auf Platz 8. Er sah in dem Album ein starkes Statement dafür, dass Rush auch auf dem Höhepunkt ihrer Popularität kopflastige Texte und verschachtelte Riffs in ungewöhnlichen Taktarten liefern würden.[7]

Martin Popoff schrieb 2017, Signals klinge trotz der vielen Synthesizer nicht veraltet und werde von Fans so geschätzt, dass es sich als eines der wenigen Rush-Alben keinem anderen stilistisch zuordnen lasse. Gitarren und Synthesizer verbinde die Band hier so reich und organisch wie auf keinem anderen Album.[4]

  1. Subdivisions – 5:33
  2. The Analog Kid – 4:46
  3. Chemistry – 4:56
  4. Digital Man – 6:20
  5. The Weapon (Part II of Fear) – 6:22
  6. New World Man – 3:41
  7. Losing It – 4:51
  8. Countdown – 5:49

Album – Billboard (North America)

Jahr Chart Platz
1982 Pop Albums 10

Singles – Billboard (North America)

Jahr Single Chart Platz
1982 New World Man Mainstream Rock Tracks 1
1982 Subdivisions Mainstream Rock Tracks 3
1982 The Analog Kid Mainstream Rock Tracks 19
1982 New World Man Pop Singles 21

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Martin Popoff: Rush. Album by Album. Voyageur Press, Minneapolis 2017, ISBN 978-0-7603-5220-5, S. 80 (englisch).
  2. ↑ Martin Popoff: Rush. Album by Album. Voyageur Press, Minneapolis 2017, ISBN 978-0-7603-5220-5, S. 83, 85 (englisch).
  3. ↑ Martin Popoff: Rush. Album by Album. Voyageur Press, Minneapolis 2017, ISBN 978-0-7603-5220-5, S. 86 (englisch).
  4. 1 2 Martin Popoff: Rush. Album by Album. Voyageur Press, Minneapolis 2017, ISBN 978-0-7603-5220-5, S. 82 (englisch).
  5. 1 2 Mike Borrink, Marcus Wicker, Sascha Seiler: Rock. Das Gesamtwerk der größten Rock-Acts im Check: alle Alben, alle Songs. Sysyphus Verlag, Aschaffenburg 2013, ISBN 978-3-86852-646-2, S. 218.
  6. ↑ Steve Wright: Canada calling: all 19 Rush albums ranked, from worst to best. In: classical-music.com. 10. Februar 2026, abgerufen am 6. Oktober 2026 (englisch).
  7. ↑ Al Shipley: Every Rush Album, Ranked. In: Spin. 12. Februar 2025, abgerufen am 6. Oktober 2026 (englisch).