Shortit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt tafelige bis kurzprismatische Kristalle von mehreren Millimetern Dicke mit einem typischerweise hemimorphen, keilförmigen oder auch schneidenartigen Habitus. In reiner Form ist Shortit farblos und durchsichtig mit einem glasähnlichen Glanz. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine hellgelbe bis dunkelgelbe oder grünlichgelbe Farbe annehmen.
Erstmals entdeckt wurde Shortit in der Green-River-Formation im Sweetwater County des US-Bundesstaates Wyoming. Das Typmaterial wurde den aus dem Tonschiefer entnommenen Bohrkernen mit der Bezeichnung „John Hay Jr. Well No. 1“ entnommen, die aus einer Tiefe zwischen 1258 und 1805 Fuß stammen (entspricht etwa 383 bis 550 Meter).
Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1939 durch Joseph John Fahey (1901–1980),[8] der es nach Professor Dr. Maxwell N. Short von der University of Arizona benannte.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer V/B.05-070. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserfreie Carbonate [CO3]2−, ohne fremde Anionen“, wo Shortit zusammen mit Bütschliit, Eitelit, Fairchildit, Gregoryit, Juangodoyit, Nyerereit und Zemkorit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer V/B.05 bildet.[4]
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Shortit in die Abteilung der „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Elementgruppenzugehörigkeit der Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Alkali- und Erdalkali-Carbonate“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 5.AC.25 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Shortit wie die alte Strunz-Systematik in die Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort in die Abteilung der „Wasserfreien Carbonate“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 14.04.01 innerhalb der Unterabteilung der „Wasserfreien Carbonate mit zusammengesetzter Formel A2+B2+2(CO3)4“ zu finden.
Als seltene Mineralbildung konnte Shortit bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei rund 30 Fundorte als bekannt gelten.[10] Neben seiner Typlokalität Green-River-Formation in Wyoming trat das Mineral in den Vereinigten Staaten noch in den angrenzenden Bundesstaaten Colorado und Utah auf, wo es in mehreren Bohrkernen gefunden wurde, die an verschiedenen Orten des Piceance-Becken bzw. der darin liegenden Green River Formation und des Indian Canyon entnommen wurden.[7]
Joseph J. Fahey:Shortite, a new carbonate of sodium and calcium. In: American Mineralogist. Band24, 1939, S.514–518 (rruff.info[PDF; 265kB; abgerufen am 27.November 2023]).
F. E. Wickman:The crystal structure of shortite, Ca2Na2(CO3)3. In: Arkiv för Mineralogi och Geologi. Band1, Nr.4, 1949, S.95–101 (englisch).
B. Dickens, A. Hyman, W. E. Brown:Crystal structure of Ca2Na2(CO3)3 (shortite). In: Journal of Research of the National Bureau of Standards – A. Physics and Chemistry. 75A, 1971, S.129–135, doi:10.6028/jres.075A.013 (englisch, nvlpubs.nist.gov[PDF; 13,1MB; abgerufen am 27.November 2023]).
Shortite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 27.November 2023(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.291 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Shortite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 27.November 2023(englisch).
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Shortite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (handbookofmineralogy.org[PDF; 54kB; abgerufen am 27.November 2023]).
123456Shortite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.November 2023(englisch).