Gonnardit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt faserige bis prismatische Kristalle, die meist in radialstrahligen bis kugeligen oder nierigen Mineral-Aggregaten angeordnet sind. Auch in derben Massen kann er auftreten.
In reiner Form ist Gonnardit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund der überwiegend polykristallinen Ausbildung erscheint er jedoch meist weiß, zudem kann er durch Fremdbeimengungen eine gelbliche bis lachsrote Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt. Die seltenen, makrokristallinen Formen zeigen einen glasähnlichen Glanz auf den Kristallflächen. In dichten, faserigen Aggregatformen schimmert Gonnardit meist seiden- oder perlmuttartig.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/J.21-040. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate“, wo Gonnardit zusammen mit Mesolith, Natrolith, Paranatrolith, Skolezit, Thomsonit-Ca und Thomsonit-Sr eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/J.21 bildet.[7]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Gonnardit die System- und Mineralnummer 77.01.05.07. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate: Zeolith-Gruppe“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Echte Zeolithe“ in der Gruppe „Natrolith und verwandte Arten“, in der auch Natrolith, Tetranatrolith, Paranatrolith, Mesolith, Skolezit, Edingtonit, Cowlesit, Thomsonit-Ca, Thomsonit-Sr und Nabesit eingeordnet sind.
Als eher seltene Mineralbildung kann Gonnardit an verschiedenen Fundorten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Insgesamt gelten bisher (Stand 2016) rund 170 Fundorte als bekannt.[9] Seine Typlokalität La Chaux de Bergonne ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Frankreich, allerdings konnte das Mineral noch auf der zum französischen Hoheitsgebiet gehörenden Insel Réunion, genauer am Vulkan Piton des Neiges[10], sowie in basaltischen Gesteinsproben von der zum französischen Süd- und Antarktisterritorium gehörenden Insel Grande Terre nachgewiesen werden.[11]
In Österreich konnte Gonnardit bisher nur in einem unbenannten Basalt-Steinbruch bei Klöch und im Steinbruch „Steinberg“ nahe Mühldorf bei Feldbach in der Steiermark entdeckt werden und in der Schweiz kennt man das Mineral bisher nur vom Fornogletscher und vom Piz dei Rossi im Kanton Graubünden.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Costa Rica, Kanada, Frankreich, Grönland, Indien, Italien, Japan, Kenia, Lesotho, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Tschechien, Grönland, Rumänien, Russland, auf den Salomonen, in Spanien, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich (UK) und den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[12]
Helmut Schröcke, Karl-Ludwig Weiner:Mineralogie. Ein Lehrbuch auf systematischer Grundlage. de Gruyter, Berlin; New York 1981, ISBN 3-11-006823-0, S.911.
Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.617.
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S.274 (Dörfler Natur).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.701.
12Gonnardite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 77 kB)
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.