Der RP20 ist das Nachfolgemodell des RP19. Da das technische Reglement zur Saison 2020 weitgehend stabil blieb, ist das Fahrzeug größtenteils eine Weiterentwicklung.
Angetrieben wird der RP20 von einem 1,6-Liter-V6-Motor von Mercedes in der Fahrzeugmitte mit Turbolader sowie einem 120kW starken Elektromotor, es ist also ein Hybridelektrokraftfahrzeug. Das sequentielle Getriebe des Wagens stammt von Mercedes und hat acht Gänge. Die Gangwechsel werden mit Schaltwippen am Lenkrad ausgelöst. Das Fahrzeug hat nur zwei Pedale, ein Gaspedal (rechts) und ein Bremspedal (links). Genau wie viele andere Funktionen wird die Kupplung, die nur beim Anfahren aus dem Stand verwendet wird, über einen Hebel am Lenkrad bedient.
Das Fahrzeug ist 2000mm breit, die Breite zwischen Vorder- und Hinterachse beträgt 1600mm, die Höhe 950mm. Der Frontflügel hat eine Breite von 2000mm, der Heckflügel von 1050mm sowie eine Höhe von 820mm. Der Diffusor ist 175mm hoch sowie 1050mm breit. Der Wagen ist mit 305mm breiten Vorderreifen und mit 405mm breiten Hinterreifen des Einheitslieferanten Pirelli ausgestattet, die auf 13-Zoll-Rädern montiert sind.
Der RP20 hat, wie alle Formel-1-Fahrzeuge seit 2011, ein Drag Reduction System (DRS), das durch Flachstellen eines Teils des Heckflügels den Luftwiderstand des Fahrzeugs auf den Geraden verringert, wenn es eingesetzt werden darf. Auch das DRS wird mit einem Schalter am Lenkrad des Wagens aktiviert.
Der RP20 ist mit dem Halo-System ausgestattet, das einen zusätzlichen Schutz für den Kopf des Fahrers bietet.
Aufgrund eines Protestes von Renault beim Großen Preis der Steiermark gegen Racing Point untersuchte die FIA die Bremsbelüftungen des Fahrzeugs. Die Rennkommissare sahen bei der Entwicklung der hinteren Bremsbelüftungen, für die legal erworbene Teile und Konstruktionszeichnungen von Mercedes verwendet wurden, einen Verstoß gegen einen Anhang des Sportlichen Reglements. Sie sprachen pro eingesetztem Fahrzeug beim Großen Preis der Steiermark eine Geldstrafe von 200.000Euro sowie einen Punktabzug in der Konstrukteurswertung in Höhe von 7,5 Punkten aus.[2] Ein Verstoß gegen das Technische Reglement lag nicht vor, das Fahrzeug darf also im weiteren Saisonverlauf unverändert eingesetzt werden. Nachdem zunächst Ferrari, Renault und Racing Point selbst gegen das Urteil Berufung einlegten, zogen alle drei diese nach und nach zurück.[3][4][5] Damit wurde das Urteil rechtskräftig und es gab keine weiteren Punktabzüge oder Disqualifikationen in dieser Sache.
Im Vorfeld des Großen Preises von Großbritannien wurde Pérez positiv auf das Virus SARS-CoV-2 getestet und durfte daher nicht am Grand Prix teilnehmen.[6] Als Ersatz verpflichtete das Team Nico Hülkenberg, der zuletzt für Renault gefahren war.[7] Hülkenberg ersetzte Pérez nochmals beim folgenden Großen Preis des 70-jährigen Jubiläums, bevor der Mexikaner ab Spanien zurückkehrte. Beim Großen Preis der Eifel wurde Lance Stroll von Nico Hülkenberg ersetzt.[8] Der Kanadier musste wegen einer Magenverstimmung pausieren, die sich als Symptom seiner später publik gewordenen Covid-19-Infektion herausstellte.[9]