Pulchriphyllium
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Pulchriphyllium pulchrifolium, links Weibchen, rechts Männchen | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Pulchriphyllium | ||||||||||||
| Griffini, 1898 |

Pulchriphyllium ist eine zunächst als Untergattung von Phyllium beschriebene Gespenstschrecken-Gattung der Wandelnden Blätter (Phyllioidea), die mittelgroße bis große Arten vereint. Diese sind von den Seychellen, über Sri Lanka, Indien, Bangladesch und große Teile Südostasien beheimatet.[1][2]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weibchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weibchen erreichen Körperlängen zwischen 67 und 114 mm. Das letzte Segment ihrer Fühler ist so lang wie die beiden vorhergehende Segmente zusammen. Das Präscutum ist so breit wie lang oder deutlich länger als breit. An den Schienen (Tibien) der Vorder-, Mittel- und Hinterbeine befinden sich gut entwickelte Außenlappen (tibiale exteriore Loben). Am auffälligsten sind die großen Lappen an den Schenkeln der Vorderbeine (Profemura). Sie sind die größten Lappen an den Beinen, die bei den Wandelnden Blättern vorkommen. Während die inneren Lappen (profemurale interiore Loben) sich etwa über zwei Drittel bis drei Viertel der Schenkellänge erstrecken, nehmen die äußeren Lappen (profemurale exteriore Loben) deren gesamte Länge ein. Sie verbreitern sich proximal zu einem über den Schenkelursprung hinausgehenden Winkel. Die Vorderflügel (Tegmina) reichen meist nur bis zum siebten oder achten Segment des Abdomens, seltener bis zum neunten. Bei den meisten Arten erreichen sie nicht den Rand des Abdomens. Für die Aderung der Tegmina sind die nebeneinander laufenden Media- (M) und Cubitusadern (Cu) typisch, die sich fast über ihre gesamte Länge berühren. Die Cubitusader ist dabei einfach, also ungeteilt oder gegabelt, aber dann nur in einen vorderen Cubitus (CuA) und einen hinteren Cubitus (CuP1) geteilt. Hinterflügel (Alae) fehlen den Weibchen.[2][3][4][5]
Männchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Für die Männchen sind Körperlängen von 50 bis 80 mm dokumentiert. Ihr Präscutum ist wie bei den Weibchen so breit wie lang oder deutlich länger als breit. Anders als bei den Männchen von Phyllium werden die annähernd körperlangen Fühler wie bei Cryptophyllium in Ruhe nach hinten gerichtet auf den Hinterleib gelegt. Die Schienen der Vorderbeine weisen bei den Männchen von Pulchriphyllium stets vollständig entwickelte innere und äußere Lappen auf (protibiale interiore und exteriore Loben). An den Mittel- und Hinterbeinen sind außen vollständig entwickelte Lappen zu finden. Die Lappen an den Schenkeln der Vorderbeine sind sowohl innen, als auch außen vorhanden und deutlich größer als an den Schienen. Auf der Außenseite der Hinterschenkel befindet sich ein markanter, über die gesamte Schenkellänge reichender Lappen (metafemuraler exteriorer Lobus). Die Adern der Hinterflügel (Alae) sind ebenfalls charakteristisch ausgebildet. Der Radius (R) teilt sich wie bei vielen Wandelnden Blättern in den ersten Radius (R1) und den Radialsektor (RS). Charakteristisch für die Männchen von Pulchriphyllium ist, dass der Radialsektor (RS), die Media anterior (MA) und die Media posterior (MP) an verschiedenen Stellen mit dem Cubitus (Cu) verschmelzen und dann gemeinsam zum Flügelrand verlaufen. Das Abdomen ist in den hinteren zwei Dritteln sehr breit. Es kann in diesem Bereich fast parallelseitig verlaufen oder sich entweder zum Abdomenende leicht verjüngen oder erweitern. Die Hinterflügel bedecken in der Regel nur das mittlere Drittel und reichen bis zum Ende des Abdomens oder enden kurz davor. Der bei vielen Gespenstschrecken charakteristisch geformte Vomer hat bei Pulchriphyllium einen einzelnen apikalen Haken.[2][3][4][5]
Eier
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Eier sind von verschiedenen Pulchriphyllium-Arten bekannt. Im Querschnitt können sie deutlich fünfeckig, eher dreieckig oder auf der dorsalen Seite flach und ansonsten annähernd kreisförmig sein. Die eher fünfeckigen Eier besitzen prominente, kantige Flügel, welche die Eier im Schnitt sternförmig erscheinen lassen. Der Winkel zwischen den beiden dorsalen Flügeln ist dabei größer, als der zwischen den anderen Flügeln. Diese Form ist typisch für Arten wie Pulchriphyllium pulchrifolium, Pulchriphyllium agathyrsus, Pulchriphyllium anangu, Pulchriphyllium bioculatum und Pulchriphyllium crurifolium. Bei Eiern mit reduzierten oder fehlenden Flügeln ist der Querschnitt eher dreieckig bis rundlich im ventralen Bereich. Die dorsale Seite ist dabei vergleichsweise breit und flach und bildet bei im Querschnitt eher dreieckigen Eiern stets eine Seite des Dreiecks. Solche flügellosen Eier sind etwa bei Pulchriphyllium giganteum und Pulchriphyllium bhaskarai zu finden. Die Oberfläche der Eier ist rau und schwammartig. Die Kapsel besitzt keine Fiederblättchen, sondern Grübchen unterschiedlicher Größe auf der Kapseloberfläche. Die Mikropylarplatte ist länglich und erstreckt sich fast über die gesamte Länge der Kapsel. Sie ist annähernd gleich breit und nur im Bereich des Mikropylarbechers leicht erweitert. Der Deckel (Operculum) ist stets deutlich erhoben und hat meist die Form eines Hügels. Er kann ein Viertel bis ein Drittel der Länge der Eikapsel hoch sein (Siehe auch Bau des Phasmideneis).[4][5]
Frisch geschlüpfte Nymphen
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Frisch geschlüpfte Nymphen sind auffällig orange, rot oder rotbraun gefärbt und nicht schwarzbraun wie die von Phyllium-Arten. Auch fehlen ihnen die für diese typischen, weißen Muster am Abdomen. Lediglich die basalen Glieder der Tarsen zeigen oft eine helle Färbung. Das Abdomen ist auffällig breit und an seiner breitesten Stelle oft so breit wie oder nur wenig schmaler als das Abdomen lang ist. Anders als bei Phyllium-Arten sind die äußeren Loben der Vorderbeinschenkel (profemurale exteriore Loben) breit und die äußeren Loben der Mittel- und Hintertibien (meso- und metatibiale exteriore Loben) deutlich ausgebildet.[5]
Verbreitung
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Das Verbreitungsgebiet der Gattung Pulchriphyllium erstreckt sich von den Seychellen über Sri Lanka, Indien, Bangladesch und große Teile Südostasiens. Es liegt damit westlich der Wallace-Linie, schließt aber die Philippinen nicht ein. Die meisten Arten kommen im östlichen Teil des Verbreitungsgebietes, genauer auf Borneo vor, von wo neun Arten beschrieben sind. Auf den Seychellen kommt eine, in Sri Lanka eine weitere, in Indien ebenfalls eine, in Thailand zwei und auf der Malaiischen Halbinsel zwei bis vier Arten vor. Je eine weitere Art stammt aus Vietnam, Bangladesch und der zu China gehörigen Insel Hainan. Von Sumatra sind drei und von Java zwei Arten bekannt. Da sowohl von der in Vietnam als auch von den in Thailand vorkommenden Art Fundorte im Grenzgebiet von Laos liegen, dürfte die Gattung auch dort vorkommen. Ähnlich verhält es sich mit Kambodscha, das von diesen Ländern umgeben ist. Das größte Verbreitungsgebiet soll Pulchriphyllium giganteum haben. Fundorte dieser Art sind von der Malaiischen Halbinsel und Borneo durch molekulargenetische Untersuchungen bestätigt. Sie soll aber auch in Thailand und auf Sumatra vorkommen.[1][5]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kladogramm von Pulchriphyllium | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Verwandtschaftsverhältnisse der bisher genanalytisch untersuchten Pulchriphyllium-Arten nach Cumming et al. (2023)[5] |



