Protowo
| Protowo | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Rychliki | |
| Geographische Lage: | 53° 56′ N, 19° 26′ O | |
| Einwohner: | ||
| Postleitzahl: | 14-411[1] | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DW 527: Dzierzgoń–Sójki ↔ Krupin –Rychliki–Pasłęk–Morąg–Olsztyn | |
| Jankowo → Protowo | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Protowo (deutsch Prothen) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Rychliki im Powiat Elbląski.
Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Protowo liegt im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 20 Kilometer südwestlich der Stadt Pasłęk bzw. 23 Kilometer südlich der Kreismetropole Elbląg.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das einstige Vorwerk Prowothine, auch Proten, nach 1820 Prothen,[2] wurde am 24. September 1306 genannt, als der Landmeister von Prußen Sieghard von Schwarzburg dem Joniko und seinen Erben das Prowothine verlieh.[3] 1437 erschien der Ortsname auch im Zinsbuch des Deutschen Ordens.
1785 wurde Proten ein adliges Gut, Vorwerk und Dorf mit zehn Feuerstellen genannt, 1820 ein adliges Vorwerk mit elf Feuerstellen bei 57 Einwohnern. Sein Besitzer war Graf von Finckenstein.[3]
Prothen war Teil des Gutes Jankendorf, das 1874 als Amtsdorf des gleichnamigen Amtsbezirks im ostpreußischen Kreis Preußisch Holland fungierte, im Jahre 1928 zur Landgemeinde Jankendorf gehörte, die ab 1937 in den Amtsbezirk Königsblumenau eingegliedert wurde.[4]
Im Jahre 1885 zählte Prothen 77 Einwohner, im Jahre 1905 waren es 81.[3]
In Kriegsfolge kam 1945 das gesamte südliche Ostpreußen zu Polen. Prothen erhielt die polnische Namensform „Protowo“ und ist heute eine Osada (= „Siedlung“) innerhalb der Gmina Rychliki im Powiat Elbląski, 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Elbląg, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 1945 war Prothen in den Sprengel Heiligenwalde der vereinigten evangelischen Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union,[5] außerdem zur römisch-katholischen Kirche Christburg im Dekanat Stuhm im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.[3]
Heute gehört Protowo evangelischerseits zur St.-Georgs-Kirche in Pasłęk, einer Filialkirche der Pfarrei in Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, sowie katholischerseits zur Pfarrei Dzierzgoń im gleichnamigen Dekanat im Bistum Elbląg.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Protowo liegt an der verkehrsreichen Woiwodschaftsstraße 527, die Dzierzgoń mit Pasłęk und Morąg verbindet und weiter bis nach Olsztyn führt. Eine von Jankowo kommende Nebenstraße endet in Protowo.
Für Protowo besteht kein Bahnanschluss mehr. Von 1893 bis 1999 war Christburg resp. Dzierzgoń die nächste Bahnstation am Abschnitt Marienburg (Westpr.)–Maldeuten der Bahnstrecke von Marienwburg (Westpr.) nach Allenstein.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Polska w Liczbach: Osada Protowo w liczbach (polnisch)
- ↑ Dietrich Lange: Prothen, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005)
- 1 2 3 4 Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Prothen
- ↑ Rolf Jehke: Amtsdorf Jankendorf/Königlich Blumenau/Königsblumenau
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470
