Potarit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem und entwickelt cremefarbene bis silberweiße massive Körner und Nuggets von bis zu einem Zentimeter Größe. Das Mineral ist undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen einen metallischen Glanz.
Potarit wurde erstmals zwischen 1924 und 1925 von Sir John B. Harrison (†1926)[6] gefunden und beschrieben. Weitere Untersuchungen und Vergleiche mit bekannten künstlichen Palladium-Quecksilber-Verbindungen – sogenannten Amalgamen – fanden durch Leonard James Spencer 1928, Arnold Cissarz 1930 und Martin A. Peacock 1945 statt. Die Überlegung von Spencer, dass Potarit mit Allopalladium (heute Stibiopalladinit)[7] übereinstimmen könnte, wurden nicht bestätigt.
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. I/A.02-90. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Metalle und intermetallische Verbindungen“, wo Potarit zusammen mit Aurihydrargyrumit, Belendorffit, Bleiamalgam, Eugenit, Goldamalgam, Kolymit, Luanheit, Moschellandsbergit, Paraschachnerit, Quecksilber, Schachnerit und Weishanit eine eigenständige, aber unbenannte Gruppe bildet.[8]
Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[9]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Potarit in die Abteilung der „Metalle und intermetallische Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, die entsprechend ihrer verwandten Eigenschaften in Metallfamilien eingeteilt wurden. Potarit ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Quecksilber-Amalgam-Familie“ zu finden, wo er als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 1.AD.25 bildet.
In der idealisierten (theoretischen) Zusammensetzung von Potarit besteht das Mineral aus Palladium (Pd) und Quecksilber (Hg) im Verhältnis von 1:1. Die entspricht einem Massenanteil (Gewichtsprozent) von 34,66Gew.-%Pd und 65,34Gew.-%Hg.[10][2]
Die Analyse des Typmaterials vom Fluss Potaro ergab allerdings geringe Fremdbeimengungen von Kupfer (Cu) zwischen 0,1 und 0,5Gew.-%.[4]
L. J. Spencer:Potarite, a new mineral discovered by the late Sir John Harrison in British Guiana. In: Mineralogical Magazine. Band21, Nr.120, 1928, S.397–406 (englisch, rruff.info[PDF; 463kB; abgerufen am 9.Oktober 2022]).
K. Terada, F.W. Cagle, Jr.:The crystal structure of potarite (PdHg) with some comments on allopalladium. In: American Mineralogist. Band45, 1960, S.1093–1097 (englisch, minsocam.org[PDF; 311kB; abgerufen am 9.Oktober 2022]).
12David Barthelmy:Potarite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 9.Oktober 2022(englisch).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.40 (englisch).
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Potarite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 48kB; abgerufen am 9.Oktober 2022]).
↑Potarite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.Oktober 2022(englisch).
↑L. J. Spencer:Potarite, a new mineral discovered by the late Sir John Harrison in British Guiana. In: Mineralogical Magazine. Band21, Nr.120, 1928, S.397–406 (englisch, rruff.info[PDF; 463kB; abgerufen am 9.Oktober 2022]).
↑Allopalladium.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 9.Oktober 2022(englisch).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.