Novákit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung (Cu,Ag)21As10[1] und damit chemisch gesehen ein Kupfer-Silber-Arsenid. Aufgrund der chemisch engen Verwandtschaft der Arsenide zu den Sulfiden werden diese in einer Klasse zusammengefasst. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zum Arsenanteil.
Novákit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, konnte jedoch in der Natur bisher nur in Form unregelmäßiger oder traubiger Mineral-Aggregate mit bis zu drei Zentimeter großen Körnern entdeckt werden. Daneben findet er sich in Form von „Äderchen“ in gediegen Arsen. Das Mineral ist in jeder Form undurchsichtig (opak) und zeigt auf den Oberflächen der stahlgrauen Körner, die mit der Zeit irisierend bis schwarz anlaufen, einen metallischen Glanz. Auf der Strichtafel hinterlässt Novákit einen schwarzen Strich.
Entdeckt wurde Novákit erstmals bei der Untersuchung von Abraumhalden stillgelegter Bergwerke bei Černý Důl (Schwarzenthal) im Riesengebirge in Tschechien. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch die tschechischen Mineralogen Zdeněk Johan (1935–2016)[6] und Jaroslav Hak (*1931),[7] die es nach dem tschechischen Mineralogen Jiří Novák benannten. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte 1961 im englischsprachigen Fachmagazin American Mineralogist.
Novákit wurde 1967 nachträglich von über 60% der Mitglieder der Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) der International Mineralogical Association (IMA) als eigenständige Mineralart anerkannt.[8] Da diese in einer Sammel-Anerkennung publiziert wurde, in der auch viele andere Minerale nachträglich anerkannt wurden, wird Novákit seitdem unter der Summenanerkennung „1967 s.p.“ (special procedure) geführt.[1] Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) lautet „Nvá“.[2]
Im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. II/A.01-060. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“, wo Novákit zusammen mit Algodonit, Cuprostibit, Domeykit, Trigodomeykit, Koutekit und Kutinait die unbenannte Gruppe II/A.01 bildet.[4]
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[11]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Novákit in die Abteilung der „Legierungen und legierungsartige Verbindungen“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Verbindungen von Halbmetallen mit Kupfer (Cu), Silber (Ag), Gold (Au)“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 2.AA.15 bildet.
Die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Novákit ebenfalls in die Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort in die Abteilung der „Sulfidminerale“ ein. Hier ist er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 02.04.18 innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n):p=2:1“ zu finden.
Außer an diesen beiden Fundorten konnte Novákit bisher nur noch bei Běloves im Okres Náchod in Tschechien und bei Nieder-Beerbach in Hessen, Deutschland entdeckt werden.[12]
Z. Johan, J. Hak:Novákite, (Cu, Ag)4As3, a new mineral. In: American Mineralogist. Band46, 1961, S.885–891 (englisch, minsocam.org[PDF; 423kB; abgerufen am 2.Februar 2023]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.57 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345
Novákite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 2.Februar 2023]).
↑
International Mineralogical Association: Commission on new minerals and mineral names. In: Mineralogical Magazine. Band36, März 1967, S.131–136 (englisch, rruff.info[PDF; 210kB; abgerufen am 4.Februar 2023]).