Garavelli, Vurro und Fioravanti sandten ihre Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1980 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1980-096[1]), die den Minrecordit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde 1982 im genannten Fachmagazin veröffentlicht
Da der Minrecordit erst 1980 als eigenständiges Mineral anerkannt und dies 1982 publiziert wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Minrecordit in die um die Borate gekürzte Klasse der „Carbonate und Nitrate“, dort aber ebenfalls in die Abteilung der „Carbonate ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Zugehörigkeit der beteiligten Kationen zu bestimmten Elementgruppen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Erdalkali- (und andere M2+) Carbonate“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Ankerit, Dolomit und Kutnohorit die „Dolomitgruppe“ mit der Systemnummer 5.AB.10 bildet.[11]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Minrecordit die System- und Mineralnummer 14.02.01.04. Dies entspricht wie in der Lapis-Systematik der gemeinsamen Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Carbonate“. Auch hier ist er in der „Dolomitgruppe (Trigonal: R3)“ mit der Systemnummer 14.02.01 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Carbonate mit der Formel A+B2+(CO3)2“ zu finden, in der auch Ankerit, Dolomit und Kutnohorit stehen.
Bei natürlichen Minrecorditproben kann die Zusammensetzung je nach Bildungsbedingungen und Stofftransport in geringem Umfang schwanken. Zudem können verschiedene formelfremde Beimengungen eingelagert sein. So wurde bei der Analyse des Typmaterials aus der Tsumeb Mine leicht abweichende Werte von 24,64Gew.-%CaO, 33,46Gew.-%ZnO und 39,50Gew.-%CO2 ermittelt. Zudem enthielten die Proben Fremdbeimengungen von 1,20Gew.-%Magnesiumoxid (MgO), 1,10Gew.-%Eisen(II)-oxid (FeO) und 0,10Gew.-%Mangan(II)-oxid (MnO).[6]
Als sehr selten vorkommende Mineralbildung ist Minrecordit nur in wenigen Proben von etwas mehr als 10 Fundorten bekannt geworden (Stand 2026). Seine Typlokalität „Tsumeb Mine“ ist dabei der bisher einzige dokumentierte Fundort in Namibia. Ein weiterer möglicher Fundort im Talemzane-Meteoritenkrater in Algerien konnte bisher nicht bestätigt werden.[14]
In Europa konnte Minrecordit bisher nur in der Blei-Zink-Grube Navan nahe dem gleichnamigen Ort in der irischen Grafschaft Meath und bei Olkusz in Polen nachgewiesen werden. Die Mina da Preguiça bei Sobral da Adiça in Portugal ist als möglicher weiterer Fundort noch nicht bestätigt.
Auf dem amerikanischen Doppelkontinent fand sich das Mineral bisher in Mineralproben aus dem Bohrloch M-5-00 bei Wellburns Creek in der kanadischen Provinz Manitoba, bei Annapolis im Iron County (Missouri) und in der Centennial Eureka Mine bei Eureka (Utah) in den USA, in der Sierra Mojada im gleichnamigen Municipio im mexikanischen Bundesstaat Coahuila und in einer Kalksteingrube mit Cu-Zn-Pb-Ag-Mineralisation bei Cerro de Pasco im Distrikt Simón Bolívar der peruanischen Region Pasco.[14]
Der bisher einzige bekannte Fundort im asiatischen Raum ist eine polymetallische Gold-Silber Vererzung bei Penjom im Distrikt Raub (Pahang) in Malaysia.[14]
Carlo G. Garavelli, Filippo Vurro, Gian Carlo Fioravanti:Minrecordite, a new mineral from Tsumeb. In: The Mineralogical Record. Band13, Nr.3, Mai 1982, S.131–136 (englisch, Digitalisat verfügbar bei researchgate.net[abgerufen am 30.Januar 2026]).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.287 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
12345678910
Minrecordite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 51kB; abgerufen am 30.Januar 2026]).
123Minrecordite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 30.Januar 2026(englisch).