Das Haus Mehringdamm 32/34 war von 1948 bis 1952 Firmensitz der Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegraphie. Bis Ende der 1920er Jahre befand sich in einem Teil des Hauses (damals: Belle-Alliance-Straße7–10) das Kaufhaus Jonaß
Der Straßenverlauf ergibt sich aus einem schon seit Jahrhunderten vom Berliner Zentrum als Verlängerung der späteren Friedrichstraße über Tempelhof nach Großbeeren und weiter nach Süden führenden Landweg. Die Ausfallstraße wurde Anfang des 19.Jahrhunderts ausgebaut und erhielt 1837 den Namen Tempelhofer Straße. Im Zusammenhang mit der Anlage des Generalszugs 1864 wurde dieser Verkehrsweg nach der in Preußen üblichen Bezeichnung für die Schlacht bei Waterloo in Belle-Alliance-Straße umbenannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Benennung zunächst in Franz-Mehring-Straße verändert. 1947 erhielt der Mehringdamm seinen heutigen Namen.
Der Mehringdamm wurde bereits ab 1873 von Pferdebahnen,[1] später von elektrischen Straßenbahnen befahren. Die U-Bahn wurde 1924 eröffnet. Im Jahre 1962 wurde der Straßenbahnverkehr auf dem nördlichen Mehringdamm eingestellt, die Gleise südlich der Kreuzung Yorckstraße wurden zur Endstation. Die letzten Straßenbahnen auf dem südlichen Mehringdamm fuhren 1966 (Linie96 nach Lichterfelde).[2][3]
Das nördliche Ende des Mehringdamms veränderte in den 1960er und 1970er Jahren sein Aussehen radikal. Bis zu dieser Zeit endete der verkehrsintensive Mehringdamm am Blücherplatz direkt vor dem Halleschen Tor. Durch die Umgestaltung des Mehringplatzes nach den Plänen von Hans Scharoun im Sinn einer „bewohnbaren Stadtlandschaft“ wurden der Mehringplatz und der Blücherplatz vom Verkehr der Durchgangsstraßen abgeschnitten und damit verkehrsberuhigt. Dazu wurde der Mehringdamm am Finanzamt Kreuzberg nach Westen verschwenkt, über die 1975 neu errichtete Mehringbrücke geführt und an die ebenfalls westwärts verlaufende Wilhelmstraße angeschlossen.
Die zwischen Mehringdamm und Zossener Straße gelegenen fünf Friedhöfe vor dem Halleschen Tor gelten als eine Sehenswürdigkeit.[4] Darüber hinaus enthält die Berliner Denkmalliste 21 Baudenkmale am Mehringdamm (siehe unter Weblinks).
In die Schlagzeilen kam die im Hinterhof Mehringdamm51 illegal gebaute Moschee Hasan-Baschri, die 2003 zwangsgeräumt und geschlossen wurde.[5][6]
Im Industriehaus der Gewerbeimmobilien-Gruppe Becker & Kries, Mehringdamm32–34, befindet sich in der obersten Etage die Bühne der Berliner Kabarett Anstalt, das BKA-Theater. In den 1960er und 1970er Jahren befand sich dort die DiskothekDachluke, in der auch zahlreiche Livekonzerte[7] stattfanden.
↑Joseph Fischer-Dick:Fünfundzwanzig Jahre bei der Grossen Berliner Pferdebahn. In: Zeitschrift für das gesamte Local- und Straßenbahnwesen. Wiesbaden 1898, S.39–72 (tu-darmstadt.de).