Marval
| Marval | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département (Nr.) | Haute-Vienne (87) | |
| Arrondissement | Rochechouart | |
| Kanton | Rochechouart | |
| Gemeindeverband | Ouest Limousin | |
| Koordinaten | 45° 38′ N, 0° 48′ O | |
| Höhe | 245–476 m | |
| Fläche | 38,50 km² | |
| Einwohner | 499 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 13 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 87440 | |
| INSEE-Code | 87092 | |
Ortskern von Marval mit Kirche Saint-Amand | ||
Marval, okzitanisch Marvau, ist eine französische Gemeinde mit 499 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016 Aquitanien). Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart und zum Kanton Rochechouart. Zuständiger Gemeindeverband ist die Communauté de communes Ouest Limousin. Die Einwohner werden als Marvalais bzw. Marvalaises bezeichnet.
Marval ist eine sehr verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.
Geographie
[Bearbeiten]Marval ist Grenzgemeinde zum Département Dordogne und wird von folgenden 6 Nachbargemeinden umgeben:
| Saint-Mathieu | Saint-Mathieu | Cussac |
| Saint-Barthélemy-de-Bussière (Dordogne) | La Chapelle-Montbrandeix | |
| Abjat-sur-Bandiat (Dordogne) | Pensol |
Nach der im Nordosten gelegenen Präfekturstadt Limoges sind es 43 Kilometer.
Zur Gemeinde Marval gehören folgende Weiler, Gehöfte, Schlösser, eine Schmiede, Mühlen und Geländepunkte: Beaufet, Beautarias, Béchégut, Bois de la Faurie, Bois de la Faye, Bois de la Lisonne, Bois de la Planche, Bras Court, Carreau, Château Ballerand, Chez Coutaud, Forêt du Puy Chevalier, Forêt Haute, Haut Jardin, L’Age, L’Épinassie, La Chautrandie, La Faurie, La Faye, La Forge de l’Épinassie, La Fosse, La Grande Pièce, La Lardie, La Lisonne, La Molle, La Nadalie, La Rodière, La Rue, La Souchère, La Touyère, La Varlanchie, La Vigne, La Vilotte, Laborie, Labrousse, Lafarge, Lafont Boudoire, Lampon, Larmat, Lascaux, Lavaud, Le Châtenet, Le Clos de l’Étang, Le Courtieux, Le Coux, Le Fayart, Le Grand Vernet, Le Masbertier, Le Mazelier, Le Moulin de Saint-Auvent, Le Moulin de la Chautrandie, Le Moulin du Theillaud, Le Petit l’Age, Le Petit Vernet, Le Plantadis, Le Puy, Le Puy Chalard, Le Puy Chevalier, Le Puypacaux, Le Theillaud, Le Theillet, Le Vancannaud, Le Vignaud, Les Brugeaux, Les Charalles, Les Chardreaux, Les Fougères, Les Maunias, Les Montades, Les Quatre Vents, Les Rivauds, Leyrat, Libre Oreille, Loubeyrat, Milhaguet, Montfrebœuf, Moulin de Masbertier, Mouriol, Sainte-Catherine, Terrasson, Trancord, Vaubrune und Vitrac.

Der topographisch tiefste Punkt mit 245 Meter über N. N. liegt am Bandiat an der Südwestgrenze, der höchste Punkt mit 476 Meter befindet sich in den Monts de Châlus bei La Souchère an der Nordostgrenze. Die maximale Höhendifferenz beträgt 231 Meter.
Die einst unabhängige Gemeinde Milhaguet wurde im Jahr 1973 Teil von Marval.
Mit 38,5 Quadratkilometer ist Marval eine sehr große Gemeinde, kann jedoch nur eine sehr niedrige Bevölkerungsdichte von 14 Einwohner/km² aufweisen.
Verkehrsanbindung
[Bearbeiten]Die Gemeinde Marval liegt abseits größerer Verkehrsachsen. Über die D 15 – in Ostrichtung nach Pensol und Les Trois Cerisiers – hat der Ortskern Anbindung an die D 85 bzw. D 6 b von Nontron nach Châlus. In Westrichtung wird anhand der D 15 Piégut-Pluviers erreicht. Die D 67 verbindet Marval mit Saint-Mathieu im Nordnordwesten. Die D 64 führt zum im Nordosten gelegenen Nachbarort La Chapelle-Montbrandeix und weiter nach Dournazac. In Südrichtung stellt die D 64 eine Verbindung zu Abjat-sur-Bandiat und dann über die D 87 weiter nach Nontron her. Durch Milhaguet quert in nordöstlicher Richtung die D 73 von Saint-Barthélemy-de-Bussière nach Cussac.
Fernwanderweg
[Bearbeiten]Durch den Südosten des Gemeindegebiets verläuft der Fernwanderweg GR 4 von Royan nach Grasse.
Klima
[Bearbeiten]Die Gemeinde Marval unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) im Übergangsbereich zwischen den Klimaregionen Poitou-Charentes − Westliches und Nordwestliches Zentralmassiv. Sie wird zur Klimaregion Aquitanien und Gascogne gerechnet, die sich wie folgt charakterisiert: reichlich Niederschlag im Frühjahr, jedoch abgeschwächt im Herbst, relativ wenig Sonnenschein im Frühjahr gefolgt von einem heißen, schwachwindigen Sommer (mit 19,5 °C Durchschnittstemperatur), der an 15 bis 20 Tagen Gewitter ausbildet – und häufigen Nebellagen im Herbst und Winter.
Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,3 °C mit einer Jahresamplitude von 14,7 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode belief sich auf 1158 Millimeter – mit 13,3 Niederschlagstagen im Januar und 8,1 Niederschlagstagen im Juli. Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der benachbarten Wetterstaion von Champagnac-la-Rivière (13 Kilometer Luftlinie) bereits eine Temperaturerhöhung auf 11,5 °C gemessen – gleichzeitig erhöhte sich der Jahresniederschlag auf 1189,6 Millimeter.
Hydrographie
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Der Norden des Gemeindegebiets von Marval gehört zum Einzugsgebiet des zur Tardoire entwässernden Trieux mit seinem linksseitigen Nebenarm Ruisseau de la Chautrandie. Der Südteil der Gemeinde drainiert in Richtung Bandiat, der nach Südwesten in Richtung Nontron abfließt. Vor Verlassen des Gemeindegebiets wird der Bandiat zum Étang de Ballerand aufgestaut. Der Bandiat bildet im Osten auf 1,5 Kilometer die Gemeindegrenze zu La Chapelle-Montbrandeix, im Südosten auf 2 Kilometer zu Pensol und im Südwesten auf knapp 1 Kilometer zu Abjat-sur-Bandiat. Die einzelnen Flussläufe werden zu zahlreichen Weihern aufgestaut.
Geologie
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Die Gemeinde Marval liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central, das hier eine Aufwölbung bildet – den Saint-Mathieu-Dom. Die Domstruktur wird geprägt vom Saint-Mathieu-Leukogranit, der im Oberkarbon in die Glimmerschiefer der Parautochthonen Glimmerschiefereinheit eingedrungen ist. Im Südwesten ist noch der Piégut-Pluviers-Granodiorit anstehend – vorwiegend in seiner grobkörnigen Normalfazies, um den Étang de Ballerand jedoch auch in roter, aplitischer Porphyrfazies. Die Kontaktzone zwischen den beiden Granitoiden ist beidseitig als feinkörnige Fazies ausgebildet und verläuft mitten durch den Ortskern.
Die Glimmerschiefer erscheinen in kleinen, isolierten, teils westvergent eingefalteten Vorkommen innerhalb des Leukogranits bei Le Courtieux, La Lardie, Le Mazelier und La Vilotte sowie zusammenhängend im Südosten um Le Theillaud und im Nordosten um Larmat. Sie sind vom Leukogranit kontaktmetamorph verändert worden (Erscheinen von Cordierit). Ihr regionaler Metamorphosegrad entspricht der Albit- und der Oligoklaszone. Die Foliation der Glimmerschiefer streicht Nord bis Nordnordost und fällt mit 40 bis 60° nach Osten ein, Strecklineare auf der Schieferungsebene zeigen überwiegend gen Ostsüdost. Im Nordabschnitt bei Larmat schwenkt die Foliation in die Nordnordwest-Richtung ein.
Gänge aus Mikrogranit durchziehen die beiden Granitoide mit vorwiegender nordnordwestlicher bis nordwestlicher Streichrichtung. Der Leukogranit wird östlich des Ortskerns von einer Nordnordost-streichenden Störungsstaffel beeinträchtigt. Erwähnenswert sind ferner zwei Lamprophyrgänge im Leukogranit bei L’Age in Nordnordost- bzw. Nordnordwest-Richtung.
Bodenbedeckung
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Die Bodenbedeckung der Gemeinde Marval schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:
- Wälder – 60,5 %
- heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 22,0 %
- Wiesen – 16,0 %
- Strauchwiesen - 0,7 %
- Wasserbedeckung - 0,8 %.
Die Wälder und Strauchwiesen stehen 2018 im Vordergrund. Sie haben aber gegenüber 1990 (64,5 %) um 3,3 % abgenommen.
Ökologie
[Bearbeiten]Naturpark
[Bearbeiten]Die Gemeinde Marval bildet einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete des Typus 1
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In der Gemeinde Marval befinden sich 4 Schutzgebiete des Typus 1 (ZNIEFF 1). Einmal der Wald und die Feuchtzone um Boubon (Gemeinde Cussac) am Nordostrand der Gemeinde. Dieses Gebiet liegt innerhalb der ZNIEFF Vallée de la Tardoire, die sich ihrerseits vom Moulin de Cros bis nach Peyrassoulat erstreckt. Sodann der Weiher Étang de Vieulac nördlich vom Weiler La Nadalie, der mit der Nachbargemeinde La Chapelle-Montbrandeix geteilt wird. Ferner der Weiher Étang de Ballerand, der auf seiner Nordseite vom Bandiat gespeist wird. Im Bandiat und im Le Gamoret gedeihen Flussperlmuscheln. Schließlich die Heiden und Feuchtwiesen von Le Theillaud und Les Tuileries. Die Heiden von Le Tuileries liegen an der D 15 nach Les Trois Cerisiers (das Schutzgebiet wird mit Pensol und La Chapelle-Montbrandeix geteilt) und die Feuchtwiesen von Le Theillaud begleiten den Bandiat. Hier finden sich u. a. die Kreuzkröte (Epidalea calamita) und der Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia).
Schutzgebiet des Typus 2
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Das Schutzgebiet des Typus 2 (ZNIEFF 2) bildet wie die ZNIEFF 1 ebenfalls Teil des Schutzgebiets Vallée de la Tardoire von Moulin de Cros bis nach Peyrassoulat.
Geschichte
[Bearbeiten]Wie die Überreste eines Oppidums beweisen, war die Gemeinde Marval bereits seit der gallorömischen Epoche besiedelt. Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Milhaguet war wahrscheinlich im 12. Jahrhundert errichtet worden. Die Kirche Saint-Amand in Marval stammt aus dem 13. Jahrhundert.
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung in Marval | ||
|---|---|---|
| Jahr | Einwohner |
![]() |
| 1962 | 1056 | |
| 1968 | 914 | |
| 1975 | 783 | |
| 1982 | 683 | |
| 1990 | 556 | |
| 1999 | 553 | |
| 2004 | 564 | |
| 2008 | 579 | |
| 2009 | 587 | |
| 2013 | 566 | |
| 2014 | 557 | |
| 2017 | 540 | |
| 2019 | 500 | |
| 2023 | 499 | |
Quelle: INSEE[1]
Die Bevölkerungszahlen der Gemeinde Marval sind seit 1962 generell rückläufig (Bevölkerungsverlust von 49 Prozent), wobei zwischen 1999 und 2009 eine leichte Trendwende zu beobachten war.
Bürgermeister
[Bearbeiten]Bürgermeister von Marval war seit Oktober 2008 der parteilose Rentner Lucien Pot. Er wurde im April 2014 von dem Beamten Alain Perche abgelöst. Seit Juli 2020 bekleidet der Beamte Pierre Hachin das Bürgermeisteramt.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]- Schloss von Marval, Monument historique
- Kirche Saint-Amand, Monument historique
- Kirche Mariä Himmelfahrt im Ortsteil Milhaguet
- Die Domäne Ballerand
- Der Felsmonolith Boisseau de dîmes (Zehntenscheffel)
Photogalerie
[Bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten]- B. Briand u. a.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50 000. BRGM.

