Leidersbach
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 54′ N, 9° 13′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | |
| Landkreis: | Miltenberg | |
| Höhe: | 196 m ü. NHN | |
| Fläche: | 19,84 km² | |
| Einwohner: | 4634 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 234 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 63849 | |
| Vorwahlen: | 06028, 06092 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MIL, OBB | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 76 136 | |
| LOCODE: | DE LDA | |
| Gemeindegliederung: | 4 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 123 63849 Leidersbach | |
| Website: | leidersbach.de | |
| Erster Bürgermeister: | Michael Schüßler[2] (CWG) | |
| Lage der Gemeinde Leidersbach im Landkreis Miltenberg | ||
Leidersbach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Miltenberg.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindegebiet liegt im Spessart, circa 10 Kilometer südöstlich von Aschaffenburg. Das gesamte Gemeindegebiet liegt im Naturpark Spessart. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich nordöstlich von Volkersbrunn mit 419 m ü. NHN (Lage), der niedrigste liegt am Leidersbach unterhalb von Ebersbach auf 144 m ü. NHN (Lage).
Nord-Süd-Ausdehnung: ca. 6 km; West-Ost-Ausdehnung: ca. 6,5 km[3]
Gemeindegliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gibt vier Gemeindeteile (in Klammern der Siedlungstyp):[4][5]
- Ebersbach (Kirchdorf)
- Leidersbach (Pfarrdorf)
- Roßbach (Pfarrdorf)
- Volkersbrunn (Kirchdorf)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Ebersbach, Leidersbach, Roßbach und Volkersbrunn.[6] Die Gemarkung Leidersbach hat eine Fläche von 9,098 km². Sie ist in 5920 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1536,77 m² haben.[7][8]
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Markt Sulzbach am Main |
Forst Hohe Wart (gemeindefreies Gebiet) |
Gemeinde Mespelbrunn | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gemeinde Heimbuchenthal | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Markt Kleinwallstadt |
Gemeinde Hausen |
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Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4362 auf 4747 um 385 Einwohner bzw. um 8,8 %. 2005 hatte die Gemeinde einen Höchststand von 4995 Einwohnern erreicht. Quelle: BayLfStat
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat besteht aus 16 Mitgliedern, die sich wie folgt aufteilen:
Europawahl 2024
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Es gab eine Wahlbeteiligung von 65,1 %.
51,4 % der Stimmen gingen an die CSU, 5,8 % an die Grünen, 15,8 % an die AfD, 6,1 % an die SPD, 5,0 an die Freien Wähler, 4,0 an die FDP und 11,9 % an sonstige Parteien.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister ist seit 2017 Michael Schüßler (CWG), der am 24. September 2017 bei einem Gegenkandidaten 61,5 % der Stimmen erhielt. Sein Vorgänger Friedrich „Fritz“ Wörl (CSU), der seit 1. Mai 2014 im Amt war, verstarb am 9. Mai 2017.
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Durch silbernen Wellenbalken geteilt von Grün und Rot; oben drei silberne Leisten, überdeckt von einer geöffneten silbernen Schere, unten ein sechsspeichiges silbernes Rad.“[14] | |
| Wappenbegründung: Das Gemeindegebiet kam im 13. Jahrhundert an den Kurstaat Mainz und blieb dort bis zum Ende des Alten Reichs 1803. Daran erinnern das sechsspeichige Rad, das Mainzer Rad, sowie die Farben Silber und Rot. Die drei silbernen Leisten stellen so genannte Streifengüter dar, eine für die Gemeindeflur typische Einteilung in blockförmige Hufen. Die Schere ist ein Symbol für das Schneiderhandwerk, welches im Laufe der Zeit an Bedeutung gewann, sodass in den 1980er-Jahren weit über die Hälfte der Bevölkerung auf irgendeine Weise mit der Bekleidungsindustrie verbunden war. Der Wellenbalken steht redend für den Ortsnamenbestandteil "-bach" der drei Orte Ebersbach, Leidersbach und Rossbach.
Wappengeschichte: Die Gemeinde Leidersbach besteht seit 1972 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Ebersbach, Leidersbach, Rossbach und Volkersbrunn. Das Gemeindegebiet kam im 13. Jahrhundert an den Kurstaat Mainz und blieb dort bis zum Ende des Alten Reichs 1803. Daran erinnern das sechsspeichige Rad, das Mainzer Rad, sowie die Farben Silber und Rot. Die drei silbernen Leisten stellen so genannte Streifengüter dar, eine für die Gemeindeflur typische Einteilung in blockförmige Hufen. Die Schere ist ein Symbol für das Schneiderhandwerk. Bis in das 19. Jahrhundert lebte die Bevölkerung fast ausschließlich von der Landwirtschaft und der Schafhaltung. Seit dieser Zeit begann das Schneiderhandwerk eine immer größere Rolle zu spielen, sodass bis in die 1980er-Jahre weit über die Hälfte der Bevölkerung auf irgendeine Weise mit der Bekleidungsindustrie verbunden war. Der Wellenbalken steht redend für den Ortsnamenbestandteil „-bach“ der drei Orte Ebersbach, Leidersbach und Rossbach.[15] Dieses Wappen wird seit 1979 geführt.[16] |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bau- und Bodendenkmäler
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- Ringwall und museales Keltenhaus auf der Altenburg bei Ebersbach-Soden!
- Marienaltar der Ebersbacher St.-Barbara-Kirche
- St.-Jakobus-Kirche in Leidersbach, 1821 nach einem Entwurf von Bernhard Morell aus Rotsandstein errichtet
- Jugendbildungszentrum im ehemaligen Kloster auf dem Ebersbacher Klosterberg
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der BRK Leidersbach ist ein Ortsverein des Bayerischen Rotes Kreuzes im Kreisverband Miltenberg-Obernburg. Er wurde am 16. März 1955 gegründet. Die RK-Gemeinschaft ist im Rot-Kreuz-Haus in der Kolpingstraße 2 untergebracht und unterhält die Bereiche Jugendrotkreuz, Bereitschaft, SEG-Nord Katastrophenschutz und einen Helfer vor Ort (HvO / HGD (Hintergrunddienst) mit eigenem, spendenfinanzierten und ehrenamtlichen Rettungswagen seit 1. März 1984 mit Standort im Feuerwehrhaus Leidersbach).
Seit 1984 besteht die Laienschauspielgruppe Hutzelgrund Theater Leidersbach. In unregelmäßigen Zeiträumen greift die Theatergruppe in ihren Aufführungen örtliche Gegebenheiten auf.[17][18]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Handball
Mit den Rhein-Main Bienen war die Gemeinde in der ersten Handball-Bundesliga der Frauen vertreten. Der Verein schaffte 2003/04 die Meisterschaft mit dem verbundenen Aufstieg in die Oberliga Hessen. In der darauf folgenden Saison wurde die Mannschaft Hessenmeister und gewann die anschließende Relegation ausschließlich mit Siegen. In der Regionalliga Südwest gelang der Mannschaft von Trainer Peter David in der Saison 2005/06 die ungeschlagene Meisterschaft und der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Als Meister der 2. Bundesliga schloss die HSG die Saison ab und ihr gelang durch den Playoff-Sieg gegen den TuS Weibern der Aufstieg in die Erstklassigkeit. Zudem schaffte es die Damenmannschaft, die Sparkassen-Arena in Elsenfeld mit 3500 Zuschauern bei einem Pokalspiel gegen den Deutschen Meister 1. FC Nürnberg zu füllen. 2009 erfolgte aus finanziellen Gründen der Zwangsabstieg in die Oberliga Hessen. In der Saison 2009/10 wurde die Mannschaft Meister und konnte sich für die neu gegründete 3. Liga qualifizieren.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2007 gab es folgende Einrichtungen:
- Kindergärten: in den Ortsteilen Leidersbach, Ebersbach und Roßbach
- Grund- u. Hauptschule: Volksschule Leidersbach für Schüler aus allen vier Ortsteilen
Ansässige Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort lebten und arbeiteten früher neben Bauern auch vor allem kleine Betriebe des Schneiderhandwerks. Während die Landwirtschaft seit Mitte des 20. Jahrhunderts stetig an Bedeutung verliert, ist Leidersbach geprägt von Betrieben der Bekleidungsindustrie, die sich aus diesen Handwerksbetrieben zu teilweise überregionalen Unternehmen entwickelt haben. Daraus hat sich in der Umgebung der Ortsneckname Sacco Valley in Anspielung an das weltbekannte Silicon Valley entwickelt.
Darüber hinaus gibt es Unternehmen der Softwareentwicklung und Marketingunternehmen sowie zwei analytische Labore.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Gottfried Amendt (* 1945), Priester der Diözese Würzburg, Jakobspilger
- Albin Eser (1935–2023), Hochschullehrer, Strafrechtswissenschaftler und Richter
- Gosbert Schüßler (1947–2014), Hochschullehrer und Kunsthistoriker
- Stefan Silber (* 1966), römisch-katholischer Theologe, Hochschullehrer und Autor
Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Geheimrat Engelbert Fries (1861–1946), Teilhaber Fa. Fries & Höpflinger, Schweinfurter Kugellagerwerke, Entwicklung und Produktion des Kugellagers
- Pfr. Josef Fäth (1902–1997)
- Pfr. Engelbert Kleespieß (1897–1981)
- Franz Schüßler, Bürgermeister (1897–1987)
- Geistl. Rat Peter Klement (1909–2001)
- Pfr. Waldemar Kilb (* 1943)
- Gerhard Nebel, Altbürgermeister (* 1941)
Quelle: Netzauftritt der Gemeinde[19]
Kurioses
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort gibt es ein künstlerisch gestaltetes Transformatorenhäuschen, das auf die Zeit der Spessarträuber hinweist. In Anlehnung zum Wirtshaus im Spessart zeigt die Bemalung das „Gasthaus zur Mühle“. Aus der Eingangstür geleitet eine Dame einen betrunkenen Gast heraus und gibt den wartenden Spessarträubern ein Zeichen. Diese haben sich an den Seiten des Hauses versteckt. Auf der Rückseite des Kunstwerks ist ein Mühlrad angebracht.
- Transformatorenstation als Wirtshaus bemalt (Spessarträuber)
- Gasthaus zur Mühle
- Frau, mit betrunkenem Gast
- Rückseite mit Mühlrad
- Spessarträuber, der auf Gast wartet
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anton Rottmayer (Hrsg.): Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern. Sartorius’sche Buchdruckerei, Würzburg 1830, OCLC 248968455, S. 306 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- ↑ Bürgermeister. Gemeinde Leidersbach, abgerufen am 7. September 2020.
- ↑ Zahlen, Fakten & Daten. Gemeinde Leidersbach, abgerufen am 7. September 2020.
- ↑ Gemeinde Leidersbach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 1. April 2021.
- ↑ Gemeinde Leidersbach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 6. Dezember 2021.
- ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 25. März 2026.
- ↑ Gemarkung Leidersbach (090405). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 25. März 2026.
- ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 25. März 2026.
- 1 2 3 Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 129–130.
- ↑ Werner Trost: Stampes, Worzelköpp und Staffelbrunzer. Ortsnecknamen im Landkreis Miltenberg. 2003.
- ↑ Die Altenburg – ein wenig erforschter Ringwall im Spessart, Webseite des Archäologischen Spessartprojektes; abgerufen am 19. September 2017
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 544.
- ↑ GENESIS-Online Bayern: Ergebnis – 12411-001. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 7. Januar 2014.
- ↑ Wappen von Leidersbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Zitat Wappen von Leidersbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Wappen von Leidersbach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
- ↑ Hutzelgrund-Theater Leidersbach: Zahlen und Fakten. www.main-netz.de, abgerufen am 13. November 2012.
- ↑ Hutzelgrund Theater Leidersbach. 17. November 2009, abgerufen am 13. November 2012.
- ↑ Ehrenbürger. Gemeinde Leidersbach, abgerufen am 19. Juni 2024.


