Zum Inhalt springen

Lacropte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lacropte
La Cròpta
Lacropte (Frankreich)
Lacropte (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Dordogne (24)
Arrondissement Périgueux
Kanton Périgord Central
Gemeindeverband Le Grand Périgueux
Koordinaten 45° 2′ N,  50′ OKoordinaten: 45° 2′ N,  50′ O
Höhe 168–266 m
Fläche 26,23 km²
Einwohner 699 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 27 Einw./km²
Postleitzahl 24380
INSEE-Code
Website www.lacropte.fr

Ortsbild mit Kirche Saint-Agnan

Lacropte (Aussprache [laˈkʁɔpt], okzitanisch La Cròpta) ist eine südwestfranzösische Gemeinde mit 699 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Périgueux und zum Gemeindeverband Le Grand Périgueux. Die Bewohner werden Lacroptois und Lacroptoises genannt.

Bodenbedeckung, Hydrografie und Infrastruktur der Gemeinde (2018)

Lacropte liegt etwa 19 Kilometer südöstlich von Périgueux, etwa 34 Kilometer nordwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 34 Kilometer nordöstlich von Bergerac im Süden der Landschaft des Périgord central, im touristisch benannten Périgord blanc. Die Gemeinde liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird von kleineren Fließgewässern entwässert.

Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Lacropte liegt auf der dritten Stufe von Nordosten, einer Hochebene aus heterogenem Kalkstein aus der Kreidezeit.[1] Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und einigen Sedimentgesteinen aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.

Lacropte erstreckt sich über eine reichlich bewaldete Hügellandschaft, die durch ein von West nach Ost liegendes Trockental markant durchschnitten wird. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 266 m im Nordosten in der Nähe der Grenze zur Nachbargemeinde La Douze, der tiefste Punkt mit 168 m im Südwesten im besagten Trockental in der Nähe des Lieu-dit les Puissants an der Grenze zu den Nachbargemeinden Salon und Val de Louyre et Caudeau. Das Zentrum liegt in Hanglage oberhalb des besagten Trockentals auf etwa 196 m Höhe.

Rund 51 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich heterogen, genutzt, rund 49 % sind bewaldet.[2]

Umgeben wird Lacropte von den sechs Nachbargemeinden:

Sanilhac Boulazac Isle Manoire (Berührungspunkt) La Douze
Salon Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Val de Louyre et Caudeau Saint-Félix-de-Reillac-et-Mortemart

Natürliche Risiken

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Lacropte

Naturrisiken manifestieren sich in Lacropte neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als

  • Dürren
  • Waldbrände
  • Bodensetzungen.

Lacropte ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung von Waldbränden eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser, Straßen und andere Einrichtungen oder Geräte und eine zeitliche und räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk.[3]

Wie die Risikokarte zeigt, ist nahezu das gesamte Gemeindegebiet von einer mittleren, größtenteils aber starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperioden in den Jahren 1989, 1992, 2005, 2011 und 2022 sind als Naturkatastrophen der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Zentralmassivs sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt. Das Gemeindegebiet ist einer nur schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.[4]

Etymologie und Geschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenngleich das Dorf nichts als dem Mittelalter bewahrt hat, erschien sein Name dennoch in einem Kirchenregister des 13. Jahrhunderts, bis auf das Ende identisch mit dem, das wir kennen, La Cropta. Die Schreibweise mit zwei Wörtern wurde noch im 19. Jahrhundert verwendet. Der Name repräsentiert das okzitanische cròta (deutsch Höhle), im Altfranzösischen crote, croute. Diese Wörter stammen vom lateinischen crypta, das selbst aus dem Altgriechischen entlehnt ist und der Ursprung des italienischen grotta ist, das im Französischenanstelle des früheren crote übernehmen wurde.[5]

Die strategische Lage des Dorfes ermöglichte eine problemlose Holzversorgung, ein bedeutender Vorteil in der wechselvollen Geschichte des Périgord. Tatsächlich folgten von der Besetzung der Wisigoten im fünften Jahrhundert bis zur Rebellion der Croquants im 17. Jahrhundert, einschließlich des Hundertjährigen Krieges zwischen Franzosen und Engländern und der Hugenottenkriege zwischen Katholiken und Protestanten, die Konflikte Schlag auf Schlag.

Die Herren der Dynastie La Cropte herrschten mehrere Jahrhunderte lang über dieses Gebiet. Einige Mitglieder erlangten Berühmtheit für ihre Heldentaten. So besiegte beispielsweise Bertrand Cropte die Engländer bei Saint-Quentin und La Roque-Gageac. Die meisten Mitglieder dieser Familie wurden Bischöfe oder Äbte.[6] Ein gewisser Hélie de La Cropte stiftete in den Jahren 1144 und 1168 der Abtei Cluny bzw. der Abtei Chancelade wiederholt Landbesitz; sein Sohn nahm am Dritten Kreuzzug teil.[7]

Die Gemeinde ist dicht mit Kastanienbäumen bewaldet, was die bedeutende Korbflechterei erklärt, die 1850 bis zu 1200 Einwohner ernährte. Um 1950 begann der Anbau von Erdbeeren. In den 1970er und 80er Jahren war Lacropte die führende Erdbeeranbaugemeinde Frankreichs.[8]

Bevölkerungsentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Lacropte: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
1.142
1800
 
938
1806
 
968
1821
 
967
1831
 
1.051
1836
 
1.131
1841
 
1.168
1846
 
1.131
1851
 
1.200
1856
 
1.146
1861
 
1.090
1866
 
1.051
1872
 
1.046
1876
 
1.023
1881
 
1.047
1886
 
1.037
1891
 
986
1896
 
998
1901
 
935
1906
 
945
1911
 
950
1921
 
865
1926
 
844
1931
 
787
1936
 
733
1946
 
667
1954
 
588
1962
 
621
1968
 
596
1975
 
549
1982
 
569
1990
 
562
1999
 
609
2006
 
606
2013
 
650
2020
 
686
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[9] INSEE ab 2006[10]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus Bruchsteinen erbaute Kirche Saint-Agnan ist dem heiligen Anianus von Orléans geweiht. Die dreischiffige Kirche verfügt über einen Westturm, unter welchem sich auch das Eingangsportal befindet, und eine halbrunde Apsis.

Erwerbstätigkeit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2022 waren 340 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Lacropte erwerbstätig, entsprechend 78,0 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse, wobei der Anteil der Männer (78,3 %) höher war als bei den Frauen (77,7 %). Die Zahl der Arbeitslosen war mit 41 Personen im Jahr 2022 niedriger als im Jahr 2016 (56). Die Arbeitslosenquote fiel entsprechend von 18,5 % (2016) auf 12,2 % (2022). Insbesondere sank die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-Jährigen von 43,7 % auf 27,4 %.[11]

Branchen und Betriebe

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

41 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Lacropte wirtschaftlich aktiv:[11]

BrancheAnzahl%
Fertigung, Bergbau und andere Industrien49,8 %
Baugewerbe922,0 %
Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie1946,3 %
Information und Kommunikation12,4 %
Immobilien24,9 %
Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten37,3 %
Öffentliche Verwaltung, Bildung, menschliche Gesundheit und soziales Handeln12,4 %
Andere Dienstleistungen24,9 %
Gesamt41

Die Höfe sind sehr klein und bewirtschaften eine Vielzahl von Feldern: Tabak, Weinreben, Getreide und etwas Vieh.[8]

Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung.[12] Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde sank von 68 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 60 im Jahr 2000, auf 43 im Jahr 2010 und auf 39 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 42,6 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche vergrößerte sich von 1027 Hektar im Jahre 1988 auf 1167 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg signifikant von 15,1 Hektar auf 29,9 Hektar.[13][14][15]

Die zur Departementsstraße D 710 herabgestufte ehemalige Nationalstraße N 710, die von Périgueux aus Norden kommend in südlicher Richtung nach Le Bugue führt, durchquert das östliche Gemeindegebiet auf etwa 2,5 Kilometer Länge. Dort kreuzt sie die D 45, die in der Folge als D 47 in südöstlicher Richtung bis nach Sarlat-la-Canéda geführt wird. In westlicher Richtung durchquert sie das Zentrum, bevor sie über Salon Vergt erreicht. Nachgeordnete Departementsstraßen und lokale Landstraßen verbinden das Zentrum mit den Weilern der Gemeinde und mit weiteren Nachbargemeinden.

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Lacropte – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Géologie de la Dordogne-Périgord. Éditions Esprit de Pays, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  2. Répartition des superficies en 15 postes d’occupation des sols (métropole). CORINE Land Cover, 2018, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  3. Dossier des Départements über Hauptrisiken. (PDF) Département Dordogne, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  4. Natürliche Risiken. Ministerium für ökologischen Wandel, Biodiversität, Wälder, Meer und Fischerei, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  5. Siehe Tanet, Hordé, Seite 186
  6. Lacropte (französisch) (Memento vom 9. September 2016 im Internet Archive)
  7. Gustave Chaix d’Est-Ange: Dictionnaire des familles françaises anciennes ou notables à la fin du XIXe siècle. BnF, 1913, S. 344–349, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  8. 1 2 Lacropte. Gemeinde Lacropte, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  9. Notice Communale Lacropte. EHESS, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  10. Populations légales 2006, Populations légales 2013, Populations légales 2020, INSEE, abgerufen am 30. April 2026
  11. 1 2 Dossier complet Commune de Lacropte (24220). INSEE, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  12. Territoriale Spezialisierung der landwirtschaftlichen Produktion im Jahr 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  13. Allgemeine Daten der landwirtschaftlichen Betriebe mit Sitz in Lacropte. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  14. Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe und deren durchschnittliche landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).
  15. Gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche 2020. Französisches Landwirtschaftsministerium, abgerufen am 30. April 2026 (französisch).