In reiner Form ist Kosnarit farblos und durchsichtig. Durch Fremdbeimengungen kann er aber auch eine blassblaue bis blaugrüne oder bläulichgraue Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Erstmals entdeckt wurde Kosnarit in einem Pegmatit-Steinbruch am Mount Mica bei Paris im US-Bundesstaat Maine. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch Michael E. Brownfield, Eugene E. Foord, Stephen J. Sutley und Theodore Botinelly, die das Mineral nach dem Mineralienhändler Richard Kosnar (1946–2006) aus Colorado benannten. Da für die Analyse der Zusammensetzung auch Material aus dem nahe gelegenen Steinbruch am Black Mountain bei Rumford verwendet wurden, gilt auch dieser Fundort als Typlokalität für den Kosnarit.[6]
Das Mineralogenteam sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1991 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1991-022), die den Kosnarit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde 1993 im Fachmagazin American Mineralogist veröffentlicht.
Da der Kosnarit erst 1991 als eigenständige Mineralart anerkannt wurde, ist er in der letztmalig 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/A.17-010. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate [PO4]3−, ohne fremde Anionen“, wo Kosnarit als einziges Mineral eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VII/A.17 bildet.[4]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[8]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Kosnarit ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.AC.60 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Kosnarit die System- und Mineralnummer 38.04.12.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Hier findet er sich als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 38.04.12.[9]
Die einzigen weiteren bisher bekannten Fundorte sind die Jorge Pegmatite im District Jenipapo am Rio Jequitinhonha (Jequitinhonha-Tal) nahe der Gemeinde Itinga im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais und der zur Goldmine Yanacocha gehörende Tagebau Chaquicocha in der peruanischen Provinz Cajamarca (Stand 2025).[10]
Michael E. Brownfield, Eugene E. Foord, Stephen J. Sutley, Theodore Botinelly:Kosnarite, KZr2(PO4)3, a new mineral from Mount Mica and Black Mountain, Oxford County, Maine. In: American Mineralogist. Band78, 1993, S.653–656 (minsocam.org[PDF; 442kB; abgerufen am 27.November 2025]).
Paula C. Piilonen, Henrik Friis, Ralph Rowe, Glenn Poirier:Crystal structure determination of kosnarite, KZr2(PO4)3, from the Mario Pinto mine, Jenipapo district, Itinga, Brazil. In: The Canadian Mineralogist. Band58, Nr.5, 2020, S.637–652, doi:10.3749/canmin.2000044 (englisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 17. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 2,4MB; abgerufen am 27.November 2025]).
M. Sljukic, B. Matkovic, B. Prodic, D. Anderson:The crystal structure of KZr2(PO4)3. In: Zeitschrift für Kristallographie. Band130, 1969, S.148–161 (englisch, Digitalisat bei rruff.geo.arizona.edu (Memento vom 17. April 2024 im Internet Archive) [PDF; 653kB; abgerufen am 27.November 2025]).
Kosnarite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 27.November 2025(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.434 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789
Kosnarite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 53kB; abgerufen am 27.Mai 2026]).
1234Kosnarite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.Mai 2026(englisch).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine W. Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason, Abraham Rosenzweig:Dana’s New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, New York u. a. 1997, ISBN 0-471-19310-0, S.731.
↑
Fundortliste für Kosnarit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 27. Mai 2026.