Der Ursprung der Produktion von Sojasauce in Noda reicht bis in das Jahr 1630[4] oder 1661[5.1] zurück. Die Familien Mogi und Takanashi begannen dort mit der Herstellung und dem Verkauf von Sojasauce (japanisch醤油Shōyu). Seit 1781 existierte eine Gilde der Sojasaucenbrauereien in Noda.[6] Ab 1838 begannen erste Versuche, den Namen Kikkoman als Marke zu registrieren. Im selben Jahr wurde der Familienbetrieb zum Hoflieferanten des TokugawaShōgunates. Die Sauce wurde 1873 auf der Weltausstellung in Wien präsentiert. 1879 wurde die Marke in Kaliforniengeschützt. Auf der Weltausstellung 1883 in Amsterdam gewann die Sojasauce eine Goldmedaille. Im Juni 1887 bildete sich das, was der JapanologeW. Mark Fruin als das Noda shoyu cartel beschrieb. Die Produktion des Kartells verfünffachte sich zwischen 1887 und 1916.[6] Bereits 1910 gehörten sechs Brauereien zum Kartell.[5.1]
1917 gründeten die beiden Familien Mogi und Takanashi das Unternehmen mit dem Namen Noda Shōyu KK (野田醤油株式会社). Das Unternehmen entstand aus der Fusion von insgesamt acht kleineren Familienbetrieben. Damit endete die Transformation in ein privates Wirtschaftsunternehmen.[6] 1925 wurden drei weitere Brauereien übernommen, im Folgejahr erfolgte der Bau eines siebten Werkes.[5.1] 1936 wurde eine Fabrik zur Herstellung von Worcestershiresauce fertiggestellt. Zum 20. Jubiläum der Gründung der Noda Shōyu KK folgte der Bau der Brauerei Goyogura auf einer kleinen Insel in Noda. Hier wurde ab 1939 auf traditionelle Art die Sojasauce für das Japanische Kaiserhaus hergestellt.[5.2] 1949 ging das Unternehmen an die Börse.[7]
Im Oktober 1997 folgte die Eröffnung einer Fabrik in den Niederlanden, welche die europäische Produktion des Unternehmens übernahm.[8][10.2] Während der Absatz für Sojasauce auf dem heimischen Markt durch veränderte Essgewohnheiten der Japaner seit Jahren rückläufig ist, wächst das Unternehmen im Ausland.[11] Den Vertrieb in Deutschland hat 2006 die Develey Senf & Feinkost übernommen.[12]
Das Unternehmen ist Weltmarktführer bei der Produktion von Sojasauce,[11] die an 11 Produktionsstandorten in Japan, den USA, den Niederlanden, Singapur, Taiwan, China und seit 2021 auch in Brasilien hergestellt wird.[13][14] Der Bedarf des europäischen Marktes wird seit 1997 von der Produktionsstätte in Hoogezand-Sappemeer in den Niederlanden, die von der Kikkoman Foods Europe B.V. betrieben wird, abgedeckt.[10.2] Für die Geschäfte in Europa ist die in Düsseldorf ansässige Kikkoman Trading Europe GmbH zuständig. Im Konzern waren bis Ende 2025 insgesamt 7716 Mitarbeiter in 56 zugehörigen Unternehmen beschäftigt.[3]
Der bekannte Dispenser, den der Industriedesigner Kenji Ekuan 1961 entworfen hat
Der Unternehmensname besteht aus japanisch亀甲kikkō, deutsch ‚Schildkrötenpanzer‘ und 万man, deutsch ‚Zehntausend‘. Nach japanischer Sage lebt die Schildkröte zehntausend Jahre lang und ist so ein Sinnbild für Glück, Reichtum und ein langes Leben. Abgeleitet von der Form des Schildkrötenpanzers bezeichnet das Wort kikkō auch sechseckige Muster. Daher zeigt das Firmenlogo ein Sechseck, welches das Zeichen für Zehntausend in seiner alten Zeichenform (萬) umschließt.[8]
Die Marke gilt als Synonym für Sojasauce. Weite Verbreitung haben die ikonischen Dispenser, die der japanische IndustriedesignerKenji Ekuan im Jahr 1961 entworfen hat. Die Flasche in Tropfenform wurde bereits mehrere hundert Millionen Mal verkauft und ist weltweit in Haushalten sowie Restaurants im Einsatz.[17][5.3][18]
Neben verschiedenen Sojasaucen bietet das Unternehmen auch fertige Teriyakisaucen an.[19] Sie wurde ursprünglich 1965 als Diamond Teriyaki Sauce für die USA entwickelt und in Honolulu, Hawaii erstmalig hergestellt.[10.1] Das Unternehmen bietet weiterhin auch Ponzu, Poke Sauce, Sesamsauce, Ramenbasis, Worcestershiresauce und weitere Produkte an.[20][21]
Das Unternehmen betreibt das Kikkoman General Hospital in Noda. Bereits 1862 wurde von Arbeitern der Brauereien und deren Familien eine Klinik in Noda gegründet.[22] 1914 folgte die Gründung als Krankenhaus, welches seit 1918 vom Unternehmen betrieben wird. 1973 erhielt das Krankenhaus seinen heutigen Namen. Im August 2012 bezog das Krankenhaus einen Neubau.[23] Es ist das einzige Krankenhaus in Japan, das von einem Lebensmittelhersteller betrieben wird.[24]
123Sauce of success.How Yuzaburo Mogi of Kikkoman helped turn soy sauce into a global product.In:The Economist.8.April 2009,abgerufen am 2.August 2026(englisch).
William Shurtleff, Akiko Aoyagi:History of Kikkoman Corporation (1661-2022). Extensively Annotated Bibliography and Sourcebook. Hrsg.: Soyinfo Center. Lafayette (CA) 2022, ISBN 978-1-94843679-3 (englisch, soyinfocenter.com[PDF; 10,5MB]).
123W. Mark Fruin:From Philanthropy to Paternalism in the Noda Soy Sauce Industry: Pre-Corporate and Corporate Charity in Japan. In: Business History Review. Band56, Nr.2, 1982, S.168–191, doi:10.2307/3113975, JSTOR:3113975 (englisch).
↑Toshio Goto, Hitesh Shukla:Kikkōman Corporation, Japan: A Case Study on Family Business Longevity. In: The Journal of Entrepreneurship. Band34, Nr.4. SAGE Publications, 2025, ISSN0971-3557, S.996–1020, doi:10.1177/09713557251406378 (englisch).
123Martin Kölling:Erfolgsrezept.Wie Kikkoman mit Sojasauce die Welt erobern will.In:Die Welt.11.Dezember 2007,abgerufen am 2.August 2026.
William Shurtleff, Akiko Aoyagi:History of Soy Sauce (160 CE to 2021). Extensively Annotated Bibliography and Sourcebook. Hrsg.: Soyinfo Center. Lafayette (CA) 2012, ISBN 978-1-92891444-0 (englisch, soyinfocenter.com[PDF; 24,6MB]).