Japanische Sprache
| Japanisch (日本語 Nihongo) | ||||||||||||||
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Gesprochen in |
Japan, USA, Brasilien, Palau | |||||||||||||
| Sprecher | 127 Millionen Muttersprachler (geschätzt) | |||||||||||||
| Linguistische Klassifikation |
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| Offizieller Status | ||||||||||||||
| Amtssprache in | ||||||||||||||
| Sprachcodes | ||||||||||||||
| ISO 639-1 | ja | |||||||||||||
| ISO 639-2 | jpn | |||||||||||||
| ISO 639-3 | jpn | |||||||||||||
| bilabial | alveolar | alveolo- palatal |
palatal | velar | uvular | glottal | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | |
| Plosive | p | b | t | d | k | g | ʔ | |||||||
| Nasale | m | n | (ŋ) | (ɴ) | ||||||||||
| Taps/Flaps | ɾ ~ ɺ | |||||||||||||
| Frikative | (ɸ) | s | z | (ɕ) | (ʑ) | (ç) | h | |||||||
| Affrikate | (ʦ) | (ʣ) | (ʨ) | (ʥ) | ||||||||||
| Approximanten | j | w | ||||||||||||
Einige der Konsonanten bilden Allophone wie in der folgenden Tabelle beschrieben.
| Phonem | Allophon | Umgebungsbedingung | Beispiel |
|---|---|---|---|
| /g/ | [ŋ] | fakultativ, im Inneren eines Wortes | かぎ /kagi/ = [kaŋi] „Schlüssel“ |
| [g] | sonst, auch im Inneren eines Wortes | 外人 /gaiziɴ/ = [gaiʑiɴ] „Ausländer“ | |
| /s/ | [ɕ] | vor /i/ oder mit folgendem /j/ | 死者 /sisya/ = [ɕiɕa] „Toter“ |
| [s] | sonst | 住む /sumu/ = [sɯmɯ] „wohnen“ | |
| /z/ | [ʑ] | vor /i/ oder mit folgendem /j/; am Wortanfang auch [ʥ] |
時期 /ziki/ = [ʑiki] oder [ʥiki] „Periode“ |
| [z] | sonst; am Wortanfang auch [ʣ] | 蔵相 /zoosyoo/ = [zoːɕoː] oder [ʣoːɕoː] „Finanzminister“ | |
| /t/ | [ʨ] | vor /i/ oder mit folgendem /j/ | 地中 /tityuu/ = [ʨiʨɯː] „in der Erde“ |
| [ʦ] | vor /u/ | つつ /tutu/ = [ʦɯʦɯ] „Rohr“ | |
| [t] | sonst | 多々 /tata/ = [tata] „viel“ | |
| /d/ | [ʑ] | vor /i/ oder mit folgendem /j/ | ぢゃ /dya/ = [ʑa] „Tja!“ |
| [z] | vor /u/ | 続く /tuzuku/ = [ʦɯzɯkɯ] „dauern“ | |
| [d] | sonst | 同大 /doodai/ = [doːdaj] „selbe Größe“ | |
| /h/ | [ç] | vor /i/ oder mit folgendem /j/ | 表皮 /hyoohi/ = [çɔːçi] „Oberhaut“ |
| [ɸ] | vor /u/ | 夫婦 /huuhu/ = [ɸɯːɸɯ] „Ehepaar“ | |
| [h] | sonst | 方法 /hoohoo/ = [hoːhoː] „Methode“ | |
| /ɴ/ | [m] | vor /m, b, p/ | 散歩 /saɴpo/ = [sampɔ] „Spaziergang“ |
| [ŋ] | vor /k,g/ | 参加 /saɴka/ = [sɑŋka] „Teilnahme“ | |
| [ɴ] | im Auslaut | 自然 /sizeɴ/ = [ɕizɛɴ] „Natur“ | |
| [~] | vor /s, h, j, w/ und Vokalen, Nasalisierung des vorangehenden Vokals |
繊維 /sen'i/ = [sɛ̃i] „Faser“ | |
| [n] | sonst | 洗濯 /sentaku/ = [sɛntakɯ] „Wäsche“ |
Die Allophone zum Phonem /ɴ/ (auch als /N/ oder /ñ/ geschrieben) beziehen sich auf den mit der Kana ん geschriebenen Silbenschlussnasal. Dieses Phonem steht in Opposition zu dem mit den Kana aus der n-Reihe geschriebenen /n/, das immer als [n] realisiert wird: /tani/ [tani] ‘Tal’ vs. /taɴi/ [tãi] ‚(Maß)einheit‘.
Silben- bzw. Morenstruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Japanische Wörter lassen sich in jeweils gleich lange Einheiten, sogenannte Moren, aufteilen. Jede Mora besteht aus einem Vokal, einem Halbvokal (= y oder w) + Vokal, einem Konsonanten + Vokal oder einem palatalisierten Konsonanten (ky, sh, ch usw.) + Vokal (siehe yōon). Darüber hinaus bilden der Silbenschlussnasal ん (der als einzelne Mora zählt), die Längung eines Vokals und die silbenschließenden Konsonanten eine Mora. Das Wort Nissan besteht damit aus zwei Silben, aber vier Moren: Ni-s-sa-n. In den japanischen Silbenschriften (Hiragana und Katakana) wird jede Mora durch ein Zeichen dargestellt:
| Vokale | yōon | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| あ a | い i | う u | え e | お o | (ya) | (yu) | (yo) |
| か ka | き ki | く ku | け ke | こ ko | きゃ kya | きゅ kyu | きょ kyo |
| さ sa | し shi | す su | せ se | そ so | しゃ sha | しゅ shu | しょ sho |
| た ta | ち chi | つ tsu | て te | と to | ちゃ cha | ちゅ chu | ちょ cho |
| な na | に ni | ぬ nu | ね ne | の no | にゃ nya | にゅ nyu | にょ nyo |
| は ha | ひ hi | ふ fu | へ he | ほ ho | ひゃ hya | ひゅ hyu | ひょ hyo |
| ま ma | み mi | む mu | め me | も mo | みゃ mya | みゅ myu | みょ myo |
| や ya | ゆ yu | よ yo | |||||
| ら ra | り ri | る ru | れ re | ろ ro | りゃ rya | りゅ ryu | りょ ryo |
| わ wa | (ゐ wi) | (ゑ we) | を o (wo) | ||||
| ん n | |||||||
| が ga | ぎ gi | ぐ gu | げ ge | ご go | ぎゃ gya | ぎゅ gyu | ぎょ gyo |
| ざ za | じ ji | ず zu | ぜ ze | ぞ zo | じゃ ja | じゅ ju | じょ jo |
| だ da | ぢ (ji) | づ (zu) | で de | ど do | ぢゃ (ja) | ぢゅ (ju) | ぢょ (jo) |
| ば ba | び bi | ぶ bu | べ be | ぼ bo | びゃ bya | びゅ byu | びょ byo |
| ぱ pa | ぴ pi | ぷ pu | ぺ pe | ぽ po | ぴゃ pya | ぴゅ pyu | ぴょ pyo |
In der Tabelle sind die Moren einer Reihe immer mit demselben Konsonanten bzw. Halbvokal gebildet, die Moren einer Spalte mit demselben Vokal.
Zudem verdeutlicht die Tabelle gut die Allophone der jeweiligen Konsonanten.
Akzent
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Japanische besitzt einen melodischen Akzent (vgl. Wortakzent), bei dem die Betonung nicht wie im Deutschen durch eine größere Lautstärke und Intensität, sondern durch eine Veränderung der Tonhöhe erfolgt. Das Japanische ist jedoch keine Tonsprache, da Wörter keinen festgelegten, bedeutungstragenden Ton besitzen, wie in typischen Tonsprachen üblich (z. B. Chinesisch, Vietnamesisch, Thai). Der Akzent variiert allerdings von Dialekt zu Dialekt und teilweise innerhalb eines Dialekts regional, wobei die Dialekte von Nordost-Kantō, Süd-Tōhoku und Zentral-Kyūshū eine akzentlose Aussprache (mu-akusento) verwenden. Im Folgenden wird daher, sofern nicht anderes angegeben, der Akzent der japanischen Hochsprache betrachtet.
Morenakzent
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Tonhöhe ist im Japanischen nicht einzelnen Silben zugeordnet, sondern den oben beschriebenen Moren, die gleichmäßige metrische Maßeinheiten darstellen.
Grundsätzlich kann man sagen, dass jedes Kana auch eine einzelne More darstellt, wobei nur die kleinen ゃ, ゅ und ょ keine eigene More bilden, sondern mit dem vorangehenden Kana eine More bilden.
Der (hier nur in Kana geschriebene) Satz はじめにそういってくれればだれもしんぱいしないのに (In Hepburn transkribiert: Hajime ni sō itte kurereba dare mo shinpai shinai noni, „Hättest du das gleich zu Anfang gesagt, hätte sich keiner Sorgen zu machen brauchen“) lässt sich demnach wie folgt in Moren einteilen:
- ha | ji | me | ni | so | o | i | t | te | ku | re | re | ba | da | re | mo | shi | n | pa | i | shi | na | i | no | ni
Jede dieser Moren ist entweder hoch oder tief.
In der Standardsprache werden zwei Akzenttypen unterschieden, der unmarkierte und der markierte.
Der unmarkierte Akzent
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im unmarkierten (oder ebenen) Akzent ist die erste More tief und alle anderen Moren bis zur letzten Partikel des Satzgliedes (Bunsetsu) hoch.
- 友達が tomodachi=ga „der Freund“: T-H-H-H=H
Der markierte Akzent
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die letzte hochtonige More innerhalb des Satzgliedes gilt als markiert, alle folgenden Moren sind tieftonig. Wenn nicht die erste More auch die letzte (einzige) hohe More ist, ist auch sie im markierten Akzent immer tief. Alle Moren von der zweiten bis zur markierten sind auf jeden Fall hochtonig.
Man unterscheidet wiederum drei Markierungstypen:
- fallender Akzent: Die erste More ist markiert.
命が ínochi=ga „das Leben“: H-T-T=T - steigender Akzent: Die letzte More des Wortes (nicht des Satzgliedes) ist markiert.
お正月に oshōgatsú=ni „an Neujahr“: T-H-H-H-H=T - steigend-fallender Akzent: weder die erste noch die letzte More sind markiert, also alle verbleibenden Möglichkeiten
お巡りさんが omáwarisan=ga = „der Schutzmann“: T-H-T-T-T-T=T
Bestimmte, ansonsten homophone Wörter kann man so durchaus anhand ihrer Akzentmarkierung unterscheiden. Ein Beispiel hierfür wären 日が („der Tag“) und 火が („das Feuer“). Beide werden hi=ga ausgesprochen, im ersten Fall ist der Akzent T=H (unmarkiert), im zweiten H=T (fallend).
Da aber Flexion, Betonung, Sprechgeschwindigkeit oder auch dialektale Varianzen (einige Dialekte, wie der in Kumamoto, sind gar akzentlos) ohnehin zu Verschiebungen der Akzentmarkierung führen, wird im Japanischunterricht der Akzent in der Regel nicht unterrichtet, er ist kein notwendiges Mittel zur Bedeutungsunterscheidung.
Korrekte Akzentuierung ergibt sich für Ausländer am ehesten durch die Nachahmung der typischen Sprachmelodie.
Grammatik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Satzstellung des Japanischen ist SOP, Subjekt – Objekt – Prädikat. Das heißt, das Prädikat steht immer am Ende des Satzes bzw. Nebensatzes.
Das Japanische ist eine agglutinierende Sprache. Grammatische Formen werden gebildet, indem die Endung der Verben erweitert oder verändert wird; andere Satzteile werden durch Partikeln modifiziert.
Nomina
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nomina sind im Japanischen nicht veränderbar; ihre Funktion im Satz wird mit Hilfe von angehängten Partikeln markiert. Japanisch kennt im Gegensatz zum Deutschen kein grammatisches Genus (Geschlecht), keine Artikel und keinen Plural (Mehrzahl).
Partikeln
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der japanischen Sprache werden Kasus (Fälle) und Präpositionen durch Partikeln ausgedrückt, die an das Nomen angefügt werden. Angegeben sind in etwa die deutschen Entsprechungen:
| eki ga | der/ein Bahnhof (Subjekt, den Bahnhof betreffend, wenn nicht Satzthema) |
| eki wa | der/ein Bahnhof (Subjekt, den Bahnhof betreffend oder direktes Objekt, wenn Satzthema) |
| eki no | des/eines Bahnhofes (oder den Bahnhof betreffend, besitzanzeigend für Bahnhof) |
| eki ni | dem/einem Bahnhof oder (zu dem/einem, auf dem/einem, in dem/einem) und in Richtung (ähnlich he). Ort eines Gegenstandes. |
| eki (w)o | den/einen Bahnhof (direktes Objekt, wenn nicht Satzthema) |
| eki (h)e | in Richtung des/eines Bahnhofs |
| eki de | in dem/einem Bahnhof (Instrumental oder Lokativ: Ort einer Handlung) |
| u. v. a. | |
Beispiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Funktion der jeweiligen Partikel steht in eckigen Klammern:
- kare ga kuruma de eki e iku
- er [Subjekt] Auto [Mittel] Bahnhof [Richtung] gehen
- Deutsch: Er fährt mit dem Auto zum Bahnhof / in Richtung des Bahnhofs.
Eine zweite Gruppe von Partikeln wird an Sätze angefügt. Sie dient als Satzverbinder oder verändert den Sinn eines Satzes:
| atsui desu | Es ist heiß. |
| atsui desu yo | Es ist heiß! (mit der Voraussetzung, dass der Angesprochene dies noch nicht weiß). |
| atsui desu ka | Ist es heiß? |
| atsui desu ne | Es ist heiß, nicht wahr? |
Lehnwörter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 3. Jahrhundert übernahm das Japanische zusammen mit der chinesischen Schrift zahlreiche chinesische Lehnwörter, die an die japanische Aussprache angepasst wurden. Ein großer Teil des heutigen japanischen Wortschatzes besteht aus diesen angeglichenen Begriffen.
Mit der Ankunft des Jesuiten Francisco de Xavier 1549 begannen die direkten europäisch-japanischen Kulturkontakte. Bis 1639 fand der Austausch vorwiegend über portugiesische Missionare und Kaufleute statt, was zur Übernahme einiger portugiesischer Vokabeln führte. Dazu gehören beispielsweise pan (パン, von pão, dt. „Brot“), botan (ボタン, von botão, dt. „Knopf“) oder tempura (テンプラ, in Backteig frittiertes Gemüse und Fisch, von lateinisch tempora, [Fasten]zeiten).
Seit 1609 unterhielt die Niederländische Ostindien-Kompanie eine Handelsniederlassung in Japan – zunächst in Hirado. Nach der Vertreibung aller anderen Europäer wurde die Station dann 1641 nach Nagasaki verlegt. Bis ins 19. Jahrhundert fand der Austausch mit dem Westen durch das Medium der niederländischen Sprache statt, was auch sprachliche Auswirkungen hatte: kōhī (von koffie, dt. „Kaffee“).
Wie in China gab man diese fremden Termini phonetisch mithilfe chinesischer Schriftzeichen wieder, z. B. 珈琲 (kōhī), doch findet sich schon in Handschriften des 17. Jahrhunderts die heute dominierende Verwendung der Silbenschrift Katakana.
Mit der Öffnung des Landes 1853 und dem Beginn der Meiji-Zeit 1868 strömte eine Fülle neuer Konzepte und Termini ins Land, die teils in der Form von Lehnwörtern, teils aber auch in der Form von Lehnübersetzungen in den Wortschatz eingegliedert wurden: z. B. minshushugi (民主主義, Demokratie), jidōsha (自動車, Automobil), tetsudō (鉄道, Eisenbahn). Einige dieser mit chinesischen Zeichen geschriebenen Lehnübersetzungen fanden auch Eingang in die chinesische Sprache.
Andere Wörter wurden phonetisch übertragen. Ihr Anteil an der japanischen Sprache beträgt mittlerweile ca. 10–15 % und variiert je nach Sachgebiet. Zur Wiedergabe nutzt man heute nahezu ausschließlich die Silbenschrift Katakana, die sich mit Ausnahme von 'n' allerdings nicht dazu eignet, einzelne Konsonanten darzustellen. So wird 'k' stets als 'ka', 'ki', 'ku', 'ke' oder 'ko' geschrieben, z. B. im Falle des deutschen Wortes „Kranke“ als kuranke. Dazu kommen Unterschiede im Phonemsystem, die beispielsweise dazu führen, dass 'l' und 'r' mit denselben Silbenzeichen ('ra', 'ri', 'ru', 're', 'ro') dargestellt werden, weil das Japanische keine Trennung dieser Phoneme kennt. Zuweilen findet man auch andere Lösungen. So wird „tower“ (Turm) als タワー tawā, „towel“, Handtuch dagegen als タオル taoru geschrieben und gesprochen.
Lange Fremdwörter werden gerne verkürzt. So ist aus dem englischen personal computer das Wort pasokon パソコン geworden, rabuho ラブホ steht für Love Hotel.
Auch deutsche Lehnwörter sind im Japanischen zu finden (z. B. arubaito アルバイト von Arbeit, im Sinne von Teilzeitjob). Von Mitte des 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein orientierte sich die japanische Medizin an der deutschen. In der Ärzteausbildung und der klinischen Praxis wimmelte es daher von deutschen Vokabeln, von denen sich einige in der Alltagssprache festgesetzt haben, und die Krankenberichte wurden auf Deutsch in lateinischer Schrift geschrieben. Daher haben sich vor allem in der Medizin viele Begriffe erhalten (z. B. karute カルテ, Patientenkarte). Auch in der Philosophie (z. B. geshutaruto ゲシュタルト, Gestalt; idē イデー, Idee) und beim Bergsteigen (z. B. shutaikuaizen シュタイクアイゼン, Steigeisen, ēderuwaisu エーデルワイス, Edelweiß) finden sich deutsche Lehnwörter; Recht und Militärwesen sind weitere Bereiche.[13]
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt das Japanische große Mengen von Wörtern aus dem Englischen, die meisten Begriffe des „modernen Lebens“ fallen im heutigen Japanisch in diese Kategorie. Insbesondere sind dabei die Bereiche Wirtschaft, Technik, Computer, Popkultur, Medien und Werbung zu nennen.
Wie in allen Sprachen beobachtet man auch im Japanischen oft einen Bedeutungswandel der übernommenen Termini. Darüber hinaus gibt es im Japanischen zahlreiche Scheinanglizismen (z. B. naitā (nighter), Baseballspiel spätabends).
Sprachbeispiel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1:
- すべての
人間 は、生 まれながらにして自由 であり、かつ、尊厳 と権利 とについて平等 である。人間 は、理性 と良心 とを授 けられており、互 いに同胞 の精神 をもって行動 しなければならない。 - [14]
- subete no ningen wa, umarenagara ni shite jiyū de ari, katsu, songen to kenri to ni tsuite byōdō de aru. ningen wa, risei to ryōshin to o sazukerarete ori, tagai ni dōhō no seishin o motte kōdō shinakereba naranai.
- Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gesprochene Sprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zahlen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kultur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 大野晋 日本語の起源 (Ōno Susumu: Nihongo no kigen = Die Entstehung der japanischen Sprache), Tokyo 1957.
- Association for Japanese-Language Teaching: Japanisch im Sauseschritt 1 Universitätsausgabe mit Kana und Kanji. Doitsu Center Ltd., Tokyo 2002, ISBN 4-9900384-5-2 (offiziell an den deutschen Volkshochschulen verwendetes Lehrbuch).
- Jonathan Bunt: The Oxford Japanese Grammar and Verbs. Oxford University Press, Oxford 2003, ISBN 0-19-860382-7.
- Detlef Foljanty, Hiroomi Fukuzawa: Japanisch intensiv. (3 Bände). 3., vollständig neu bearbeitete Auflage. Helmut Buske Verlag, Hamburg 1998, ISBN 978-3-87548-137-2.
- Bruno Lewin: Abriß der japanischen Grammatik auf der Grundlage der klassischen Schriftsprache. Harrassowitz, Wiesbaden 1959.
- Christine Liew: Japan 2.0 – Eine Lesetour durch Social Media und andere Welten. Helmut Buske Verlag, Hamburg 2012, ISBN 978-3-87548-625-4.
- Roy Andrew Miller: Die japanische Sprache. 2., unveränderte Auflage. Iudicium Verlag, München 2000, ISBN 3-89129-484-0.
- Keiichiro Okutsu, Akio Tanaka: Japanisch. Eine Einführung in Grammatik und Wortschatz. (日本語への招待) In: The Japan Foundation, 国際交流基金 Kokusai Kōryū Kikin (Hrsg.) 1., Auflage. Julius Groos Verlag, Tübingen 2013, ISBN 978-3-87276-883-4 (übersetzt und bearbeitet v. Hansbert Bertsch).
- Jens Rickmeyer: Japanische Morphosyntax. Julius Groos Verlag, 1995 Heidelberg, ISBN 3-87276-718-6.
- Eriko Sato: Japanese Demystified. 2. Auflage. McGraw Hill, New York 2013, ISBN 978-0-07-179771-9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche, gute Einführung in die japanische Sprache und Schrift für Anfänger).
Japanisch und Koreanisch:
- Barbara E. Riley: Aspects of the Genetic Relationship of the Korean and Japanese Languages. Ph. D. Thesis, University of Hawaii, 2003.
Japanisch und die Sprache von Koguryo:
- Christopher I. Beckwith: Koguryo – The Language of Japan’s Continental Relatives. 2. Auflage. Brill, Leiden u. Boston 2007, ISBN 978-90-474-2028-6 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Japanisch und Austronesisch:
- Paul K. Benedict: Japanese – Austro-Tai. Karoma Publishers, Inc., Ann Arbor 1990, ISBN 978-0-89720-078-3 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Shichiro Murayama: The Malayo-Polynesian component in the Japanese language. In: The Journal of Japanese Studies. Bd. 2/2, 1976, ISSN 0095-6848, S. 413–436.
- Alexander Vovin: Is Japanese related to Austronesian? In: Oceanic Linguistics. Bd. 33/2, 1994, ISSN 1527-9421 S. 368–390.
Sprachzertifizierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- JLPT – Japanese Language Proficiency Test
- T.JL – Test of Japanese as Foreign Language
- JETRO-Test – Business Japanese Proficiency Test
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Linkkatalog zum Thema Japanisch bei curlie.org (ehemals DMOZ)
- Jens Rickmeyer, Japanisch und der altaische Sprachtyp – eine Synopsis struktureller Entsprechungen. (PDF; 553 kB) von der Ruhr-Universität Bochum
- Linksammlung und Onlineressourcen der Fakultät für Ostasienwissenschaften. von der Ruhr-Universität Bochum
- Vaclav Blazek, Current Progress in Altaic Etymology. (PDF, englisch; 568 kB)
- Umfangreicher Online-Einführungskurs in die japanische Sprache. (japanisch, englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Usage statistics of content languages for websites. In: w3techs.com. Abgerufen am 29. April 2025 (englisch).
- 1 2 Alexander Vovin: Origins of the Japanese Language. In: Oxford Research Encyclopedia of Linguistics. 26. September 2017, doi:10.1093/acrefore/9780199384655.013.277 (englisch).
- 1 2 Alexander Vovin: Out of Southern China? (academia.edu [abgerufen am 21. Juli 2019]).
- ↑ RECONSTRUCTING THE LANGUAGE MAP OF PREHISTORICAL NORTHEAST ASIA - Juha Janhunen Studia Orientalia 108 (2010)
- ↑ Sean Lee, Toshikazu Hasegawa: Bayesian phylogenetic analysis supports an agricultural origin of Japonic languages. In: Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences. Band 278, Nr. 1725, 22. Dezember 2011, ISSN 0962-8452, S. 3662–3669, doi:10.1098/rspb.2011.0518, PMID 21543358, PMC 3203502 (freier Volltext).
- ↑ Alexander Vovin: From Koguryo to Tamna: Slowly riding to the South with speakers of Proto-Korean Korean Linguistics. 15 (2), 2013, S. 222–240.
- ↑ John Whitman: Northeast Asian Linguistic Ecology and the Advent of Rice Agriculture in Korea and Japan. In: Rice. Band 4, Nr. 3, 1. Dezember 2011, ISSN 1939-8433, S. 149–158, doi:10.1007/s12284-011-9080-0.
- ↑ J. Marshall Unger: The role of contact in the origins of the Japanese and Korean languages. University of Hawaii, Honolulu 2009
- ↑ Alexander Vovin: Proto-Japanese beyond the accent system. In: Current Issues in Linguistic Theory. 2009 (academia.edu [abgerufen am 7. Februar 2017]).
- ↑ Ian Joo: Phonological Areas in Eurasia. Hrsg.: The Hong Kong Polytechnic University. Februar 2024, S. 67.
- ↑ Javanese influence on Japanese – Languages of the World. In: Languages of the World. 9. Mai 2011 (languagesoftheworld.info [abgerufen am 25. Juli 2018]).
- ↑ Alexander Vovin: Is Japanese Related to Austronesian? In: Oceanic Linguistics. Band 33, Nr. 2, 1994, S. 369–390, doi:10.2307/3623134, JSTOR:3623134.
- ↑ hayeschr: dohlus.pdf — Institut für Asien- und Afrikawissenschaften. (PDF) Abgerufen am 30. Dezember 2019.
- ↑ Vollständige Aufnahme der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte als Audiodatei (OGG; 11,4 MB) bei LibriVox.









