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Ken Wilber

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Ken Wilber (2006)

Kenneth „Ken“ Earl Wilber Jr. (* 31. Januar 1949 in Oklahoma City) ist ein US-amerikanischer graduierter Biochemiker und Autor im Bereich der Transpersonalen Psychologie und der Integralen Theorie. Seine Kernthesen lauten, dass die Menschenbilder der östlichen[1] und der westlichen Kulturen auf ein gemeinsames Grundmodell zurückgeführt werden können und sich die spirituellen Geistesströmungen aller Zeiten trotz unterschiedlicher Ausdrucksweise weitgehend gleichen. Dies versucht er mit seinen Schriften zu den Themen Psychologie, Philosophie, Mystik und spirituelle Evolution nachzuweisen. Ken Wilber kann aus philosophischer Sicht als „kritischer Realist“ oder auch als „integraler Pluralist“ betrachtet werden.

Ken Wilber wurde 1949 in Oklahoma City geboren.[2] Sein Vater Kenneth Earl Wilber Sr. (1923–2013)[3] war bei der Air Force und Wilbers Familie lebte später auf den Bermudas, in El Paso in Texas, Idaho und Great Falls in Montana, wo er die High School besuchte. Seine Mutter war Allie Lucille (Lucy) Wilber (1924–2019),[4] geborene Simpkins.

Die High School schloss er als Jahrgangsbester in Lincoln, Nebraska ab. 1967 schrieb er sich als Medizinstudent an der Duke University in Durham, North Carolina, ein, danach an der staatlichen University of Nebraska-Lincoln, wieder in Lincoln. Er verließ die Universität zwar ohne einen Abschluss in Medizin, aber mit dem akademischen Grad eines Bachelors in den Hauptfächern Chemie und Biologie sowie einem Master-Abschluss in Biochemie. Eine Dissertationsschrift in Biochemie und Biophysik über die „Photoisomerisierung von Rhodopsin in den äußeren Segmenten von Rinder-Augenstäbchen“ (englisch Thesis: “On the photoisomerization of rhodopsin in bovine rod outer segments.”)[5][6] reichte er nicht ein. Er bemerkt zu dieser Epoche seines Lebens:

„Und so schaffte ich zwar einen guten Abschluss, aber mein Herz war einfach nicht bei der Sache. Andere Fragen, mit denen Biochemie, Medizin, und Naturwissenschaft sich im allgemeinen einfach nicht befassen, drängten sich für mich in der Vordergrund, alberne Fragen wie: ‚Wer bin ich?‘ – ‚Was ist der Sinn des Lebens?‘ – ‚Weshalb bin ich hier?‘“[7]

So widmete er sich verstärkt seinen bereits zuvor betriebenen autodidaktischen Studien auf den Gebieten Psychologie, Religionen der Welt, indische und fernöstliche Philosophie und Spiritualität und begann, regelmäßig zu meditieren.[8] Das erste Ergebnis war das 1977 erschienene Buch The Spectrum of Consciousness.[9] Einfluss auf sein Schreiben hatte Alan Watts mit dessen Texten er sich intensiv auseinandersetzte.[10] Daneben jobbte Wilber als Tellerwäscher.[11]

1973 hatte er in erster Ehe Amy Wagner Wilber Winn geheiratet.[12] 1981 ließ das Paar sich scheiden, sie blieben aber gute Freunde.[13]

Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, hatte Wilber Nachhilfeunterricht für Studierende gegeben. 1972 lernte er dabei Amy Wagner kennen, eine Teilnehmerin seiner Kurse. Nach einem Jahr heiratete das Paar. Während Wagner in einer Buchhandlung arbeitete, widmete sich Wilber weiterhin seinen Studien. Zur Finanzierung des gemeinsamen Haushalts übte er in den folgenden Jahren verschiedene Tätigkeiten aus, darunter als Tellerwäscher, Geschirrabräumer in Restaurants und Kassierer in einem Supermarkt.[14]

1978 beteiligte sich Wilber, zusammen mit Jack Crittenden[15][16], an der Gründung der Zeitschrift „ReVision: A Journal of Consciousness and Transformation“[17] (deutsch: „Rückschau: ein Journal für Bewusstsein und Transformation.“) und übernahm redaktionelle Aufgaben, die seine Anwesenheit in Cambridge (Massachusetts) erforderlich machten. Als Amy Wagner gleichzeitig ein berufliches Angebot an einem anderen Ort erhielt und die Ehe des Paares bereits belastet war, ließen sich beide 1981 einvernehmlich scheiden.[18] Nach dem wirtschaftlichen Misserfolg von ReVision und einer für ihn unbefriedigenden Zeit in Cambridge folgte Wilber einer Einladung von Roger Walsh und Frances Vaughan nach Tiburon bei San Francisco. Dort begegnete er 1983 Terry (später Treya[19]) Killam, die später seine zweite Ehefrau wurde.

1983 begegnete Wilber seiner großen Liebe, Terry Killam (1946–1989),[20] sie heirateten wenige Monate später, am 26. November 1983. Zeitgleich zur Hochzeit erhielt sie die Diagnose Brustkrebs. Wilber schränkte für einige Jahre seine Schriftstellertätigkeit ein, um sie seelisch unterstützen und pflegen zu können. 1987 zog das Ehepaar nach Boulder (Colorado), wo Terry 1989 verstarb. Chögyam Trungpa hatte in Boulder das Naropa Institute gegründet. Terry widmete sich ihrer Glasmalerei.[21]) Über die gemeinsamen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit dem Leiden und dem Tod schrieben sie das Buch Grace and Grit, das 1991 erschien.

1997 lernte Wilber bei seiner Arbeit an der Naropa University die Sozialarbeiterin Marcia Kay Walters[22] kennen; sie heirateten am 24. Juni 2001[23], trennten sich aber schon nach einem Jahr.[24][25] Nach biographischen Darstellungen sollen unterschiedliche Vorstellungen über eine Familiengründung zur Trennung beigetragen haben.

In den zahlreichen Veröffentlichungen nach dem Tod Terrys arbeitete Wilber seine Thesen und Theorien weiter aus. 2011 war er Mitbegründer des Center for World Spirituality[26], das 2014 in Center for Integral Wisdom umbenannt wurde. Dort arbeitete er mit dem ehemaligen orthodoxen Rabbiner Marc Gafni u. a. zusammen.

Wilber lebt und arbeitet in Denver.

Wilbers Theorien

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Schaffensphasen

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Die Theologin Sandra Hauser (2024)[27] unterscheidet in ihrer Darstellung des Werkes von Ken Wilber „fünf Schaffensphasen“, die unterschiedliche theoretische Schwerpunkte seiner Entwicklung markieren und an eine von Wilber selbst vorgenommene Einteilung in vier Schaffensphasen anknüpfen.[28]

  • 1. Phase (1977–1979): romantisch-jungianische Phase. Sie ist geprägt durch die Vorstellung einer ursprünglichen Einheit des Bewusstseins; Spiritualität erscheint als Rückkehr zu einer ursprünglichen Einheit. Zentrales Werk: The Spectrum of Consciousness (1977).
  • 2. Phase (1980–1982): entwicklungspsychologische Phase. Spirituelle Entwicklung wird nun als auf die Ich-Entwicklung folgend verstanden; Wilber integriert Ansätze der westlichen Entwicklungspsychologie und formuliert die sogenannte „Prä/Trans-Verwechslung“ („pre/trans fallacy“). Zentrale Werke: The Atman Project (1980) und Up from Eden (1981).
  • 3. Phase (1983–1987): Phase differenzierter Entwicklungslinien. Wilber entwickelt ein Modell multipler Entwicklungslinien, in dem kognitive, emotionale, moralische und spirituelle Entwicklung unterschieden werden. Zentrale Werke: Transformations of Consciousness (1986) und Eye to Eye (1983).
  • 4. Phase (1995–2002): integrale Phase. In dieser Phase entsteht das integrale AQAL-Modell („all quadrants, all levels“) mit den vier Quadranten als umfassendem metatheoretischem Rahmen. Zentrale Werke: Sex, Ecology, Spirituality (1995), A Brief History of Everything (1996) und The Eye of Spirit (1997).
  • 5. Phase (seit 2002): postmetaphysische Phase. Die integrale Theorie wird unter Einbeziehung postmoderner und sprachphilosophischer Ansätze weiterentwickelt; religiöse und spirituelle Aussagen werden stärker perspektivisch verstanden. Zentrales Werk: Integral Spirituality (2006).

Als Hauptwerk Wilbers galt lange Zeit das 1995 erschienene Eros Kosmos Logos (Originaltitel: englisch Sex, Ecology, Spirituality). Darin befasst er sich im ersten Teil mit Systemtheorien, im zweiten mit Philosophiegeschichte unter Bezug auf andere Wissenschaftszweige wie Physik, Biologie, Soziologie oder Psychologie. Dabei zieht er auch sozialphilosophische Konzepte heran, etwa von Jürgen Habermas, um die intersubjektive Dimension menschlicher Entwicklung und Kommunikation zu berücksichtigen. Zusätzlich fließen religiöse Gedanken und Elemente der Naturphilosophie in Wilbers Denken ein. Er intendiert, miteinander konkurrierende Denkschulen und Wissenschaftsdisziplinen in einer philosophischen „Theorie von allem“ (Theory of Everything) zu vereinen.

In Integrale Spiritualität (2007) postuliert er die Notwendigkeit der Integration von Spiritualität in der Moderne und Postmoderne, zugleich die Entwicklungsmöglichkeiten von in der Vormoderne fixierter Religionen, die diese Integration ermöglichen könnten. Hierfür beruft er sich auf Theologen wie Hans Küng, Raimon Panikkar, John Shelby Spong, Stanley Grenz und Kevin J. Vanhoozer. Mit Allan Combs arbeitete er mehrfach zur Integralen Theorie zusammen, er galt als ein wichtiger Vertreter der integralen Bewusstseinsforschung. Wilber bezog sich unter anderem auf Combs Arbeiten zur Verbindung von Bewusstsein, Systemtheorie und Neurowissenschaften. Der Begriff der Bewusstseinszustände wurde in der sogenannten Wilber-Combs-Gitterformel (englisch Wilber-Combs lattice)[29] weiter präzisiert. Diese besagt, dass Bewusstseinszustände von der Ebene oder Hauptstruktur des Bewusstseins, die in der jeweiligen Person wirkt, erlebt und unmittelbar interpretiert werden. Auf diese Weise können relativ hohe Bewusstseinszustände von mehr oder weniger entwickelten und reifen Personen interpretiert werden.

Wilbers rund 20 Bücher wurden bisher in bis zu 30 Sprachen veröffentlicht.

Er ist außerdem Mitbegründer der integralen Internetplattform Integrallife.com.

In seinen früheren Schriften nahm Wilber, als einer der Hauptvertreter der Transpersonalen Psychologie, eine Position ein, von der er sich zwischenzeitlich wieder distanzierte. Im Jahre 1977 hatte er sein erstes Buch The Spectrum of Consciousness[30] veröffentlicht, in dem er bereits damals versuchte, Wissen aus unterschiedlichen Bereichen zu integrieren. Er beteiligte sich 1978 auch an der Herausgabe der Zeitschrift „ReVision“.[31] Dann folgte die Publikation des The Atman Projects[32], in dem er seine Idee eines "Bewusstseinsspektrums" in einen persönlichen Entwicklungskontext stellte. In seinen späteren Schriften präferierte Wilber ganz den integralen Ansatz, der auf eine Zusammenschau und Integration der verschiedenen Disziplinen unterschiedlichster Wissenschaften beruht.[33]

Ken Wilber befasst sich mit der Zusammenführung von Philosophie, Wissenschaft und Religion, den Erfahrungen der Mystiker und der Meditation. Er sieht sich als Protagonist des Integralen Denkens und als Vertreter einer post-postmodernen, postmetaphysischen und postrationalen Spiritualität des „Neo-Perennialismus“ (in Abgrenzung zur eigentlichen Philosophia perennis). Seine integrale Philosophie orientiert sich an fernöstlichen Weisheitstraditionen des Nicht-Dualismus und soll diese weiterentwickeln.[34]

Wilber beruft sich auf die Lehren von Plotin, Meister Eckhart, Sri Aurobindo, des deutschen Idealismus, des Advaita-Vedanta-Hinduismus, des tibetischen Buddhismus, von Jean Gebser, Jürgen Habermas, Jean Piaget, Lawrence Kohlberg, Arthur Koestler, Teilhard de Chardin, Alfred North Whitehead, Clare W. Graves, Rupert Sheldrake, Jiddu Krishnamurti und vielen anderen. Er will die Stärken und Schwächen verschiedener weltanschaulicher und philosophischer Richtungen aufzeigen und einen theoretischen Rahmen entwickeln, in dem verschiedene Traditionen Platz haben. Deshalb trägt diese Denkrichtung die Bezeichnung „Integrale Theorie“.[35]

4-Quadranten-Modell in Anwendung auf eine „integrale Politik“
Die beiden rechten Quadranten enthalten Holone die für objektive oder äußere Wirklichkeiten stehen („OR-“ („Es“-Sprache, „externe individuelle Sicht“) und „UR-“ („Sie“- „externe kollektive Sicht“ ≈ „Es“-Sprache) Quadranten), die beiden linken Quadranten stehen für subjektive oder innere Wirklichkeiten („OL“ („Ich“-Sprache, „interne individuelle Sicht“) und „UL“- („Wir“-Sprache, „interne kollektive Sicht“))
[36] Bedeutsam für das Verständnis ist, dass es sich bei jedem Quadranten um eine Holarchie handelt, d. h. jeder Quadrant entwickelt sich in Richtung zunehmener Tiefe und Komplexität.[37]

Vier Quadranten Modell (englisch Four Quadrant Model)

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Mit dem integralen Ansatz versucht er mittels eines Systems, eine „übergreifende Ordnungsstruktur“ in die Modelle bzw. Vorstellungen zu bringen, die jeweils einen Teil der Wirklichkeit zu beschreiben versuchen. Diese übergreifende Ordnungsstruktur wurde mit den Buchstaben „AQAL“ abgekürzt, die für „Alle Quadranten, Ebenen, Linien, Zustände und Typen“ (englisch all quadrants, all levels, all lines, all states, all types) stehen. Grundlage ist, dass je nach Perspektive, die eingenommen werde, die Beschreibung der Wirklichkeit verschieden aussehe, sodass eine Betrachtung einzig aus einem Blickwinkel heraus ein unvollständiges Modell der Wirklichkeit liefere. Daher seien alle Perspektiven gleichermaßen von Bedeutung.[38]

Ken Wilbers Unterscheidungen von Ebenen, Linien, Zuständen, Typen und Quadranten lassen sich als formale Kategorien zur Beschreibung komplexer, sich entwickelnder Systeme verstehen. Sie sind nicht notwendig auf menschliches Bewusstsein zentriert, sondern markieren allgemeine Differenzierungsachsen, entlang derer sich Organisation, Funktion und Perspektivität entfalten können, (siehe unten).[39]

  • Ebenen bezeichnen qualitative Organisations- oder Entwicklungsstufen, auf denen neue Strukturen, Funktionen oder Sinnzusammenhänge emergieren, wobei jede Stufe die vorhergehenden integriert, ohne auf sie reduzierbar zu sein.
  • Linien beschreiben unterschiedliche Entwicklungsdimensionen oder Funktionsachsen – etwa Fähigkeiten oder Intelligenzen –, die sich relativ unabhängig voneinander entfalten können.
  • Zustände verweisen auf temporäre Konfigurationen oder Aktivitätsmodi, die sich verändern können, ohne die grundlegende Organisationsstufe zu verschieben.
  • Typen markieren stabile, nicht-hierarchische Variationsformen oder Muster, in denen sich Strukturen ausdrücken.
  • Die Quadranten schließlich bezeichnen unterschiedliche, gleichrangige Beschreibungszugänge: die Innen- und Außenseite individueller Einheiten sowie die Innen- und Außenseite kollektiver Ordnungen.[40]

Innerhalb dieses Rahmens erscheint Bewusstsein nicht als universaler Ausgangspunkt, sondern als ein kontingentes Phänomen, das auf bestimmten Ebenen als Innenaspekt komplexer Organisation auftritt. Zugleich dienen diese Kategorien in Wilbers integralem Modell dazu, die Vielschichtigkeit menschlicher Bewusstseinsentwicklung systematisch zu erfassen, Unterschiede und Entwicklungsverläufe verständlich zu machen und eine integrative Perspektive auf menschliche Entwicklung zu ermöglichen.[41]

Die vier Quadranten beschreiben, im Allgemeinen, vier grundlegende Perspektiven, aus denen die Wirklichkeit betrachtet werden kann, etwa weitere Personen oder Lebewesen, Sachverhalte oder Gegenstände.

  • Ebenen (englisch all levels) beschreiben den Entwicklungsstand eines Menschen in Bezug auf sein Bewusstsein. Menschen entwickelten sich schrittweise, eben in Stufen, von einer (Bewusstseins-)Ebene zur nächsten.
  • Entwicklungslinien (englisch all lines) zeigen die differenten Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Menschen an, z. B. Kognition, Moral, Emotion.
  • Zustände (englisch all states) beschreiben die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit über die Zeit. Aber auch emotionale Zustände bestimmen das subjektive Erleben und Handeln. Bewusstseinszustände verändern sich regelmäßig. So führten, neben den physiologischen Zuständen wie Wachen, Träumen und Tiefschlaf, auch veränderte oder außergewöhnliche Bewusstseinszustände, etwa in der Meditation oder bei „Gipfelerfahrungen“ (englisch Peak-Experience nach Abraham Maslow) o. ä. zu intensiven Erlebnissen und Erkenntnissen.
  • Typen (englisch all types) beschreiben die verschiedenen Persönlichkeitstypen bzw. -charakteristiken, welche unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe, die Unterschiede zwischen den Menschen aufzeigten. Diese führen in aller Regel zu unterschiedlichem Empfinden, Denken und Verhalten.[42]
Ideengeschichtliche Parallelen zwischen E. F. Schumacher und Ken Wilber
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Frank Visser (2002)[43] hat auf deutliche strukturelle Parallelen zwischen dem „Vier-Quadranten-Modell“ von Ken Wilber in Sex, Ecology, Spirituality: The Spirit of Evolution (1995) und den erkenntnistheoretischen Unterscheidungen in A Guide for the Perplexed (1977) von E. F. Schumacher hingewiesen. Schumacher entwickelt dort ein Schema von vier „fields of knowledge“, das sich aus den Achsen „inner–outer“ sowie „self–others“ ergibt. Daraus entstehen die Bereiche des eigenen inneren Erlebens („my inner experience“), des inneren Erlebens anderer („the inner experience of other beings“), des äußerlich beobachtbaren Organismus („my organism as observed from outside“) sowie der äußeren sozialen und materiellen Welt („the external world“).

Visser zufolge lassen sich diese Bereiche weitgehend mit Wilbers später formulierten vier Quadranten in Beziehung setzen: dem „Upper Left“ (UL, subjektiv-individuell), dem „Lower Left“ (LL, intersubjektiv-kulturell), dem „Upper Right“ (UR, objektiv-individuell) und dem „Lower Right“ (LR, interobjektiv-systemisch). Die Zuordnung erfolgte dabei, bei Schumacher, in der Reihenfolge: „my inner experience“ ↔ „Upper Left“, „the inner experience of other beings“ ↔ „Lower Left“, „my organism as observed from outside“ ↔ „Upper Right“ sowie „the external world“ ↔ „Lower Right“.

Während Schumacher diese vier Bereiche primär epistemologisch als unterschiedliche Formen menschlicher Erkenntnis auffasst, entwickelte Wilber daraus ein umfassendes ontologisches und entwicklungsorientiertes Modell der Wirklichkeit innerhalb seiner „Integral-Theorie“. Visser interpretiert die Ähnlichkeiten daher als ideengeschichtliche Nähe beider Ansätze, ohne daraus zwingend eine direkte Übernahme abzuleiten.[44][45]

Wilbers Begriffe

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Wilber unterscheidet durchgängig[46] zwei scheinbar gleiche Paare von Begriffen, deren erster „umgangssprachlich“ und deren zweiter in „erweiterter Form“ verwendet wird. Die zweite Form wird in der deutschen Übersetzung durch eine besondere Schreibweise gekennzeichnet:

umgangssprachlich
engere Bedeutung
erweiterte Form
höhere Bedeutung
noosphärische“ Kraft Geist
der denkende Geist oder Verstand
GEIST
der transzendente Geist, die höchste Allmacht („Gott“)
„Alles“: die Gesamtheit Kosmos
das materielle Universum, der Weltraum
Kósmos
die Gesamtheit von Materie, Leben, Geist und GEIST
Persönliches Schicksal Dämon
böser Geist, selbstzerstörerisches Handeln
Daimon
leitender Geist, höheres Selbst

Die erweiterte Form enthält und umschließt den umgangssprachlichen Begriff, ist also in Wilbers Terminologie auf einer höheren holarchischen Ebene angesiedelt.

Diese „doppelte“ Verwendung von Begriffen (in eingeschränkter bzw. universeller Form) findet man in vielen Philosophie-Bereichen, beispielsweise beim Begriff „Seele“. Bei „Kósmos“ soll durch den Akzent auf dem „o“ die altgriechische Bedeutung anklingen.

Theorie der Ebenen

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Ein Grundgedanke in Wilbers Theorien sind Bewusstseinsebenen, die das Individuum nach seiner Ansicht im Laufe der Persönlichkeitsentwicklung durchläuft. Er weist dabei auf Parallelen zu Modellen anderer Autoren hin, die unterschiedliche Abstufungen, aber grundsätzlich eine vergleichbare Abfolge von Stufen postulieren, so etwa bei Jean Gebser (Kultur), Don Beck, Christopher C. Cowan/Spiral Dynamics (Werte), Abraham Maslow (Bedürfnisebenen), Jean Piaget (kognitive Entwicklung),[47] Erik H. Erikson (psychosoziale Entwicklung), Lawrence Kohlberg und Carol Gilligan (moralische Entwicklung), James W. Fowler (Stufen des Glaubens), Clare W. Graves (Persönlichkeitsentwicklung), Jane Loevinger (Ich-Entwicklung) und anderen.[48]

Verschiedene Ebenen können verwechselt werden; Wilber bezeichnet dies als Prä/Post-Verwechslung oder Prä/Trans-Verwechslung.[49] Beispielsweise ähneln sich bei Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung die präkonventionelle und die postkonventionelle Ebene, weil sie beide nicht-konventionell sind.

Selbsttranszendenz Integral Transzendent (Koralle) (Transpersonales Gemeinwohl) (Polyvalente Logik -

Systeme von Systemen)

7. universell spirituell
Selbstverwirklichung Globale Sicht (Türkis) Universelles Gemeinwohl
Flexibilität und Fluss (Gelb) 6. universell ethisch
Selbstachtung Mental Menschliche Bindung (Grün) Verbunden, Pluralistisch (Übergang)
Streben und trachten (Orange) Individuell reflexiv Formal-operational 5. frühere Rechte/Sozialvertrag
Konventionell 4./5. Übergang
Zugehörigkeit Mythisch Macht der Wahrheit (Blau) Konkret-operational 4. Recht und Ordnung
Mythisch-wörtlich 3. Billigung durch andere
Sicherheit Magisch Machtgötter (Rot) Projektiv-magisch intuitiv (konzeptuell) 2. naiver Hedonismus
Ahnengeister (Purpur) präkonzeptuell 1. Strafe und Gehorsam
Körperliche Bedürfnisse Archaisch Überlebenswille (Beige) Präverbal Sensomotorisch 0. magischer Wunsch
Maslow
Bedürfnisse
Gebser
Weltsichten
Spiral Dynamics
Werte
Fowler
Spirituelle Intelligenz
Piaget
Kognitive Entwicklung
Kohlberg
Moralentwicklung

Wilber beschreibt außerdem verschiedene Entwicklungslinien. Menschen können in der kognitiven, emotionalen, moralischen, zwischenmenschlichen, psycho-sexuellen und spirituellen Linie unterschiedlich weit entwickelt sein (z. B. kognitiv weit entwickelt und emotional weniger entwickelt).[50]

Linien können mit Ebenen verwechselt werden.[51] Insbesondere wird häufig die spirituelle Linie mit der mythischen Ebene der spirituellen Linie gleichgesetzt, was dazu führen kann, dass entweder wegen der Unreife der mythischen Ebene die gesamte spirituelle Linie als unreif betrachtet wird (undifferenzierte Religionskritik, die das Kind mit dem Bad ausschüttet) oder dass die mythische Ebene als einzig gültige Ausdrucksform von Religion gesehen wird (aus konservativer Sicht).

Als grundlegende Bewusstseinszustände werden Wachen, Träumen und Tiefschlaf unterschieden, darüber hinaus meditative Zustände (ausgelöst z. B. durch Yoga, kontemplatives Gebet oder Meditation), veränderte Zustände (z. B. durch Drogen) und Gipfelerfahrungen (z. B. im Liebesspiel, in der Natur oder durch Musik).

All diese Zustände können auf jeder Entwicklungsstufe (auch Entwicklungsebene genannt) auftreten und werden gemäß der jeweiligen Ebene interpretiert und umgesetzt.[52] So können zum Beispiel Menschen, die sich moralisch auf einer ethnozentrischen Entwicklungsstufe[53] befinden, tiefe mystische Erfahrungen haben und dabei nationalistische Ideen vertreten.[54] Aus diesem Grund legt Wilber großen Wert auf die Förderung der Bewusstseinsentwicklung im Sinne von Stufen und nicht nur von Zuständen.

Gegenüberstellung der Begrifflichkeiten von Aurobindo Ghose und deren Äquivalenzbegriffe in der Metatheorie von Ken Wilber; verglichen werden die Differenzierung zwischen Aurobindos ‚Ebenen des Seins‘ und der ‚Entwicklungsebenen‘ von Wilbers

Jede der genannten Komponenten kann sich in verschiedenen Typen äußern. Beispiele für Typen sind männlich und weiblich[55] oder die Typenlehre nach Myers-Briggs.

Die „Große Kette des Seins“ und Immanuel Kants drei „Kritiken“

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Immanuel Kant entwickelt mit seiner transzendentalen Philosophie die Idee, dass Erkenntnis nicht einfach die Wirklichkeit abbildet, sondern durch die Strukturen der Vernunft selbst ermöglicht wird. Der Mensch erkennt nicht das „Ding an sich“ (den „Kósmos“ nach Wilber[56]), sondern nur die von seiner Erkenntnisweise geformten Erscheinungen. Der Verstand ordnet dabei die Sinneseindrücke zur erfahrbaren Welt, während die Vernunft diese Erkenntnisse systematisch reflektiert und in einen umfassenden Zusammenhang bringt. Wilbers Ansatz wird gelegentlich, in wissenschaftlichen Diskussionen, als „synkretistisch“ bezeichnet[57], da er Elemente aus unterschiedlichen Traditionen, etwa von Kant über westliche Wissenschaft bis hin zu östlichen Weisheitslehren, miteinander verbindet. Streng genommen zielt sein Projekt jedoch nicht auf eine bloße Vermischung, sondern auf eine hierarchisch und entwicklungslogisch strukturierte Integration dieser Perspektiven.

Die integrale Philosophie von Ken Wilber lässt sich auch als einen Versuch der Weiterführung und Neuinterpretation der kritischen Philosophie Immanuel Kants verstehen.[58][59] Wilber greift die in Kants „drei Kritiken“ angelegte Differenzierung grundlegender Weltzugänge auf und erweitert sie zu einem integralen Modell, in dem Wirklichkeit nicht nur epistemologisch, sondern auch perspektivisch und entwicklungslogisch verstanden wird. Die klassische „Große Kette des Seins“, historisch verwurzelt in der Scala Naturae, wird dabei nicht als objektive Hierarchie verstanden, sondern als strukturierte Ordnung von Bewusstseins- und Perspektivenstufen.

Die „Große Kette des Seins“ knüpft an die „Scala Naturae“ an, eine klassische Stufenordnung der Wirklichkeit, die bei Kant und in ihrer integralen Deutung durch Wilber ihren Status als objektiv gegebene Struktur verliert und als perspektivisch erschlossene Ordnung erscheint. An ihre Stelle tritt ein holarchisches Verständnis von Wirklichkeit, in dem jede Form von Erkenntnis und jeder Sachverhalt zugleich Teil und Ganzes innerhalb verschachtelter Ordnungen ist.

In der Kritik der reinen Vernunft (1781) untersucht Kant die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis. Er zeigte, dass das, was als objektive Wirklichkeit erfahren wird, immer schon durch die Strukturen des erkennenden Subjekts mitgeprägt ist. Wahrheit erscheint hier als Ergebnis der Wechselwirkung von Erfahrung und den apriorischen Formen unseres Denkens. Wilber knüpft daran an, indem er diese Dimension als die objektive Perspektive („Es“) versteht: die Welt der empirischen Forschung, der Systeme und der beobachtbaren Strukturen.

Die Kritik der praktischen Vernunft (1788) verschiebt den Fokus auf das moralische Handeln. Kant begründete hier die Autonomie des Subjekts und entwickelte mit dem kategorischen Imperativ ein Prinzip „universalisierbaren Ethik“. Das Gute entsteht im Raum gemeinsamer Vernunft und normativer Verbindlichkeit. Wilber integriert diese Dimension als intersubjektive Perspektive („Wir“), in der sich kulturelle Werte, ethische Systeme und geteilte Bedeutungen entfalten.

In der Kritik der Urteilskraft (1790) schließlich untersucht Kant die ästhetische Urteilskraft sowie die Erfahrung von Schönheit und Zweckmäßigkeit. Diese vermittelt zwischen Natur und Freiheit, ohne auf eindeutige Begriffe reduzierbar zu sein. Hier tritt die subjektive Dimension des Erlebens in den Vordergrund. Wilber greift dies auf, indem er das Schöne der Innenperspektive des Bewusstseins („Ich“) zuordnet, der unmittelbaren Erfahrung, der Ästhetik und auch der spirituellen Wahrnehmung.

Wilber verbindet diese drei von Kant unterschiedenen Bereiche mit der klassischen Trias des „Wahren, Guten und Schönen“ und interpretiert sie als untrennbare Dimensionen jeder Wirklichkeit. Jede Erfahrung erscheint zugleich als objektiv beschreibbar, kulturell eingebettet und subjektiv erlebt. Damit werden Kants Kritiken zu Vorläufern einer umfassenderen Perspektivenlehre, die Wilber systematisch ausarbeitet.[60]

Wilber geht dabei über Kant hinaus, indem er diese Dimensionen nicht nur strukturell, sondern auch entwicklungsdynamisch versteht. Die Weisen, in denen wir Wahrheit erkennen, moralisch urteilen und Schönheit erfahren, verändern sich im Laufe der individuellen und kulturellen Entwicklung. So integriert Wilber die kantische Erkenntniskritik in ein Modell, das nicht nur die Bedingungen von Erkenntnis beschreibt, sondern auch deren evolutionäre Entfaltung berücksichtigt.

Wilber und die Theorien zu moralischen Entwicklung von Lawrence Kohlberg und Calo Gilligan

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Ken Wilber ordnet sowohl Kohlbergs ‚Gerechtigkeitsmodell‘ als auch Gilligans ‚Fürsorgemodell‘ in ein gemeinsames integrales Entwicklungsraster ein, das er in vier zentrale Meta-Ebenen gliedert:

  • präkonventionell,
  • konventionell,
  • postkonventionell und
  • integral.[61][62]

Kohlbergs Stufen 1 und 2 verortet Wilber auf der präkonventionellen Ebene, Stufe 3 und 4 auf der konventionellen und Stufe 5 und 6 auf der postkonventionellen Ebene. Eine integrale Stufe wird von Kohlberg selbst nicht formuliert, jedoch ergänzt Wilber diese als transrationale Ebene, auf der verschiedene moralische Perspektiven integriert werden.

Gilligans Modell der Care-Ethik ordnet Wilber parallel zu Kohlberg ein: Die Orientierung am eigenen Überleben entspricht der präkonventionellen Stufe, die Phase der Güte bzw. Selbstaufopferung der konventionellen Stufe. Die verantwortliche Fürsorge, in der eigene und fremde Bedürfnisse ausgeglichen werden, entspricht der postkonventionellen Stufe. Ihre höchste Stufe, die universelle Fürsorge, wird von Wilber als Ausdruck einer integralen Moral betrachtet.[63][64][65]

Damit versteht Wilber Kohlbergs Theorie als Entwicklungslinie der Moralurteilskompetenz und Gilligans Modell als Entwicklungslinie der Beziehungs- und Fürsorgekompetenz (Kontroverse Gilligan und Kohlberg), die jedoch denselben Meta-Ebenen folgen. Sein integraler Ansatz interpretiert beide Modelle als komplementäre Komponenten eines umfassenderen moralischen Wachstums.

Ken Wilber Ebene Kohlberg (Gerechtigkeit) Gilligan (Care-Ethik) Wilbers Interpretation[66]
Präkonventionell Stufe 1: Strafe/Gehorsam, Stufe 2: Instrumenteller Hedonismus Orientierung am eigenen Überleben Egozentrische Moral; Fokus auf Grundbedürfnisse
Koventionell Stufe 3: „Good boy/good girl“, Stufe 4: Soziale Ordnung Güte / Selbstaufopferung Soziale Normorientierung, Anpassung, Beziehungspflichten
Postkonventionell Stufe 5: Sozialvertrag; Stufe 6: Universelle ethische Prinzipien Verantwortliche Fürsorge (Balance) Autonome Moral, Integration eigener und fremder Werte
Integral bei Kohlberg nicht definiert universelle Fürsorge Transkontextuelle Moral; systemische Perspektiven; Integration von Gerechtigkeit und Fürsorge

Wilbers Selbst/Ego-Begriff

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Wilber hat das Konzept der Holarchie (eine Hierarchie von Ebenen, in der jede Ebene die vorherige integriert, aber auf einer höheren Ebene) entwickelt.[67][68][69] Dieses Konzept bezieht sich auf die Entwicklung von Bewusstsein und Selbst-Identität in einem dynamischen Prozess[70], der verschiedene Ebenen der Realität und des Selbst umfasst. Die Transformation des Selbst erfolgt in Wilbers Modell also durch eine stufenweise, intergrative Entwicklung, von einfachen bis hin zu komplexeren Bewusstseinszuständen. In Wilbers System entfaltet sich das Selbst durch eine progressive Transformation, wobei jeder neue Entwicklungsstatus die vorangegangenen integriert und erweitert. Diese Transformation durchläuft verschiedene Ebenen, z. B. von sensorischen, mentalen bis hin zu spirituellen Ebenen und umfasst auch verschiedene Linien, wie emotionale, kognitive oder moralische Entwicklung. Jede Ebene wird komplexer, und das Individuum erreicht höhere Stufen des Bewusstseins, die auch eine intensivere Erfahrung des „wahren Selbst“ beinhalten können. Es ist ein stufenweise aufbauender Prozess der Selbstverwirklichung und Integration.[71]

In Wilbers integraler Theorie ist das Ego der identitätsstiftende Teil des Selbst, der aus den konditionierten Wahrnehmungen und Erfahrungen des Individuums besteht. Es wird als oberflächliche Identifikation mit den äußeren Aspekten des Lebens verstanden, die nicht die tiefere spirituelle Wahrheit des Menschen widerspiegeln. Wilber beschreibt das Ego als ein limitierendes System, das aus den gelernten Überzeugungen und kulturellen Normen besteht und das das tiefer liegende „wahre Selbst“ (englisch true self), die göttliche Essenz, verdeckt. Im Modell von Ken Wilber wird das Ego aber auch als das „falsche Selbst“ verstanden, das sich in der Täuschung seiner Unabhängigkeit und Getrenntheit befindet. In den frühen Phasen der Entwicklung spielt es eine bedeutende Rolle, da es dem Individuum hilft, eine klare Identität zu entwickeln. Doch der Weg zu einem höheren Bewusstsein erfordert eine ständige Überwindung dieser egoischen Identifikation.[72]

Das wahre oder reine Selbst hingegen ist ein integrale Selbst (englisch integral self), das in der holarchischen Perspektive die verschiedenen Dimensionen des Seins — körperlich, emotional, geistig und spirituell — zu einer harmonischen Ganzheit integriert.[73]

Das wahre Selbst ist die universelle Essenz des Menschen, die über das Ego hinausgeht und das reine, unvergängliche Bewusstsein darstellt. Es ist transzendent und unabhängig von den spezifischen Entwicklungsstadien oder Dimensionen des Lebens. Es ist das, was sich im Prozess der Selbstverwirklichung offenbart und jenseits der Ego-Identifikation existiert. Das wahre Selbst ist nicht an Raum oder Zeit gebunden, sondern eine unbegrenzte, transzendente Realität.[74] Das integrale Selbst hingegen ist das ganzheitlich entwickelte Selbst, das alle Dimensionen und Ebenen des Bewusstseins miteinander vereint und integriert. Es geht über das wahre Selbst hinaus, indem es nicht nur die universelle Essenz anerkennt, sondern diese auch auf allen Ebenen des Lebens in einer praktischen, integrierten Weise lebt.[75]

Konflikt mit der New-Age-Bewegung: Die Prä/Trans-Verwechslung

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Wilber wird immer wieder der New-Age-Bewegung zugerechnet. Er widerspricht dem nicht nur vehement, sondern übt auch grundlegende Kritik an einem Großteil dieser Bewegung, insbesondere wenn sie sich auf die Thesen Carl Gustav Jungs stützt, den er somit in seine Kritik einbezieht. Im Mittelpunkt steht dabei das, was er aufgrund seines Modells der menschlichen Person die Prä/Trans-Verwechslung nennt.

In diesem Modell des Menschen gibt es mindestens drei Ebenen, die in der Entwicklung des Individuums eine zeitliche Abfolge konstituieren: die unbewusst-präpersonale, die bewusst-personale und die überbewusst-transpersonale. Auf der ersten, der Kindheit, besitzt der Mensch noch keine geprägte Persönlichkeit und lebt in einer Welt der Magie und der Mythen. Auf der zweiten agiert er als Person und mit logischem Denken. Schließlich kann es ihm gelingen, die dritte Ebene zu erreichen und seine eigene Person zu transzendieren, beispielsweise durch Meditation und Erleuchtungserlebnisse, in denen er sich als eins mit dem Kosmos erlebt. Die erste und die letzte Stufe sind also irrational, die mittlere rational. Nun argumentiert Wilber, Jung und seine Anhänger kennen nur die Unterscheidung zwischen irrational und rational und setzen daher Prärationales und Transrationales gleich.[76] Die logische Folge sei, dass sie spirituelle Entwicklung als Rückkehr zur Kindheit und zu etwas Verlorenem sehen, die mittels magischer Praktiken und der Beschäftigung mit Träumen und Mythen im weitesten Sinn gelinge; dazu zählt Wilber beispielsweise auch die Astrologie und einen Großteil der Erzählungen der Bibel. Da jede Ebene die vorhergehende integriert und transzendiert, bestreitet Wilber nicht, dass all das auf der rationalen Ebene von Nutzen sein kann, sofern rational kontrolliert. Aber es sei keinesfalls Hilfe auf dem Weg zur transpersonalen Ebene. Auch seien weder das Wissen um Mythen noch der Glaube daran ein Zeichen, die transpersonale Ebene erreicht zu haben. Im Gegenteil, es handele sich dabei um eine Regression, einen Rückfall in Infantilität und Primitivität. In diesem Punkt weiß Wilber sich einig mit Sigmund Freud, doch mache Freud seiner Ansicht nach den umgekehrten Fehler, indem er höhere Bewusstseinszustände wie Samadhi für Erscheinungen von kindlichem Narzissmus hält.[77]

Im Buch „Mut und Gnade“ setzt Wilber sich intensiv mit diesen Fragen auseinander[78] und fasst sein Urteil so zusammen:

„Ich will keineswegs die ganze Bewegung in Bausch und Bogen verdammen. Sie hat Seiten, die echte mystische und transpersonale Prinzipien (etwa die Bedeutung der Intuition oder die Existenz des Universalen Bewusstseins) erkennen lassen. Nur zieht eben leider jede transpersonale Bewegung immer auch präpersonale Elemente an, einfach, weil beide nichtpersonal sind. Und genau diese Verwechslung von prä und trans ist meiner Meinung nach eines der Hauptprobleme der New-Age-Bewegung. … Ich bin mit Irwin Thompson der Meinung, dass die New-Age-Bewegung zu etwa 20 Prozent transpersonal (transzendent und genuin mystisch) und zu etwa 80 Prozent präpersonal (magisch und narzisstisch) ist. Man erkennt die transpersonalen Elemente meist daran, dass sie es nicht gern hören, wenn sie der New-Age-Bewegung zugerechnet werden. Es ist an ihnen so wenig „Neues“ wie an der Immerwährenden Philosophie.“[79]

Ken Wilber ist in der akademischen Welt nicht anerkannt, in den beiden akademischen Feldern, denen seine Publikationen nahe stehen – Psychologie und Philosophie – wird er nicht nachhaltig rezipiert. In Organisationsentwicklung, Coaching, Bildungsarbeit, aber auch in Randbereichen von Medizin und Psychotherapie wird Wilber öfters rezipiert. Zu seinen Lesern gehörte auch Bill Clinton.[80]

Einbindung in kontemplativ-interreligiöse Diskurse („CONSPIRE 2017“)

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Im Rahmen der vom „Center for Action and Contemplation“ (CAC) des Franziskaners Richard Rohr veranstalteten „CONSPIRE-Konferenz“ trat Ken Wilber 2017 gemeinsam mit Richard Rohr[81], Rev. Angel Kyodo Williams und Mirabai Starr in einem thematischen Panel auf.[82] Die Veranstaltung widmete sich aus unterschiedlichen spirituellen und philosophischen Perspektiven Fragen von Leid, Gewalt und dem Konzept des „Bösen“ sowie der Kritik an traditionellen religiösen und kulturellen Versuchen seiner Überwindung. Wilbers Beitrag stand dabei im Kontext seines integralen Ansatzes, der verschiedene Bewusstseins- und Erkenntnisperspektiven miteinander zu integrieren versucht.

Rezeptionen in Theorie und Praxis

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Wendelin Küpers, Professor an der Karlshochschule International University bezieht sich in Lehre wie Forschung auf Ken Wilber, u. a. in seiner Publikation über die Integrale Steuerung von Organisationen[83] und in einer Arbeit über Weisheit in der Führung;[84] Marc G. Lucas, Professor an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Köln, arbeitet mit der Integralen Theorie, versteht sich allerdings als kritischer Rezipient von Wilber.[85] Otto Scharmer, Aktionsforscher am Massachusetts Institute of Technology, sagt, dass die Arbeit von Ken Wilber, die er im Laufe seiner eigenen Forschung zum U-Prozess kennenlernte, mit seinen Ideen resoniere[86]; in seinem Hauptwerk Theory U referenziert er Wilber mehrfach.[87] Katharina Ceming, Theologin und Professorin an der Universität Augsburg, publiziert ebenfalls mit Bezug auf Wilber.[88]

Auf die Arbeit von Ken Wilber beziehen sich des Weiteren Elke Fein in ihrer Publikation über Integrale Politik[89], die Göttinger Gestalttherapeuten Reinhard Fuhr (ehemals Akademischer Oberrat an der Universität Göttingen) und Martina Gremmler-Fuhr in ihrem integralen Gestalt-Ansatz.[90] Für Joachim Galuska, Mitbegründer und späterer ärztlicher Direktor der Heiligenfeld Kliniken, ist die Arbeit von Ken Wilber u. a. auch im Kontext der Transpersonalen Psychologie eine der Grundlagen seiner dortigen Arbeit.[91]

Kritische Rezeptionen

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Der Soziologe und Philosoph David C. Lane schreibt, Wilber scheine die Evolutionstheorie nicht verstanden zu haben.[92] Niklas Luhmann beschrieb Wilbers Theorie in einer Fußnote als Beispiel für ein "semantisches »survival«" eines ansonsten längst aufgegebenen "kosmologisch fundierte[n] Schema[s] des Ganzen und seiner Teile", die Gesellschaft so aber nicht begriffen werden könne.[93]

Frank Visser, niederländischer Religionspsychologe, anfänglich Wilber und seinem Werk u. a. in seiner Publikation „Ken Wilber – Denker aus Passion“[94] sehr zugetan, gilt heute mit als einer der großen Kritiker von Wilber, was sich in zahlreichen Publikationen auf der von ihm betriebenen Internetplattformen Integral World[95] ausdrückt.

Missbräuchliche Rezeption in Verbindung mit Machtmissbrauch

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Wie die Journalisten Eva Hoffmann und Patrick Bauer nach dreijähriger Recherche 2023 in ihrem mehrteiligen Podcast Im Schattenkloster. Chronik einer Gehirnwäsche betont haben, basiere die umstrittene Gemeinschaft „Go and Change“ im unterfränkischen Lülsfeld ausdrücklich auf der integralen Theorie Ken Wilbers. Der spirituelle Leiter und „Guru“ der Gruppe, Kai Krischik,[96] habe seine persönliche, justiziable[97] Devianz, seinen Machtanspruch sowie seine sexuellen Übergriffe letztlich mit der Philosophie Ken Wilbers zu rechtfertigen versucht, so die beiden Journalisten.[98][99] Im Umfeld der Organisationen und Menschen, die sich im deutschsprachigen Raum ebenfalls auf die Arbeit Ken Wilbers beziehen, gab es seit der Gründung von „Go & Change“ eine z. T. intensive Auseinandersetzung; exemplarisch sei dazu das ZEGG zu nennen, das sich in einem intensiven Gemeinschaftsprozess mit den Beziehungen zu „Go & Change“ auseinandergesetzt und ab 2021 jegliche Zusammenarbeit mit der Gruppierung eingestellt hatte.[100]

Veröffentlichungen (Auswahl)

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  • The Spectrum of Consciousness, 1977 (dt. Das Spektrum des Bewusstseins. Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 1991, ISBN 3-499-18593-8)
  • No Boundary: Eastern and Western Approaches to Personal Growth, 1979 (dt. Wege zum Selbst. Goldmann Arkana, München 2008, ISBN 3-442-21844-6)
  • The Atman Project: A Transpersonal View of Human Development, 1980 (dt. Das Atman Projekt. Junfermann Verlag, Paderborn 2001, ISBN 3-87387-016-9) - (überarbeitete Neuausgabe der Übersetzung: Das Atman-Projekt - Streben der Seele nach Einheit. G. P. Probst Verlag, Lichtenau 2012, ISBN 978-3-9813389-8-0)
  • Up From Eden: A Transpersonal View of Human Evolution, 1981, (dt. Halbzeit der Evolution. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-13210-X)
  • A Sociable God: A Brief Introduction to a Transcendental Sociology, 1983 (dt. Der glaubende Mensch. Goldmann, München 1988, ISBN 3-442-14042-0)
  • Eye to Eye: The Quest for the New Paradigm, 1983 (dt. Die drei Augen der Erkenntnis. Kösel, München 1988, ISBN 3-466-34195-7)
  • Grace and Grit: Spirituality and Healing in the Life and Death of Treya Killam Wilber, 1992 (dt. Mut und Gnade. Goldmann, München 2008, ISBN 3-442-42740-1)
  • Sex, Ecology, Spirituality: The Spirit of Evolution, 1995 (dt. Eros, Kosmos, Logos. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-14974-6)
  • A Brief History of Everything, 1996 (dt. Eine kurze Geschichte des Kosmos. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13397-1)
  • The Eye of Spirit. An Integral Vision for a World Gone Slightly Mad, 1997 (dt. Das Wahre, Schöne, Gute. Fischer Taschenbuch, Frankurt am Main 2005, ISBN 3-596-15217-8)
  • The Marriage of Sense and Soul: Integrating Science and Religion, 1998 (dt. Naturwissenschaft und Religion. Krüger, Berlin 1998, ISBN 3-8105-2334-8)
  • One Taste: Daily Reflections on Integral Spirituality, 1999 (dt. Einfach „Das“. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-596-15072-8)
  • A Theory of Everything. An Integral Vision for Business, Politics, Science and Spirituality, 2000 (dt. Ganzheitlich handeln. Arbor, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-924195-79-X)
  • Integral Psychology: Consciousness, Spirit, Psychology, Therapy, 2000 (dt. Integrale Vision. Kösel (Penguin Random House Verlagsgruppe), München 2007, ISBN 978-3-466-34508-3)
  • Boomeritis: A Novel That Will Set You Free!, 2002 (dt. Boomeritis. Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2008, ISBN 3-933321-69-7)
  • Integral Spirituality: A Startling New Role for Religion in the Modern and Postmodern World, 2006 (dt. Integrale Spiritualität: Spirituelle Intelligenz rettet die Welt. Kösel-Verlag (Penguin Random House Verlagsgruppe), München 2017, ISBN 978-3-466-34691-2)
  • The Integral Vision: A Very Short Introduction to the Revolutionary Integral Approach to Life, God, the Universe, and Everything, 2007 (dt. Integrale Vision, ISBN 978-3-466-34508-3)
  • Integral Life Practice: A 21st-Century Blueprint for Physical Health, Emotional Balance, Mental Clarity, and Spiritual Awakening, 2008 (dt. Integrale Lebenspraxis. Kösel-Verlag, München 2010, ISBN 978-3-466-34545-8)
  • The Fourth Turning: Imagining the Evolution of an Integral Buddhism, 2014 (Kindle-Kurzfassung)
  • Integral Meditation: Mindfulness as a Way to Grow Up, Wake Up, and Show Up in Your Life, 2016, ISBN 978-1-61180-298-6 (dt. Integrale Meditation. Wachsen, erwachen und innerlich frei werden. O. W. Barth, München 2017, ISBN 978-3-426-29268-6)
  • The Religion of Tomorrow. A Vision for the Future of the Great Traditions - More Inclusive, More Comprehensive, More Complete, 2017, ISBN 978-1-61180-300-6 (dt. "Die Religion von morgen." Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2024, ISBN 978-84-12-86802-9)
  • Trump and a Post-Truth World, 2017, ISBN 978-1-61180-561-1
  • Der integrale Weg zur Ganzheit. Kösel (Penguin Random House Verlagsgruppe), München 2025, ISBN 978-3-466-34836-7.
  • Frank Visser: Ken Wilber. Denker aus Passion. Via Nova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X.
  • Wulf Mirko Weinreich: Integrale Psychotherapie. Ein umfassendes Therapiemodell auf der Grundlage der Integralen Philosophie nach Ken Wilber. Araki-Verlag, Leipzig 2005, ISBN 3-936149-53-4.
  • Wulf Mirko Weinreich, Tabea Plötz: Philosophische Grundlagen und Persönlichkeitsentwicklung. Systematisierung, Illustrierung, Erweiterung. (Bd. 1) creative commons, Books on Demand, Hamburg 2025, ISBN 978-3-7693-2632-1
  • Michael Habecker: Ken Wilber – die integrale (R)Evolution. Einführung in Theorie und Praxis eines neuen spirituellen Ansatzes. Info 3, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-924391-35-5.
  • Margit Geilenbrügge: Atelier für mehr Lebendigkeit und Durchblick - Ein integrales Konzept persönlicher und gesellschaftlicher Entwicklung nach Ken Wilber. Verlag Andreas Mascha, München 2009, ISBN 978-3-924404-84-0 (Website zum Buch).
  • Mieke Mosmuller, Joseph Mosmuller: Arabeske – Das Integral Ken Wilbers. Occident Verlag, Baarle-Nassau 2009, ISBN 978-3-00-028629-2.
  • Wulf Mirko Weinreich: Das integrale Totenbuch: Ein Leitfaden für Meditation und Sterbebegleitung. Mit einem Nachwort von Ken Wilber. Books on Demand, Norderstedt 2009/2020, ISBN 978-3-7519-1662-2.
  • Sean Esbjörn-Hargens: Eine Übersicht Integraler Theorie: Ein allumfassendes Bezugssystem für das 21. Jahrhundert. S. 1–22, auf (integraleuropeanconference.com PDF).
  • Angelika Doerne: Irrtümer, Fallstricke und Gefahren auf dem spirituellen Weg – eine Orientierung für YogalehrerInnen. auf lebensentfaltung. com S. 3 f.
  • Sandra Hauser: Integrale christliche Theologie. Ein Überblick. Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2024, ISBN 978-84-128680-1-2.
Commons: Ken Wilber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Ausführungen und Einzelnachweise

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  1. siehe Östliche Philosophie
  2. Who is Ken Wilber? State University of New York Press, S. 17–36 (Textauszug, sunypress.edu).
  3. Kenneth Wilber 1923–2013. Funeral Home (legacy.com).
  4. Obitario Lucille Wilber 8 junio, 1924 – 17 marzo, 2019 (dignitymemorial.com).
  5. Frank Visser: Integrales Design Ken Wilbers Ansichten zur Evolution. (integralworld.net).
  6. Who is Ken Wilber? State University of New York Press, S. 17–36, hier S. 22 (Textauszug, sunypress.edu).
  7. Ken Wilber: Mut und Gnade. Goldmann, München 1996, S. 20.
  8. Ken Wilber: Mut und Gnade. Goldmann, München 1996, S. 98
  9. Die in dem Buch vertretenen Ideen hatte er zuvor im Journal of Transpersonal Psychology, 1975, Vol. 7, No. 2 unter dem Titel Psycologia perennis: The Spectrum of Consciousness publiziert.
  10. Who is Ken Wilber? State University of New York Press, S. 17–36, hier S. 19 (Textauszug, sunypress.edu PDF).
  11. Ken Wilber: Mut und Gnade. Goldmann, München 1996, S. 21.
  12. Connie Kronlokken: Treya Killam Wilber. In: Women and Mountains. 13. Februar 2018 (womenandmountains.blogspot.com).
  13. Ken Wilber: Mut und Gnade. München, Goldmann, S. 21
  14. Frank Visser: Ken Wilber-Denker aus Passion. Eine Zusammenschau. vianova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 29
  15. Jack Crittenden, Emeritus Professor, School of Politics and Global Studies, ASU Search, auf search.asu.edu
  16. Daryl S. Paulson: Ken Wilber: Understanding and Applying His Work. The Theosophical Society in America, auf theosophical.org
  17. ISSN (Print): 0275-6935 ISSN (Online): 1940-3038, Erscheinungsweise: Vierteljährlich (quarterly), Fachgebiete: Bewusstseinsforschung, Humanistische Psychologie, Transpersonale Psychologie, Spiritualität
  18. Frank Visser: Ken Wilber-Denker aus Passion. Eine Zusammenschau. vianova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 35
  19. Frank Visser: Ken Wilber-Denker aus Passion. Eine Zusammenschau. vianova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 160
  20. Terry “Treya” Killam Wilber, Find a Grave, de.findagrave.com de.findagrave.com
  21. Frank Visser: Ken Wilber-Denker aus Passion. Eine Zusammenschau. vianova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 164
  22. Wedding Notice Archive. Saturday, 7 July 2018, auf weddingnoticearchive.com weddingnoticearchive.com
  23. Biografia, auf integralworld.net
  24. Ken Wilber, NNDB. Kurzbiografie tabellarisch, auf nndb.com nndb.com
  25. Biografia, auf integralworld.net S. 2
  26. Scholars. Center for World Spirituality, 2013, abgerufen am 9. März 2013 (englisch).
  27. Sandra Hauser: Integrale christliche Theologie. Ein Überblick. Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2024, ISBN 978-84-128680-1-2, S. 39–47
  28. Ken Wilber: Das Wahre, Gute, Schöne. (Bd 15217 FTB) Fischer, Frankfurt am Main 2005, S. 24 The Eye of the Spirit. (1997)
  29. Abbildung der Wilber-Combs-Gitterformel (englisch Wilber-Combs lattice), auf researchgate.net
  30. Ken Wilber: The Spectrum of Consciousness. Theosophical Publishing House, 1977, ISBN 978-0-8356-0699-8
  31. Frank Visser: Ken Wilber: Thought as Passion. (SUNY series in Transpersonal and Humanistic Psychology), SUNY Press, 2005, ISBN 978-0-7914-5815-0, S. 29.
  32. Ken Wilber: The Atman Project: A Transpersonal View of Human Development. 2nd ed., 1980, ISBN 0-8356-0730-5
  33. Michael Habecker, Katharina Ceming: Ken Wilbers integrale Theorie und Praxis – Eine Einführung. Connection Januar-Februar 1-2/2013 (integralesforum.org).
  34. Stephan Hachtmann: Es ist wahr, aber nur teilweise … Ken Wilber - Mystiker, Bewusstseinsforscher, Philosoph, Denker. Mai/2021. Eine Zusammenstellung, auf stephanhachtmann.de stephanhachtmann.de
  35. Mark D. Forman: A guide to integral psychotherapy: complexity, integration, and spirituality in practice, SUNY Press, New York 2010, ISBN 978-1-4384-3023-2, S. 9.
  36. Ken Wilber: Naturwissenschaft und Religion. Die Versöhnung von Wissen und Weisheit. Krüger, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-8105-2334-8, S. 99
  37. Sandra Hauser: Integrale christliche Theologie. Ein Überblick. Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2024, ISBN 978-84-128680-1-2, S. 70
  38. Michael Habecker, Katharina Ceming: Ken Wilbers integrale Theorie und Praxis – Eine Einführung. Connection Januar-Februar 1-2/2013 (integralesforum.org).
  39. Ken Wilber, Terry Patten, Adam Leonard, Marco Morelli: Integrale Lebenspraxis. körperliche Gesundheit, emotionale Balance, geistige Klarheit, spirituelles Erwachen. Ein Übungsbuch. Kösel, München 2015, ISBN 978-3-466-34545-8, S. 308 f.; 358 f.
  40. Sean Esbjörn-Hargens: Eine Übersicht Integraler Theorie: Ein allumfassendes Bezugssystem für das 21. Jahrhundert. S. 1–22, auf integraleuropeanconferance.com S. 7
  41. Wulf Mirko Weinreich: Grundkonzepte bei Ken Wilbes. HandOut, Integrale Psychotherapie 2006, auf integrale psychotherapie.de S. 4–5
  42. Spiral Dynamics & Integrale Theorie. Center for Human Emergence (spiraldynamics-integral.de).
  43. Frank Visser: Ken Wilber. Denker aus Passion. Via Nova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X.
  44. Sandra Hauser: Integrale christliche Theologie. Ein Überblick. Phänomen-Verlag, Palma de Mallorca 2024, ISBN 978-84-128680-1-2, S. 69, Fußnote 160.
  45. Frank Visser: E.F. Schumacher and the Four Quadrants. From Epistemic Distinction to Ontological System. Integral World: Exploring Theories of Everything, auf integralworld.net
  46. Ken Wilber: Naturwissenschaft und Religion. Die Versöhnung von Weisheit und Wissen. Krüger, Berlin 1998, ISBN 3-8105-2334-8, S. 9; 13
  47. Marian de Souza (Hrsg.): International Handbook of Education for Spirituality, Care and Wellbeing, Springer 2009, ISBN 978-1-4020-9017-2, S. 427
  48. Nebeneinanderstellungen in Integrale Vision. S. 112 f, ausführlich in Integrale Psychologie. S. 221 ff
  49. Integrale Vision. S. 123 ff., Integrale Spiritualität. S. 81 ff.
  50. Integrale Vision. S. 37 ff.
  51. Integrale Spiritualität. S. 252 ff.
  52. Integrale Spiritualität. S. 15, 107 ff.
  53. siehe auch Ken Wilber: Integrale Spiritualität: Spirituelle Intelligenz rettet die Welt. Kösel-Verlag (Penguin Random House Verlagsgruppe), München 2017, ISBN 978-3-466-34691-2, als Exzerpt aus Integrale Spiritualität. (PDF; 909 kB) Penguin Random House Verlagsgruppe, abgerufen am 21. Oktober 2021.
  54. Integrale Spiritualität. S. 397
  55. Carol Gilligan: Die andere Stimme. Lebenskonflikte und Moral der Frau. Piper Verlag, München 1988, ISBN 978-3-492-10838-6.
  56. Wulf Mirko Weinreich, Tabea Plötz: Philosophische Grundlagen und Persönlichkeitsentwicklung. Systematisierung, Illustrierung, Erweiterung. (Bd. 1) creative commons, Books on Demand, Hamburg 2025, ISBN 978-3-7693-2632-1, S. 241
  57. Johannes Heinrichs: Fragen an den »integralen« Denkansatz Ken Wilbers aus philosophischer Sicht. Teil 4, Tattva, Ausgabe Nr: 65, November 2015, 22. Jahrgang auf tattva.de
  58. Ken Wilber: Naturwissenschaft und Religion. Die Versöhnung von Wissen und Weisheit. Krüger, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-8105-2334-8, S. 114–119
  59. Ken Wilber: Eros, Kosmos, Logos. Eine Jahrtausend-Vision. Fischer, Frankfurt am Main 2066, ISBN 978-3-596-14974-2, S. 187; 471–475; 518–520
  60. „Was kann ich wissen?“ „UR“ Quadrant („Sie“- oder zusammengefasst „Es“-Sprache); „Was soll ich tun?“ „OL“ Quadrant („Ich“-Sprache); „Was darf ich/wir hoffen?“ „Wie ist Sinn möglich?“ „UL“ („Wir“-Spache)
  61. Ken Wilber: Eros, Kosmos, Logos. Eine Jahrtausend-Vision. Fischer, Frankfurt am Main 2066, ISBN 978-3-596-14974-2, S. 258–314
  62. Joachim Prenzel: Ken Wilber und das Integrale Denken – Ein Überblick. IKP-Intergrale Theorie. Ein Angebot des Bereichs Kunst/Gestalten an Grund- und Förderschulen der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg, S. 6 (integrale-kunstpaedagogik.de).
  63. Moralentwicklung. Kritiken, Erweiterungen und Alternativen zur Kohlberg-Theorie Einführung in die pädagogische Psychologie II. Leitung: Marianne Faßheber, Sommersemester 1993 (stangl-taller.at).
  64. Bardo Herzig: Brauchen wir eine geschlechtsspezifische Moralerziehung? Ruhr-Universität Bochum WiSe 2004/2005, Institut für Pädagogik Proseminar „Entwicklung moralischer Urteilsfähigkeit – Grundlagen und Anwendungen“, S. 4 f. (homepage.ruhr-uni-bochum.de).
  65. Günter Schreiner: Die Herausforderung durch die „andere Stimme“. Zur Konstruktion einer weiblichen Moral durch Carol Gilligan. Zeitschrift für Pädagogik 33 (1987) 2, S. 237-246, doi:10.25656/01:15762
  66. Ken Wilber: Integrale Spiritualität. Spirituelle Intelligenz rette die Welt. Kösel, München 2021, ISBN 978-3-466-34691-2, S. 26 f.
  67. Ken Wilber: Eros Kosmos Logos. Eine Jahrtausend-Vision. Fischer, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-596-14974-2, S. 55 f.
  68. Sean Esbjörn-Hargens: Eine Übersicht Integraler Theorie: Ein allumfassendes Bezugssystem für das 21. Jahrhundert. S. 1–22, auf integraleuropeanconferance.com S. 8
  69. Stephan Hachtmann: Es ist wahr, aber nur teilweise … Ken Wilber - Mystiker, Bewusstseinsforscher, Philosoph, Denker. Mai/2021. Eine Zusammenstellung, auf stephanhachtmann.de S. 3–4
  70. siehe hierzu auch Dynamisches System
  71. Katharina Ceming, Michael Habecker: Ein integrales Modell des Bewusstseins. In: Joachim Galuska (Hrsg.): Bewusstsein. Grundlagen, Anwendungen und Entwicklung. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Berlin 2013, ISBN 978-3-95466-068-1, S. 82–91, auf mwv-open.de „Kapitel 7“
  72. Ken Wilber: Eros Kosmos Logos. Eine Jahrtausend-Vision. Fischer, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-596-14974-2, S. 520 f.; 715 f.
  73. Ken Wilber: Eros Kosmos Logos. Eine Jahrtausend-Vision. Fischer, Frankfurt am Main, ISBN 978-3-596-14974-2, S. 285 f.
  74. Wulf Mirko Weinreich: Grundkonzepte bei Ken Wilbes. HandOut Integrale Psychotherapie 2006, auf integrale psychotherapie.de S. 4 f
  75. Ken Wilber: Der integrale Weg zur Ganzheit. Raum für Wachstum, Einheit und Lebensfreude finden. Kösel (Penguin Random House Verlagsgruppe), München 2024, ISBN 978-3-466-34836-7,Textauszug auf penguin.de S. 27 f.
  76. Frank Visser: Ken Wilber – Denker aus Passion. Via Nova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 121
  77. Frank Visser: Ken Wilber – Denker aus Passion. Via Nova, Petersberg 2002, ISBN 3-936486-00-X, S. 150
  78. Mut und Gnade. Goldmann, München 2008, ISBN 3-442-42740-1, S. 286–305
  79. Mut und Gnade. Goldmann, München 2008, ISBN 3-442-42740-1, S. 297 f
  80. Jon Meacham: Bill Clinton on Global Philanthropy. Newsweek, Dec 20, 2009, auf newsweek.com
  81. Johannes Hartl: Abschied von einem Lehrer. Daniel Option, 27. April 2020, auf danieloption.ch
  82. CONSPIRE 2017 — Richard Rohr & Ken Wilber in Conversation (Session 3) 2017, auf youtube
  83. Jürgen Deeg, Wendelin Küpers, Jürgen Weibler: Integrale Steuerung von Organisationen. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2010, ISBN 978-3-486-58702-9.
  84. Wendelin Küpers: Die Bedeutung von praktischer Weisheit für die integrale Führungs- und Organisationspraxis. In: Marc G. Lucas, Lorenz Fischer: Neo-integrale Führung und Organisationsentwicklung: wertebasiert, entwicklungsorientiert und systemintegriert. Wirtschaftspsychologie III, Springer Gabler, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-658-04773-7, S. 46–57, Textauszug auf academia.edu
  85. Marc G. Lucas: Foundations of a Neo-Integral Transformational Leadership and Organizational Development. In: Integral Leadership Review, Januar 2013, auf integralleadershipreview. com
  86. Elizabeth Diebold: Auf das Neue hören. Kommunikation als gelebte Kreativität. Ein Gespräch mit Otto Scharmer. In: EnlightenNext Impulse, Herbst 2013, S. 19–21,
  87. Otto Scharmer: Theorie U. Von der Zukunft her führen: Presencing als soziale Technik. Carl-Auer, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-89670-679-9.
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  89. Elke Fein: Integrale Politik ― Grundlagen, Prinzipien und Inspirationsquellen. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-347-88907-1.
  90. Reinhard Fuhr, Martina Gremmler-Fuhr: Kommunikationsentwicklung und Konfliktklärung: Ein Integraler Gestalt-Ansatz. Hogrefe, Göttingen 2004, ISBN 978-3-8017-1853-4.
  91. Joachim Galuska: Die transpersonale Dimension in der Psychotherapie. In: Lothar Riedel (Hrsg.): Sinn und Unsinn der Psychotherapie. (Beiträge zu den Basler Psychotherapietagen 1998), Mandala, Rheinfelden 1998, ISBN 978-3-906 98310-3, S. 41–60.
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  94. Ken Wilber: Thought as Passion. (Ausgaben: niederländisch 2001, deutsch 2002, englisch und polnisch 2003, spanisch 2004), deutsch als „Ken Wilber – Denker aus Passion.“ ISBN 3-936486-00-X.
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  96. Alexander Capistran: Go & Change – Ein Auf- und Abgesang. In: Räume für Transformation. 8. Juli 2020, abgerufen am 3. August 2024.
  97. Valentin Beige: Vergewaltigungs-Prozess gegen Leiter einer Lebensgemeinschaft. In: BR.de, 19. Februar 2024.
  98. audible.de Vgl. mainpost.de
  99. Aktuelles Über uns Kooperation Newsletter, 17. Dezember 2021 (goandchange.de; eine Gegendarstellung von „Go and Change“).
  100. Das ZEGG und Go&Change. Abgerufen am 2. Juli 2024.