X = farblos bis grünlichgelb, Y = Z = blassgelb bis rötlichbraun[6]
Kellyit (IMA-Symbol Kly[2]) ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der chemischen Zusammensetzung (Mn,Al,Mg)6[(OH)8|(Si,Al)4O10][3] und damit chemisch gesehen Mangan-Aluminium-Magnesium-Silikat mit zusätzlichen Hydroxidionen. Die in den runden Klammern angegebenen Elemente Mangan, Aluminium und Magnesium beziehungsweise Silicium und Aluminium können sich in der Formel jeweils gegenseitig vertreten (Substitution, Diadochie), stehen jedoch immer im selben Mengenverhältnis zu den anderen Bestandteilen des Minerals. Strukturell gehört Kellyit zu den Schichtsilikaten (Phyllosilikaten).
Kellyit kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem und entwickelt unregelmäßige, dünntafelige und leistenförmige Kristalle bis etwa drei Millimeter Größe mit einem harz- bis glasähnlichem Glanz auf den Oberflächen. Das im Allgemeinen durchsichtige Mineral ist von gelber, in dünnen Schichten auch blassgelber, Farbe und hat eine gelblichweiße Strichfarbe. Wie die meisten Schichtsilikate zeigt auch Kellyit eine vollkommene Spaltbarkeit, in diesem Fall senkrecht zur c-Achse.
Das Mineralogenteam um Peacor sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1974 zur Prüfung an die International Mineralogical Association/CNMNC (interne Eingangs-Nr. der IMA:1974-002[1]), die den Kellyit als eigenständige Mineralart anerkannte. Im gleichen Jahr erfolgte auch die Publikation der Erstbeschreibung im Fachmagazin American Mineralogist.[10]
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[13]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Kellyit ebenfalls in die Abteilung der „Schichtsilikate“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der Struktur der Schichten, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Schichtsilikate (Phyllosilikate) mit Kaolinitschichten, zusammengesetzt aus tetraedrischen und oktaedrischen Netzen“ zu finden ist, wo es zusammen mit Amesit, Antigorit, Berthierin, Brindleyit, Chrysotil, Cronstedtit, Fraipontit, Greenalith, Karyopilit, Lizardit, Manandonit, Népouit und Pecorait die „Serpentingruppe“ mit der System-Nr. 9.ED.15 bildet.
Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Kellyit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Schichtsilikatminerale“ ein. Hier ist er zusammen mit Amesit, Berthierin, Brindleyit, Cronstedtit, Fraipontit und Manandonit in der „Serpentingruppe (Amesit-Untergruppe)“ mit der System-Nr. 71.01.02c innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Schichten von sechsgliedrigen Ringen mit 1:1-Lagen“ zu finden.
Als seltene Mineralbildung konnte Kellyit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher knapp 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand 2022).[14] Seine Typlokalität, die Mangan-Lagerstätte „Bald Knob“ bei Sparta in North Carolina ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in den Vereinigten Staaten.
In Österreich fand sich das Mineral auf der Kirchdachspitze in den Stubaier Alpen nahe Trins im Bezirk Innsbruck-Land und auf der Wunwand nahe der Gemeinde Prägraten am Großvenediger im Bezirk Lienz in Tirol. Fundorte in Deutschland oder der Schweiz sind bisher nicht dokumentiert.
Weitere bekannte Fundorte sind East Kemptville in Nova Scotia und der Steinbruch „Poudrette“ am Mont Saint-Hilaire in Québec in Kanada, die Mangan-Lagerstätte Heqing im Autonomen Bezirk Dali der Bai in der chinesischen Provinz Yunnan, Manganerzgruben bei Wakasa (Fukui), Miyama (Kyōto) und Urayama (Chichibu) in Japan, der aufgelassene Tagebau Razoare (auch Macskamezo) bei Târgu Lăpuș (Kreis Maramureș) und die Mangan-Lagerstätte Tolovanu (Tolovan) nahe Iacobeni (Suceava) in Rumänien, die Eisen-Mangan-Lagerstätte Parnok in der Republik Komi sowie die Rhodonit-Lagerstätten Malosedel'nikovskoe bei Sedel'nikovo und Borodulinskoe im Bezirk Sysertsky in der Oblast Swerdlowsk in Russland und die ehemalige Mangangrube Llyn du Bach bei Llanfair (Gwynedd) in Wales im Vereinigten Königreich.[15]
Donald R. Peacor, Eric J. Essene, William B. Simmons jr., Wilbur C. Bigelow:Kellyite, a new Mn-Al member of the serpentine group from Bald Knob, North Carolina, and new data on grovesite. In: American Mineralogist. Band59, 1974, S.1153–1156 (englisch, rruff.info[PDF; 463kB; abgerufen am 28.Juni 2022]).
Kellyite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 28.Juni 2022(englisch).
12345Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.678 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.409.
123456
Kellyite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 75kB; abgerufen am 28.Juni 2022]).
↑David Barthelmy:Kellyite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 28.Juni 2022(englisch).
1234Kellyite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 28.Juni 2022(englisch).
↑Donald R. Peacor, Eric J. Essene, William B. Simmons jr., Wilbur C. Bigelow:Kellyite, a new Mn-Al member of the serpentine group from Bald Knob, North Carolina, and new data on grovesite. In: American Mineralogist. Band59, 1974, S.1153–1156 (englisch, rruff.info[PDF; 463kB; abgerufen am 28.Juni 2022]).