Im Sommer 2003 wurde der Rexton in Europa eingeführt. Technisch basiert er auf dem geringfügig verlängerten Fahrgestell des SsangYong Musso mit Leiterrahmen. Lieferbar waren zunächst zwei Motorisierungen: Ein 2,9-Liter-Fünfzylinder-Diesel mit 95 PS und ein 220 PS starker 3,2-Liter-Ottomotor.
Beide Motoren basierten auf Konstruktionen von Mercedes-Benz und es gab sie auch im Musso. Der Dieselmotor war vom Mercedes-Benz OM602 abgeleitet, der bei Mercedes in verschiedenen Modellen verwendet wurde. Er hatte fünf Zylinder und ursprünglich die für Mercedes typische Vorkammereinspritzung. Eine von SsangYong entwickelte Turbodiesel-Variante leistete statt 70 kW (95 PS) 88 kW (120 PS). Auch sie hatte weiterhin Vorkammereinspritzung; sie war aber nicht die gleiche wie die von Mercedes auf gleicher Basis entwickelte Turbodieselversion OM 602 LA mit Direkteinspritzung. Der Ottomotor war ein Mercedes-Benz M 104 mit sechs Zylindern in Reihe und vier Ventilen pro Zylinder. Er wurde in verschiedenen Mercedes-Benz-Pkw verwendet (E-, S-, G-Klasse) und dort 1997 durch den V6-Motor M 112 abgelöst. Bei SsangYong baute den Motor in allen Baureihen ein: im Musso, Korando, Rexton – und auch in der Limousine Chairman.
Die Leistung überträgt bei der Dieselversion wahlweise ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder eine Viergang-Automatik. Das Schaltgetriebe stammt vom mexikanischen Hersteller Tremec, die Automatik vom australischen Zulieferer BTR Automotive. Der Ottomotor war nur mit der Automatik erhältlich.
Der Allradantrieb hat ein Verteilergetriebe von BorgWarner. Der Dieselmotor war mit einem schlichten Allradantrieb verbunden, bei dem die Vorderräder starr zugeschaltet werden konnten; im Straßenbetrieb fuhr der Rexton mit Hinterradantrieb. Zum Ottomotor gehörte ein permanenter Allradantrieb, der auch auf der Straße nutzbar war. Es war das „TOD-System“ (Torque On Demand), das auch in zahlreichen US-amerikanischen SUVs sowie bei Isuzu verwendet wurde. Hier teilt eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung den Vorderrädern in Abhängigkeit vom Schlupf an den Rädern einen Teil des Antriebsmoments zu.
2004 wurde das Modell erstmals überarbeitet; die neuen Modelle waren in Deutschland ab Herbst lieferbar. An der Karosserie wurden nur Kleinigkeiten geändert. Wahlweise war nun ein neuer Dieselmotor erhältlich. Der 2,7-Liter-Fünfzylinder basierte auf dem bisherigen 2,9-Liter-Motorblock des OM602, erhielt aber eine reduzierte Zylinderbohrung, was den Hubraum auf 2696 cm³ verringerte, und einen neuen Zylinderkopf mit vier Ventilen pro Zylinder sowie Common-Rail-Direkteinspritzung. Auch dieser Motor war nicht gleich mit dem auf den ersten Blick ähnlichen Mercedes-2,7-Liter-Common-Rail-Turbodiesel mit der Bezeichnung OM612, sondern eine Eigenentwicklung von SsangYong. Dieser Motor war wahlweise mit einer elektronisch gesteuerten Fünfgangautomatik kombiniert, die vorher auch bei Mercedes-Benz verwendet worden war. Erstmals war auch ESP lieferbar, das als kritisch bezeichnete Fahreigenschaften entschärfte. Die bisherigen 2,9-Liter-Dieselversionen wurden parallel weiter angeboten, ebenso der 3,2-Liter-Ottomotor.
Im Sommer 2006 erschien auch in Europa (in Südkorea bereits am 28. März 2006) der modellgepflegte Rexton. Der neue, viereckige Kühlergrill zitierte entsprechende Stilelemente von Mercedes-Benz; die übrigen Änderungen fielen weniger auffällig aus. Die Nebelscheinwerfer waren kleiner dimensioniert, die Zierleisten an den Seitenschwellern entfielen. Der 270 XDi war überarbeitet worden und leistete 137 kW (186 PS), am Kürzel 270 XVT erkennbar. Es wurden neue Injektoren, eine geänderte Motorelektronik, ein neuer variabler Turbolader sowie ein größerer Ladeluftkühler eingebaut. Die Variante mit 120 kW (163 PS) blieb im Angebot. In Deutschland wurden der Ottomotor, der 2,9 L-Turbodieselmotor und der permanent nutzbare Allradantrieb aus dem Programm genommen. Grund dafür waren nach Aussage des Importeurs Lieferschwierigkeiten durch wiederholte Streiks in Südkorea.
Angebotene Motoren
270 XDi, Reihenfünfzylinder-Diesel mit 2696 cm³ Hubraum und 118 kW (161 PS) bei 4000/min., max. Drehmoment 340 Nm bei 1800–3250/min, seit 2011
270 XDi, Reihenfünfzylinder-Diesel mit 2696 cm³ Hubraum und 120 kW (163 PS) bei 4000/min., max. Drehmoment 345 Nm bei 1800–3200/min, 2003–2008
270 XVT, Reihenfünfzylinder-Diesel mit 2696 cm³ Hubraum und 132 kW (180 PS) bei 4000/min., max. Drehmoment 402 Nm bei 1600/min–3000/min, seit 2011
270 XVT, Reihenfünfzylinder-Diesel mit 2696 cm³ Hubraum und 137 kW (186 PS) bei 4000/min., max. Drehmoment 402 Nm bei 1600/min–3000/min, 2007–2009
320, Reihensechszylinder-Ottomotor mit 3199 cm³ Hubraum und 162 kW (220 PS) bei 6100/min., max. Drehmoment 312 Nm bei 4600/min, 2003–2006
Im Sommer 2012 wurde der Rexton ein weiteres Mal überarbeitet. In Europa ist das Modell im Frühsommer 2013 unter der Bezeichnung Rexton W auf den Markt gekommen. Beim neuen Modell wurde die Front stark überarbeitet, hier wurde der bisher an Mercedes angelehnte Kühlergrill durch ein eigenständiges Element ersetzt. Des Weiteren wurden Frontscheinwerfer, Frontschürze, Heckleuchten, Stoßfänger und die Heckklappe neu gestaltet. Angetrieben wird der Rexton W hierzulande von einem 2-Liter-Turbodiesel mit 114 kW (155 PS) seit 2015 von einem 2.2 Diesel mit 131 kW (178 PS). In Russland werden noch die alten Mercedes-Benz Dieselmotoren mit 2,7 Liter angeboten und in Korea wird auch die alte 3,2-Liter-Maschine als Motorisierung angeboten.
Die zweite Generation des Rexton (intern: Y400) wurde am 30. März 2017 im Rahmen der Seoul Motorshow vorgestellt. In Europa debütierte das Fahrzeug im September 2017 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main. In Deutschland wurden die ersten Fahrzeuge Mitte November 2017 ausgeliefert.[1] Im Frühjahr 2020 und im Frühjahr 2021 wurde die Baureihe optisch überarbeitet.[2][3]
Das Getriebe (7G-Tronic) wurde von Mercedes konstruiert und wird bei SsangYong in Lizenz gefertigt. Der Motor ist eine Eigenentwicklung.
Die Karosserie des Rexton der 2. Generation sitzt – wie auch die seines Vorgängers – auf einem Leiterrahmen, was zur vergleichsweise hohen Anhängelast von 3,5 t beiträgt, aber auch das Fahrzeuggewicht erhöht.
Serienmäßig werden die Hinterräder angetrieben; in den meisten Fahrzeugen dürfte jedoch der teils aufpreispflichtige Allradantrieb eingebaut sein. Er ist zuschaltbar ausgeführt und ist mit einer zusätzlichen Untersetzung kombinierbar. Eine Differentialsperre – wie beim Schwestermodell, dem Musso – ist beim Rexton nicht erhältlich. Dies ist den Verwendungszwecken des Rexton (Ziehen von Anhängern und nur leichter Offroadbetrieb) geschuldet, da hierbei eine Differentialsperre nicht nötig ist und mit Mehrkosten verbunden wäre.
Auf dem indischen Markt wurde das Fahrzeug zwischen November 2018 und Dezember 2022 als Mahindra Alturas G4 verkauft. Dort war es über dem Mahindra XUV 500 positioniert.[4]
Seit dem Marktstart bis einschließlich Dezember 2025 sind in der Bundesrepublik Deutschland insgesamt 10.803 Rexton neu zugelassen worden. Mit 1284 Einheiten war 2006 das erfolgreichste Verkaufsjahr.