Ypern
| Ypern | ||
|---|---|---|
| Staat: | ||
| Region: | Flandern | |
| Provinz: | Westflandern | |
| Bezirk: | Ypern | |
| Koordinaten: | 50° 51′ N, 2° 53′ O | |
| Fläche: | 130,61 km² | |
| Einwohner: | 35.550 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 272 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 8900, 8902, 8904, 8906, 8908 | |
| Vorwahl: | 057 | |
| Bürgermeister: | Emmily Talpe | |
| Adresse der Kommunal- verwaltung: | Stadhuis Grote Markt 34 8900 IEPER | |
| Website: | www.ieper.be | |
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Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stadtrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Wahl hatte OpenVLD – CD&V – NVA eine knappe absolute Mehrheit.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Marktplatz, umgeben von Bürgerhäusern.
- Lakenhal (Tuchhallen, Gewandhaus), einer der größten profanen gotischen Gebäudekomplexe Europas mit einem 70 Meter hohen Belfried, der zum UNESCO-Welterbe gehört und ein 49-teiliges Glockenspiel enthält. In dem Gebäude ist das mehrfach ausgezeichnete Museum In Flanders Fields untergebracht – eine interaktive Ausstellung von Erlebnisberichten über das Schlachtfeld bei Ypern. Ebenfalls in der Lakenhal befindet sich das 2018 neu eröffnete interaktive Ieper-Museum, das die Geschichte der alten Handelsstadt außerhalb des Ersten Weltkrieges behandelt[10]
- Sankt-Martins-Kathedrale, gotische Bischofskirche des ehemaligen Bistums Ypern, das von 1561 bis 1801 bestand.
- Sankt-Jakobs-Kirche, eine ebenfalls gotische Kirche, die wie die Kathedrale im Krieg nahezu völlig zerstört und danach wieder aufgebaut wurde.
- Kriegerdenkmal Menenpoort – ein Ehrenbogen zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg
- nahe dem Menenpoort am Wall steht ein markantes Baumdenkmal, eine Edelkastanie (Castanea sativa L.) ⊙, welche 2021 Belgien beim Wettbewerb Europäischer Baum des Jahres[11] vertrat
- Alte Festung und die Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.
- St. George’s Memorial Church. Gedenkstätte für die mehr als 500.000 gefallenen Soldaten aus dem Vereinigten Königreich und dem Commonwealth.[12]
- Die Ypern-Rallye, eine Motorsport-Veranstaltung im Rahmen der Intercontinental Rally Challenge (IRC) und der Rallye-Europameisterschaft.
- Der Bellewaerde Park ist ein Tier- und Vergnügungspark und der älteste Freizeitpark in Belgien. Der über 50 Hektar große Park liegt etwas außerhalb von Ypern, in dem 6 km weit entfernten Dorf Hooge.
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt lebt vom Handel und vom Tourismus. Zudem haben sich kleine und mittlere Industrieunternehmen in Ypern angesiedelt.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Siegen (Deutschland), seit 1967
- Lehrte (Deutschland)
- Saint-Omer (Frankreich)
- Wa (Ghana)
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heilige Adela (1009/14–1079), Gräfin von Flandern
- Margareta von Ypern (1216–1237), flämische Mystikerin und Dominikanerterziarin
- Jan Yperman (* um 1260; † um 1330), auch augenärztlich tätiger Wundarzt, Stadtarzt von Ypern und Feldwundarzt[13][14][15][16]
- Melchior Broederlam (* um 1350, † nach 1409), Maler, Mitbegründer der altniederländischen Malkunst
- Jacobus Probst (1486–1562), Augustinerprior und Reformator
- Jacobus Clemens non Papa (1510/15–1555/56), Komponist der Renaissance
- Andreas Gerhard Hyperius (1511–1564), reformierter Theologe, Hochschullehrer und Reformator
- Georg Robin (1522–1592), Architekt
- Jacobus de Kerle (1531/32–1591), Komponist der Renaissance
- Cornelius Jansen (1585–1638), Bischof von Ypern, Begründer des Jansenismus
- Christian Lupus (1611/1612–1681), römisch-katholischer Theologe
- Ulrike Eleonore von Hessen-Philippsthal (1732–1795), Landgräfin von Hessen-Philippsthal
- Anna von Hessen-Philippsthal-Barchfeld (1735–1785), hessische Prinzessin und durch Heirat Gräfin von Lippe-Detmold
- Cornélie Lebon-de Brambilla (1767–1812), französische Ingenieurin
- François Antoine Bossuet (1798–1889), Vedutenmaler
- Lodewijk-Jozef Delebecque (1798–1864), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Gent 1838–1864
- Camille Durutte (1803–1881), Musiktheoretiker und Komponist
- Jules Malou (1810–1886), Staatsmann
- Eugène de Pruyssenaere (1826–1864), Afrikaforscher
- Aloïs Boudry (1851–1938), Genre-, Porträt- und Stilllebenmaler
- Victor Begerem (1853–1934), Rechtsanwalt und Politiker
- Louise de Hem (1866–1922), Malerin
- Léon Vanderstuyft (1890–1964), Radrennfahrer
- Albert Muylle (1910–?), Radrennfahrer
- Walter Fiers (1931–2019), Molekularbiologe
- Eric Defoort (1943–2016), Politiker und Vorsitzender der Europäischen Freien Allianz (EFA)
- Marc Vervenne (* 1949), Theologe und Rektor der Katholieke Universiteit Leuven
- Xavier Rogiers (1956–2019), Transplantationschirurg
- Nicholas Lens (* 1957), Autor und Komponist
- Yves Leterme (* 1960), Politiker und zeitweiliger Ministerpräsident
- Rik Opsommer (* 1962), Leiter des Stadtarchivs Ypern
- David Saelens (* 1975), Rennfahrer
- Stijn Joseph (* 1987), Radrennfahrer
- Emma Meesseman (* 1993), Basketballspielerin
Sonstiges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Nach Ypern wurde die unterste geologische Stufe des Eozäns, das Ypresium, benannt.
- Da Senfgas zum ersten Mal in Ypern eingesetzt wurde, erhielt der Kampfstoff den Namen Yperit.
- Die kanadische Metal-Band Woods of Ypres nennt in ihrem Bandnamen Ypern, weil hier im Ersten Weltkrieg kanadische Soldaten kämpften.
- Der 1992 entdeckte Asteroid (10120) Ypres wurde nach der Stadt benannt.
- „Ypern“ ersetzte 1934 das Wort Ypsilon in der deutschen Buchstabiertafel.
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schlacht von Langemarck (10. November 1914)
- Kylemore Abbey (1665 in Ypern gegründet)
Galerie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tuchhallen in Ypern
- Sankt-Martins-Kathedrale, 2007
- Saint George's Memorial Church
- Kastanie von Ypern, 2020
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Martin Zeiller: Iperen. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Circuli Burgundici (= Topographia Germaniae. Band 16). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S. 79–81 (Volltext [Wikisource]).
- Ypres. In: Grande Encyclopédie Larousse. Band 20, S. 14745–14746.
- Koen Baert: Ieper. De herrezen stad. De wederopbouw van Ieper na 1918. De Klaproos, Brugge 1998 [über den historisierenden Wiederaufbau der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg].
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Webpräsenz
- www.toerisme-ieper.be (Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten)
- In Flanders Fields Museum
- Geschichte von Ypern
- Illustration von Daniel Meisner von 1625: Yperen; Nec Divitiis, Nec Auro (Digitalisat)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 20.
- ↑ Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, S. 1513–1514.
- ↑ Die ausgeräucherten Franzosen. In: Deutsches Volksblatt. 28. April 1915, S. 2 (ANNO – AustriaN Newspapers Online [abgerufen am 5. Mai 2020]).
- ↑ R. Hanslian: Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915. Eine kriegsgeschichtliche Studie. Berlin: Verlag Gasschutz und Luftschutz, 1934
- ↑ Tobias Müller: Sechs Hörner gegen das Vergessen. In: Die Tageszeitung: taz. 9. November 2019, ISSN 0931-9085, S. 32–33 ePaper,Alle,Nord 34–35 Berlin ( [abgerufen am 11. November 2019]).
- ↑ Koen Baert: Ieper. De herrezen stad. De wederopbouw van Ieper na 1918. De Klaproos, Brugge 1998.
- ↑ spiegel.de vom 17. Februar 2009: Entdeckung in Ypern: In der Tunnelstadt der Weltkriegssoldaten
- ↑ The 1 June Visit to Flanders auf erenow.net, abgerufen am 30. Juli 2019.
- ↑ https://okt24.vlaanderenkiest.be/#/gemeente/33011
- ↑ Klaus Schlupp: Ypern ist nicht nur erster Weltkrieg. grenzecho.net, abgerufen am 6. April 2019.
- ↑ ETOY - The Four-Trunked Survivor
- ↑ www.stgeorgesmemorialchurchypres.com Sie liegt nahe der Kathedrale (Ecke Elverdinghse Straat). Architekt: Reginald Blomfield
- ↑ Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). 2005
- ↑ Gundolf Keil: „blutken – bloedekijn“. Anmerkungen zur Ätiologie der Hyposphagma-Genese im ‚Pommersfelder schlesischen Augenbüchlein‘ (1. Drittel des 15. Jahrhunderts). Mit einer Übersicht über die augenheilkundlichen Texte des deutschen Mittelalters. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 7–175, hier: S. 23 f. und 32.
- ↑ Roger-A. Blondeau: Jan Yperman, vader van de Vlaamse heelkunde (ca. 1275–1331). Ypern 2005.
- ↑ Evert Cornelis van Leersum (Hrsg.): De cyrurgie van Meester Jan. Leiden 1912.


