Grand Isle County
| Verwaltung | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| US-Bundesstaat: | Vermont | ||||||
| Verwaltungssitz: | North Hero | ||||||
| Adresse des Verwaltungssitzes: |
County Courthouse P.O. Box 7 North Hero, VT 05474-0007 | ||||||
| Gründung: | 9. November 1802 | ||||||
| Gebildet aus: | Chittenden County Franklin County | ||||||
| Vorwahl: | 001 802 | ||||||
| Demographie | |||||||
| Einwohner: | 7.293 (Stand: 2020) | ||||||
| Bevölkerungsdichte: | 34,08 Einwohner/km² | ||||||
| Geographie | |||||||
| Fläche gesamt: | 504 km² | ||||||
| Wasserfläche: | 290 km² | ||||||
| Karte | |||||||
| Bevölkerungsentwicklung | |||
|---|---|---|---|
| Census | Einwohner | ± rel. | |
| 1790 | 1.155 | — | |
| 1800 | 2.498 | 116,3 % | |
| 1810 | 3.445 | 37,9 % | |
| 1820 | 3.527 | 2,4 % | |
| 1830 | 3.696 | 4,8 % | |
| 1840 | 3.883 | 5,1 % | |
| 1850 | 4.145 | 6,7 % | |
| 1860 | 4.276 | 3,2 % | |
| 1870 | 4.082 | −4,5 % | |
| 1880 | 4.124 | 1 % | |
| 1890 | 3.843 | −6,8 % | |
| 1900 | 4.462 | 16,1 % | |
| 1910 | 3.761 | −15,7 % | |
| 1920 | 3.784 | 0,6 % | |
| 1930 | 3.944 | 4,2 % | |
| 1940 | 3.802 | −3,6 % | |
| 1950 | 3.406 | −10,4 % | |
| 1960 | 2.927 | −14,1 % | |
| 1970 | 3.574 | 22,1 % | |
| 1980 | 4.613 | 29,1 % | |
| 1990 | 5.318 | 15,3 % | |
| 2000 | 6.901 | 29,8 % | |
| 2010 | 6.970 | 1 % | |
| 2020 | 7.293 | 4,6 % | |
| 1790–1800[3] 1810–1890[4] 1900–1990[5] 2000[6] 2010–2020[7] | |||
Nach der Ausrufung der Selbständigkeit wurde das ursprünglich einzige, die gesamte Staatsfläche umfassende County Vermonts, das heute nicht mehr existente Charlotte County, ab 1779 in mehreren Schritten unterteilt. Am 5. November 1792 wurden bei der Teilung des damaligen Chittenden County in ein nördliches und ein südliches County die bis dahin stets auch politisch zusammengehörenden Inselgemeinden geteilt: Alburgh, Isle La Motte und North Hero wurden dem neu gebildeten Franklin County zugeordnet, Grand Isle und South Hero verblieben bei Chittenden County. Dies rief den Protest der Bewohner der fünf Towns hervor, die sich als politische Einheit verstanden. Er äußerte sich in Form einer Petition an den Kongress von Vermont im September 1794 und führte zur Gründung des diese fünf Towns umfassende Grand Isle Countys am 9. November 1802. Seither blieb es in seinen Grenzen erhalten.
Die Inseln entwickelten sich ruhig und ohne weiteren Zwischenfälle zu landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen. Besonders der Kartoffelanbau sowie die Schafzucht waren verbreitet. Das bereits erwähnte Steinvorkommen auf der Isle La Motte, das sich später als schützenswertes fossiles Riff herausstellte, wurde durch eine Reihe von Steinbrüchen erschlossen, die Steine per Schiff über den Lake Champlain und den Hudson River bis nach New York befördert, wo sie unter anderem zum Bau der Brooklyn Bridge genutzt wurden.
Bahnbau und Industrialisierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab etwa 1845 erfasste der Bahnbau Vermont an vielen Stellen zugleich. Mehrere Linien verbanden die Towns von Ost nach West quer durch das Gebirge: Vom Connecticut River zum Lake Champlain oder zum Hudson konnte man schon nach zwei Jahren Eisenbahnbau in Vermont bequem reisen.
Anders sah es im Grand Isle County aus. Da die Inseln nahezu ausschließlich landwirtschaftlich genutzt wurden und ein Bahnbau große Brückenschläge erfordert hätte wurde zunächst auf den Anschluss verzichtet. Stattdessen wurde die Nordverbindung um den Lake Champlain nach Rouses Point in New York forciert. Tatsächlich wurde dies die erste von zwei Linien, die Grand Isle County durchzogen: 1850 schlug die St. Johnsbury and Lake Champlain Railroad diese Verbindung. Dazu wurden zwischen Swanton, Alburgh und Rouses Point zwei Dämme mit brückenüberspannten Durchlässen über die Missisquoi Bay im Osten und den nördlichen Ausläufer des Lake Champlain im Westen geschlagen. Die Bahnlinie brachte zwar keine Industrie in das County, sehr wohl aber Touristen, die an zwei Heilwasserquellen in Alburgh und North Hero Linderung von Hauterkrankungen suchten.
Eine zweite Strecke wurde von Burlington aus auf die Grand Isle geführt und in Alburgh an die Verbindungsstrecke Swanton–Rouses Point angeschlossen. Diese Bahnstrecke Burlington–Rouses Point wurde durch die Rutland Railway errichtet und ab 1901 betrieben. Auch sie brachte keine Industrialisierung der Inseln mit sich. Die Steinbrüche auf der Isle La Motte blieben von den neuen Transportmöglichkeiten unerreicht; die Steine wurden wie bisher per Schiff versandt.
Beide Bahnstrecken sind mittlerweile stillgelegt worden. Der Bahndamm nach Burlington dient heute als Wanderweg durch den See, die Dämme bei Alburgh werden für den Straßenverkehr genutzt.
Der Bürgerkrieg und die Folgezeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie schon der Unabhängigkeitskrieg das Gebiet des späteren Grand Isle County aussparte blieb auch der Amerikanische Bürgerkrieg (1861 bis 1864) den Inseln fern. Es gab keinerlei Schlachten, Überfälle oder Aktionen im Bereich des Countys; die nächstgelegene, vereinzelte Bürgerkriegsaktion war der St. Albans Raid, der im benachbarten Franklin County stattfand. Lediglich an der Gestellung von Soldaten aus den Reihen der Bürger war abzulesen, was in den Vereinigten Staaten geschah. Das County war durch Veteranen des Unabhängigkeitskrieges besiedelt worden; entsprechend hoch war nun die Bereitschaft, auf Seiten der Nordstaaten zu kämpfen. Im Vergleich zu anderen ländlich ausgerichteten Countys blieb darum offenbar auch die Zahlung von Abfindungen und die Anzahl von Freikäufen vom Militärdienst relativ gering. Genaue Zahlen sind wegen fehlender Angaben für North Hero und Grand Isle leider nicht zu nennen. Die vorhandenen Quellen lassen eine Abschätzung von insgesamt etwa 250 Soldaten zu. Die Quote der Freikäufe und Ersatzmänner liegt, denselben Aufstellungen zufolge, unter 10 %. Ebenso ist die Anzahl der Gefallenen und Verwundeten mit den vorliegenden Quellen nicht sinnvoll zu rekonstruieren. In anderen Towns der Umgebung liegt sie meist zwischen 15 und 20 %, so dass hierfür von etwa 30 bis 50 Personen auszugehen ist.
Die Wiederentdeckung des Standortes der ersten Sankt-Annen-Kapelle auf nordamerikanischem Boden im Jahr 1892 führte ein Jahr später zur Errichtung einer Wallfahrtskirche auf der Isle La Motte durch eine Gemeinde aus Burlington. Diese Stätte entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Wallfahrtsort für Vermont, New York und das südöstliche Kanada, der bis heute jährlich mehrere tausend Besucher anzieht.
Die Weltwirtschaftskrise von 1929
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der weitgehend fehlenden Industrie bei gleichzeitig autarker Wirtschaft war der Effekt der 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise auf die Inseln gering geblieben. Deswegen wurden auch keine New-Deal-Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung, wie sie in anderen Countys vorgenommen wurden, vorgesehen. Allerdings begann auch auf den Inseln die Abwanderung von Bewohnern in die Wirtschaftszentren. Von 1930 bis zur Volkszählung 1960 sanken die Bevölkerungszahlen des Countys um etwa ein Viertel.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
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Auch durch den Zweiten Weltkrieg und seine Nachwirkungen auf die amerikanische Wirtschaft wurde das abgeschiedene Grand Isle County nicht direkt berührt. Durch die Intensivierung des Individualverkehrs und die dadurch erhöhte Mobilität der Amerikaner kam es aber zu zwei Effekten: Zum einen entwickelten sich die Inseln zu einem Naherholungszentrum für den Ballungsraum Burlington, das sich seit Kriegsende mehr und mehr zum Industrie- und Bevölkerungszentrum Vermonts entwickelte, zum anderen entdeckten die Bewohner der Ballungszentren der Ostküste, insbesondere die New Yorker, das Hinterland. Im Grand Isle County wurden mehrere Landschafts- und Tierschutzgebiete angelegt, die als Touristenmagnete fungieren. Ebenso wurden Angelplätze, Zeltplätze und Sportboothäfen gebaut. Die Landwirtschaft ist zwar noch immer die wichtigste Einnahmequelle der Inseln, doch der Tourismus nimmt an Bedeutung stetig zu. Die Errichtung von Zweitwohnsitzen und die Stadtflucht aus dem nahen Raum Burlington drehte den Effekt des Bevölkerungsschwundes seit dem Schwarzen Freitag von 1929 um: Seit den 1960er Jahren hat sich die Bevölkerung bis zur Volkszählung 2010 mehr als verdoppelt. Nach der Volkszählung von 2010 leben inzwischen rund 7.000 Menschen in den Towns von Grand Isle County, mit steigender Tendenz, die in der Dekade 2000 bis 2010 mit 1 % allerdings unter dem Durchschnitt aller Towns Vermonts (etwa 3 %) blieb.
Städte und Gemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zusätzlich zu den unten angeführten selbständigen Gemeinden existiert in der town Alburgh das mit eigenständigen Rechten versehene Village Alburgh, welches von der übergeordneten Town Alburgh mitverwaltet wird.
| Ortschaft | Status | Einwohner (2020)[8] | Gesamte Fläche [km²] | Landfläche [km²] | Bevölkerungsdichte [Einwohner / km²] | Gründung | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Alburgh | town | 2.106 | 126,4 | 75,5 | 27,9 | 23. Feb. 1781 | |
| Grand Isle | town | 2.086 | 91,0 | 42,5 | 49,1 | 27. Okt. 1779 | |
| Isle La Motte | town | 488 | 43,2 | 20,4 | 23,9 | 27. Okt. 1779 | |
| North Hero | town | 939 | 120,6 | 34,9 | 26,9 | 27. Okt. 1779 | County Seat |
| South Hero | town | 1.674 | 123,0 | 38,6 | 43,4 | 27. Okt. 1779 |
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans R. Guggisberg: Geschichte der USA. 4. erweiterte und aktualisierte Auflage. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-17-017045-7.
- A. J. Coolidge, J. B. Mansfield: A History and Description of New England, general and local. Boston 1859, Kapitel VIII–IX, S. 705–960 (englisch).
- Abby Maria Hemenway: The Vermont Historical Gazetteer: A Magazine, Embracing a History of Each Town, Civil, Ecclesiastical, Biographical and Military. A. M. Hemenway, 1871, S. 473–486 (englisch, Textarchiv – Internet Archive).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Grand Isle County. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, United States Department of the Interior, abgerufen am 22. Februar 2011 (englisch).
- ↑ Explore Census Data Total Population in Grand Isle County, Vermont. Abgerufen am 24. Februar 2023.
- ↑ Abby Maria Hemenway: The Vermont Historical Gazetteer: A Magazine, Embracing a History of Each Town, Civil, Ecclesiastical, Biographical and Military. A. M. Hemenway, 1871, S. 481 (Textarchiv – Internet Archive).
- ↑ Aufbereitung historischer Daten. University of Virginia
- ↑ Auszug. Census.gov; abgerufen am 28. Februar 2011
- ↑ Auszug. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.) factfinder.census.gov; abgerufen am 28. Februar 2011
- ↑ Eintrag bei Census.gov. Abgerufen am 12. November 2021.
Die Einwohnerdaten vor der Gründung des County entstanden aus der Addition der Werte der später zugehörigen Towns. - ↑ Einwohnerdaten aus dem US-Census von 2020
Koordinaten: 44° 48′ N, 73° 17′ W

