Geraberg
Geraberg Landgemeinde Geratal | ||
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| Koordinaten: | 50° 43′ N, 10° 51′ O | |
| Höhe: | 440 m | |
| Fläche: | 15,05 km² | |
| Einwohner: | 2273 (31. Dez. 2018)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 151 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung: | 1. Januar 2019 | |
| Postleitzahl: | 99331 | |
| Vorwahl: | 03677 | |
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember[1]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten](Ortsteil-)Bürgermeister und Ortsteilrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ortsteilbürgermeister ist seit den Kommunalwahlen in Thüringen am 26. Mai 2024 Detlef Bräuning (Unabhängige Wählergemeinschaft Geraberg/Geratal).[10] Er bildet zusammen mit zehn weiteren Mitgliedern den Ortsteilrat.[11]
Von 1994 bis 2004 war Heinz Hertwig (FDP, später CDU) ehrenamtlicher Bürgermeister von Geraberg, ehe von 2004 bis 2019 Günther Irrgang (FWG Ilm-Kreis / Geraberg) folgte, zuletzt als Ortsteilbürgermeister.[12] Von 2019 bis 2024 schloss sich Holger Frankenberg (FWG Ilm-Kreis / Geraberg) an.[13]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen wurde am 5. Dezember 1994 durch das Thüringer Landesverwaltungsamt genehmigt.
Blasonierung: „In Gold ein grüner, mit einem goldenen, auf drei Stufen erhöhten Passionskreuz belegter Berg, auf dem rechts und links je eine grüne Fichte steht; darüber im Schildhaupt ein gestürzter blauer Wellensparren.“
Die Gemeinde Geraberg entstand und erhielt ihren Ortsnamen durch die Verbindung der ehemaligen Siedlungen Gera und Arlesberg. Als redende Elemente befinden sich ein stilisierter Berg und ein gewinkelter Wellenbalken im Wappen. Der Wellenbalken steht für den ehemaligen Ortsteil Gera sowie für die Lage der Gemeinde am gleichnamigen Wasserlauf. Die charakteristische Winkelung des Wellenbalkens veranschaulicht die etymologische Abstammung der Bezeichnung Gera von ahd. gero = der Winkel. Die beiden Fichten symbolisieren die beiden Ortsteile und verweisen auf die Lage des Ortes im waldreichen Gebiet am Nordhang des Thüringer Waldes. Das goldene Hochkreuz auf einem dreifach geteilten goldenen Sockel entstammt einem alten Siegel der Kirchengemeinde Geraberg und symbolisiert die Geraberger Kirche.[14]
Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
Ortspartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geraberg unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu den Gemeinden
- Lahnau (Hessen)
- Morbach (Rheinland-Pfalz)
- Pont-sur-Yonne (Frankreich).
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wirtschaftsbestimmend in Geraberg war bis 1990 die Thermometerherstellung. Im VEB Thermometerwerk Geraberg fanden zu DDR-Zeiten etwa 2.000 Menschen Arbeit. Nach der Wende 1990 ging aus dem Thermometerwerk die heutige Firma Geratherm hervor, die ihren Sitz im Gewerbegebiet an der Autobahnabfahrt zwischen Geraberg und Geschwenda hat. Eine erste Themometerfabrik wurde in Geraberg 1886 als Zweigwerk der Thüringischen Glasinstrumentenfabrik Alt, Eberhardt & Jäger aus Ilmenau gegründet. Im Jahr 2012 erfolgte der erste Spatenstich im Industriegebiet „An der A 71“, dort siedelten sich seitdem die Firmen Saveway Isolierstoffe sowie KGM Furnierprofile an.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der unmittelbaren Anbindung Gerabergs an die A 71 hat sich eine wesentliche Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur ergeben. Geraberg liegt an der ehemaligen B 88 und an der Eisenbahnstrecke Erfurt–Ilmenau.
Ansässige Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein Baumarkt, ein Einkaufsmarkt, eine Bäckerei, Sparkasse, Post, Friseure und viele kleine Geschäfte sowie zahlreiche Handwerker und mittelständische Unternehmen repräsentieren Handel und Gewerbe in Geraberg.
Bildung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Staatlichen Regelschule Geratal in Geraberg werden Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klasse aus den Orten Geraberg, Geschwenda, Elgersburg, Martinroda und Heyda unterrichtet. Im Jahr 2020 fand der Spatenstich zum Erweiterungsbau an der „Neuen Schule“ statt, dieser wurde 2022 offiziell übergeben. Gleichzeitig wurde das Gebäude der „Alten Schule“ nach über 100 Jahren Nutzung aufgegeben.
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Obwohl Geraberg seit 2019 nicht mehr der Verwaltungsgemeinschaft Geratal/Plaue angehört, befindet sich ihr Verwaltungssitz weiterhin in Geraberg.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dank seiner Lage ist Geraberg besonders touristisch interessant für Wanderungen und Ausflüge ins Rennsteiggebiet.
- Auf den gut markierten Wanderwegen sind die folgenden Ausflugsziele in der unmittelbaren Umgebung von Geraberg aus zu Fuß erreichen:
- Schloss Elgersburg
- die Hohe Warte
- die Waldgaststätte Mönchhof
- die Kammerlöcher
- die Schmücke
- der Veronikaberg und die Reinsberge.
- Am Parkplatz am Bahnhof beginnt der Thüringer Klimaweg. Dieser 6,08 km lange Rundwanderlehrpfad ist mit 21 Anschauungstafeln zu Wetter- und Klimathemen ausgestattet. Des Weiteren können zwei Großthermometer besichtigt werden, die verschiedene physikalische Prinzipien zur Temperaturmessung nutzen.
- Durch den Jüchnitzgrund im Ortsteil Arlesberg führt der gut beschilderte Braunsteinweg, der an verschiedenen Stellen mittels Informationstafeln über die Geschichte des Manganbergbaus im Tal unterrichtet. Er beginnt am Kreisverkehr Gehlberger Straße/Geraer Straße/Elgersburger Straße, wo auf einem kleinen Plateau ein alter Sandsteinbrecher steht. Er war von 1935 bis 1960 in Betrieb zur Herstellung von Putz und Mauersand. Der ursprüngliche Standort war in der Nähe der Bergbrauerei.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Geraberg gibt es über 20 eingetragene Vereine. Die größten Vereine sind der Sportverein SV 08 mit etwa 250 Mitgliedern, der Musikverein Geraberg, der Gesangverein „Liederkranz Geraberg“, der Sportfischerverein sowie der Geraberger Carnevalverein (GCV).
Denkmäler und Museen
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In Geraberg sind besonders sehenswert die Kirche St. Bartholomäus, die Braunsteinmühle und das Thermometermuseum. Zu dem jährlich stattfindenden Tag des offenen Denkmals werden spezielle Führungen und Veranstaltungen durchgeführt.
Sport
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Der Sportverein SV08 Geraberg e. V. mit seinen sechs Abteilungen (Fußball, Kegeln, Volleyball, Handball, Tischtennis, Spielleute) und über 250 Mitgliedern ermöglicht Jung und Alt eine rege sportliche Betätigung. Die im Sportpark Geratal vorhandenen Anlagen – Rasen- und Kunstrasenplatz, Kegelbahn, Tennisanlage und ein Beachvolleyballfeld im modernen, mittels Sonnenenergie beheizten Schwimmbad (Umbau 2001) – sowie die Geratalhalle, bieten dazu im Sommer wie im Winter sehr gute Voraussetzungen. Zusätzlich ergeben sich bei vorhandener Schneelage von Geraberg aus gute Skiwandermöglichkeiten in den Thüringer Wald.
Die Fußballer spielen seit 12. April 2010 mit dem Nachbarort Geschwenda in der Spielvereinigung (SpVgg) Geratal. In der Saison 2012/13 gelang der Aufstieg in die Thüringenliga.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am Sonntag, eine Woche nach Pfingsten, wird alljährlich das Heringsfest begangen. Die Geschichte dieses Volksfestes führt bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Nach einer Unterbrechung von über 30 Jahren wird seit 2003 dieses Fest wieder regelmäßig mit Musik, Tanz und Spiel begangen.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Matthias Gesner (1691–1761), Gründer der Universität in Göttingen, heiratete 1718 in Geraberg die Pfarrerstochter Elisabeth Eberhard
- Mario Röser (* 1966), Profi-Fußballspieler beim FC Carl Zeiss Jena, wohnhaft in Geraberg und Trainer der 1. Mannschaft und der B-Junioren der SpVgg Geratal
- Bettina Lamprecht (* 1977), Schauspielerin
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Gemeinde Geraberg, Bevölkerung am 31. Dezember nach Geschlecht. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 1. Oktober 2025.
- ↑ ALSOS-Mission, Interrogation of Blome, Director of German B.W. Activities, 30.7.1945, NARA RG 319 Records of Armee Staff, Box 22a, Akten der Nürnberger Prozesse, A56-60, S. 4666
- ↑ Erhard Geißler: Biologische Kriegsführung im Dritten Reich. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1993, ISBN 978-3-593-34988-6.
- 1 2 Egmont R. Koch, Michael Wech: Deckname Artischocke - Die geheimen Menschenversuche der CIA. Goldmann Verlag, München 2004, ISBN 978-3-442-15281-0, S. 43–44.
- ↑ Erhard Geißler: Biologische Waffen - nicht in Hitlers Arsenalen. LIT Verlag, Münster 1999, ISBN 3-8258-2955-3, S. 534 ff.
- ↑ Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 14/2018 S. 795 ff., aufgerufen am 1. Januar 2019
- ↑ Quelle für schwarzburgische und sächsische Orte: Johann Friedrich Kratzsch: Lexicon der sämmtlichen Ortschaften der Deutschen Bundesstaaten. Naumburg, 1843. Online abrufbar bei Google Books. Quelle für preußische Orte: Handbuch der Provinz Sachsen. Magdeburg, 1843. Online abrufbar bei Google Books
- ↑ Michael Rademacher: Einwohnerzahlen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Bevölkerungsentwicklung ab 1989 (TLUG) ( vom 29. Oktober 2012 im Internet Archive) (PDF; 18 kB)
- ↑ Wahlen in Thüringen, Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2024 in Thüringen, Geratal OT Geraberg. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 15. Februar 2025.
- ↑ Gemeinde Geratal: Amtsblatt, 1. Jahrgang, Nr. 12. 14. Juni 2019, abgerufen am 30. August 2019.
- ↑ Wahlen in Thüringen, Bürgermeisterwahl 2013 in Thüringen, Geraberg. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 15. Februar 2025.
- ↑ Wahlen in Thüringen, Ortsteil-/Ortschaftsbürgermeisterwahl 2019 in Thüringen, Geratal OT Geraberg. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 15. Februar 2025.
- ↑ Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 11; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e. V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X

