Liebenstein wurde 1303 erstmals urkundlich erwähnt. 1434 kamen die Herren von Witzleben durch Tausch in den Besitz der Burg Liebenstein. 1746 kamen die Burg Liebenstein und die zu ihrem Gerichtsbezirk gehörenden Orte Liebenstein, Frankenhain und Rippersroda an den herzoglich-württembergischen Staatsminister Heinrich Günther Reinhard von Röder zu Geschwenda.[2] Die Landeshoheit über die Witzlebischen Gerichtsorte kam 1640 an das Herzogtum Sachsen-Gotha, 1672 an das Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg und 1826 an das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha. Seit 1920 liegt der Ort im Land Thüringen.
Bis 1884 Bau der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen, die durch Liebenstein führt. 1894 folgte ein zweites Gleis. 1939 in Zusammenhang mit der 1935–1938 errichteten Talsperre Lütsche Bau eines Wasserwerks.
Im Ersten Weltkrieg hatte Liebenstein 31, im Zweiten Weltkrieg 59 Gefallene und Vermisste zu beklagen.
1944 stürzte in der Umgebung ein Bomber der United States Army Air Forces ab, ein Besatzungsmitglied überlebte. Im März 1945 stürzte ein deutsches Jagdflugzeug auf dem Hohenberg ab, das über Zella-Mehlis abgeschossen worden war. In der Nacht vom 10. zum 11. April 1945 und morgens lag Liebenstein unter US-Artilleriebeschuss. Der Kirchturm wurde zerstört, mehrere Gebäude getroffen – ohne dass es zu einem Brand kam. Auch die Bahnanlagen waren gegen Kriegsende stark beschädigt worden. Am 11. April rückten amerikanische Truppen ein.
1955 wurde unterhalb der Burg eine Freilichtbühne angelegt. 1956 wurde die LPG „Neue Zeit“ gegründet. Problematisch war der Gestank, der von der Konzentration der Stallanlagen auf den „Hahnwiesen“ ausging. In den 1970er Jahren errichtete man eine Heimatstube, die 2001 durch den „Heimatverein Liebenstein e. V.“ neugestaltet wurde. 1992 konnte Liebenstein an das Erdgasnetz angeschlossen werden. 1995 wurde durch den Bau eines neuen Druckbehälters die Wasserversorgung stabilisiert.
Seit 1994 gehört Liebenstein zum Ilm-Kreis. Bereits 1993 schloss es sich mit anderen Gemeinden zur Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal zusammen. Mit der Auflösung dieser wurde es am 1. Januar 2019 ein Ortsteil der Landgemeinde Geratal.[3]
1999 erfolgte eine umfassende Sanierung der Burgruine.
Im Jahr 2017 wurde der erneuerte Saal im Röderschlösschen fertiggestellt und das Röderschlösschen erhielt bis 2019 eine neue Fassade und neue Fenster.
Die Ortsdurchgangsstraße wurde von 2017 bis 2020 umfangreich saniert und mit neuen Gehwegen und einer modernen LED-Straßenbeleuchtung versehen. Im Zuge der Sanierung wurden auch die Straße zur Graupenmühle (Hammeracker) und der Friedhofsweg erneuert.
Im Jahre 2022 wurde der Weg zur Burgruine am Südhang inklusive Geländer und Beleuchtung neu hergestellt.
Entwicklung der Einwohnerzahl:
- 1843 – 278[4]
- 1939 – 873[5]
- 1989 – 526[6]
- 2005 – 412
- 2010 – 377
- 2015 – 355
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember[1]