Engie
| Engie SA | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Rechtsform | SA | ||||
| ISIN | FR0010208488 | ||||
| Gründung | 2008 | ||||
| Sitz | Courbevoie, La Défense | ||||
| Leitung |
| ||||
| Mitarbeiterzahl | 97.300[1] | ||||
| Umsatz | 82,6 Mrd. Euro | ||||
| Branche | Energieversorgung | ||||
| Website | www.engie.com | ||||
| Stand: 31. Dezember 2023 | |||||
| Name | Land | Typ | Brennstoff | Nettoleistung (MW) | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| Kraftwerk Wilhelmshaven | Deutschland | Steinkohlekraftwerk | Kohle | 800 | In Betrieb seit 2015 |
| Kraftwerksgruppe Pfreimd | Deutschland | Pumpspeicher & Laufwasser | Wasser | ~130 | In Betrieb |
| Jirau-Wasserkraftwerk | Brasilien | Laufwasserkraftwerk | Wasser | 3.750 | In Betrieb |
| Kathu Solar Park | Südafrika | Solarthermie | Solar | 100 | In Betrieb seit 2019 |
| Ras Laffan C | Katar | GuD-Kraftwerk | Erdgas | 2.730 | In Betrieb, Anteil Engie 8 % |
| Windpark Helmstadt | Deutschland | Windpark | Wind | 12,5 | In Betrieb seit 2012 |
Weitere Informationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Engie investiert gezielt in den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere in Wind- und Solarkraft, sowie in Speicherkapazitäten. Der Konzern strebt bis spätestens 2045 eine vollständige Dekarbonisierung seiner Stromerzeugung an.
Engie in Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Engie Deutschland AG (vormals GDF Suez Energie Deutschland AG) – die bis Januar 2009 als Electrabel Deutschland AG firmierte – ist der Hauptsitz der Engie-Gruppe in Deutschland mit Sitz in Köln. Seit der Liberalisierung des Energiemarktes in Deutschland 1998 ist das Unternehmen im Vertrieb von Strom, Erdgas, Wärme und Energiedienstleistungen, in der Strom- und Wärmeerzeugung sowie im Handel tätig. Es werden Industriekunden, Weiterverteiler und öffentliche Einrichtungen mit Strom, Gas und Energiedienstleistungen versorgt. Vorstandsvorsitzender der Engie Deutschland AG ist Manfred Schmitz.
Im Jahr 2001 gründete Electrabel zusammen mit den Stadtwerken Saarbrücken die Vertriebsgesellschaft Energie SaarLorLux. Das Unternehmen liefert Strom, Gas und Fernwärme an Haushalts-, Gewerbe- und Industriekunden in der Region Saar-Lor-Lux. Von 2005 bis 2011 führte die GDF SUEZ Saarland GmbH (die bis 2009 als Electrabel Saarland GmbH firmierte) den Betrieb. Im Juli 2011 ging das Kraftwerk Römerbrücke auf die Energie SaarLorLux AG in Saarbrücken über. Im Jahr 2002 hat Electrabel eine Kooperation mit den Stadtwerken Gera geschlossen. Über die Energieversorgung Gera erfolgt der Verkauf von Strom, Wärme, Gas sowie von energienahen Dienstleistungen und der Betrieb der entsprechenden Netze. Die Kraftwerke Gera GmbH erzeugen Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung.
Im September 2008 wurde der Grundstein für ein Kraftwerk in Wilhelmshaven gelegt.[9] An dem Kraftwerk ist das Schweizer Energieunternehmen BKW Energie mit 33 % und die WSW Energie & Wasser AG mit 15 % beteiligt. Das Steinkohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad von 46 % (der durchschnittliche Wirkungsgrad von Steinkohlekraftwerken in Deutschland beträgt 38 %) und wurde Ende 2015 in Betrieb genommen.
GDF Suez und E.ON haben am 4. November 2009 nach Zustimmung durch die zuständigen Kartellbehörden einen bereits im Juli vereinbarten Tausch von Erzeugungskapazität vollzogen. GDF Suez erhielt von E.ON die Steinkohlekraftwerke Farge (351 MW Nettoleistung) und Zolling (472 MW Nettoleistung)[10]. Zudem erwarb GDF Suez am Standort Zolling Gasturbinen mit einer Kapazität von 50 MW sowie eine 50-%-Beteiligung an einer 20-MW-Biomasseanlage. Ein weiterer Bestandteil der Vereinbarung war die Kraftwerksgruppe Pfreimd, bestehend aus dem Pumpspeicherkraftwerk Reisach (99 MW), dem Laufwasserkraftwerk Trausnitz (1,8 MW) und dem Kraftwerk Tanzmühle mit einer Pumpspeicher- (28 MW) und einer Laufwasser-Anlage (3,3 MW). Des Weiteren erhielt GDF Suez Stromlieferverträge aus den Kernkraftwerken Krümmel, Gundremmingen und Unterweser im Gesamtvolumen von rund 700 MW. Im Gegenzug erhielt E.ON von GDF Suez das Steinkohlekraftwerk Langerlo (556 MW) und das Gaskraftwerk Vilvoorde (385 MW) sowie Stromlieferverträge aus den Kernkraftwerken Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 im Gesamtvolumen von rund 770 MW mit Lieferpunkt in Belgien und den Niederlanden.[11] Darüber hinaus besitzt die Engie-Gruppe in Deutschland Anteile an der Gasag und, über die Tochter GRTgaz, an der Gaspipeline Megal, sowie an der Gaspipeline BOG in Österreich.
Im September 2011 hat Storengy Deutschland Infrastructures als ein Unternehmen der GDF Suez die BEB Speicher (vor Umfirmierung in Storengy Deutschland Leine) übernommen, ein Tochterunternehmen der BEB Erdgas und Erdöl. Bestandteil der Übernahme sind die Erdgas-Untergrundspeicher Reitbrook und der Porenspeicher Uelsen sowie die Kavernenspeicher Lesum und Harsefeld inklusive des dazugehörigen Speichermarketings.[12] Zusammen mit den GDF-eigenen Speichern stellt GDF Suez mit 14 Mrd. m³ Gas (unter Normbedingungen) den zweitgrößten europäischen Betreiber von Erdgas-Untergrundspeichern dar. Im September 2011 haben GDF Suez Energie Deutschland und WSW Energie & Wasser gemeinsam einen Windpark im unterfränkischen Helmstadt bei Würzburg gekauft. Die Wuppertaler Stadtwerke beteiligten sich mit einem Anteil von 49 %. Die Anlage soll etwa 30.000 Megawattstunden liefern (durchschnittlicher Verbrauch von 10.000 Haushalten). Der Windpark mit 12,5 MW Leistung (fünf Windkraftanlagen mit jeweils 2,5 Megawatt) wurde am 24. Juni 2012 offiziell eingeweiht.[13]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geldbuße der EU-Kommission wegen Aufteilung von Märkten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 8. Juli 2009 verhängte die EU-Kommission Geldbußen von je 553 Mio. Euro gegen GDF Suez und E.ON/E.ON Ruhrgas. Im Rahmen der Planungen zum Bau der Megal-Pipeline wurden im Jahr 1975 Zusatzvereinbarungen über die Aufteilung von Gasmärkten in Frankreich und Deutschland getroffen. Den Unternehmen wird vorgeworfen, diese Marktabsprachen unzulässigerweise weiter praktiziert zu haben, obwohl diese, ursprünglich legalen Wettbewerbsabreden, nach der Öffnung der europäischen Gasmärkte seit August 2000 gegen EU-Recht verstießen.[14] Beide Unternehmen erklärten, zu keinem Zeitpunkt gegen EU-Recht verstoßen zu haben, und Klage gegen die Geldbußen zu erheben.[15] Der EuGH bestätigte 2012 die Geldbuße in Höhe von 320 Mio. Euro.[16]
Betrieb undichter Bohrschlammgruben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Engie betrieb eine Bohrschlammgrube in Brüchau in Sachsen-Anhalt für gefährliche Öl- und Gasabfälle, welche hochgiftig und radioaktiv sind. Die Bohrschlammgrube ist zur DDR-Zeit im Rahmen der regionalen Erdgasförderung entstanden. Nach Recherchen des WDR wusste der Konzern seit Mitte 2000, dass Schadstoffe aus der Deponie – darunter radioaktives Radium – ins Grundwasser gelangten. Dem WDR liegt unter anderem ein Gutachten aus dem Jahr 2000 vor, in dem stark erhöhte Werte des radioaktiven Radium-226 im Grundwasser rund um die Bohrschlamm-Deponie nachgewiesen wurden. Interne Schriftstücke aus dem Unternehmen belegen, dass GDF Suez spätestens seit Mitte 2000 von der Grundwasserverseuchung wusste. Eine daraufhin von dem Unternehmen beantragte „wasserrechtliche Genehmigung“, die den Weiterbetrieb der Deponie trotz der Grundwasserbelastung hätte legalisieren können, wurde von der zuständigen Bergbehörde im November 2002 ausdrücklich versagt.[17]
Kraftstoff- und Energielieferungen aus Russland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die größten ukrainischen Energiekonzerne DTEK, Naftohas und Ukrenerho haben im April 2022 an westliche Versorger appelliert, die Zusammenarbeit mit Russland im Brennstoff- und Energiesektor wegen des Überfalls auf die Ukraine einzustellen. Dieser Appell richtete sich auch direkt an den Engie-Konzern.[18]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Website Engie
- Website Engie Deutschland
- Engie Backgrounder (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2024. Suche im Internet Archive )
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Backgrounder Engie in Deutschland. (PDF) Engie Deutschland, S. 5, abgerufen am 28. November 2024.
- ↑ Kritik an Emmanuel Macron wegen Tihange-Aktien. ( vom 17. März 2018 im Internet Archive) In: Aachener Nachrichten. 17. März 2018.
- ↑ ebenso andere große Firmen: Rhone-Poulenc, Pechiney-Ugine-Kuhlmann, CGE, Thomson, Saint-Gobain-Pont-a-Mousson, Paribas
- ↑ GDF Suez mischt bei Atomkraft mit ( vom 7. März 2009 im Internet Archive)
- ↑ https://www.energate-messenger.de/news/108931/gdf-suez-uebernimmt-international-power
- ↑ GDF Suez in Engie umbenannt. Ehemals im (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. April 2015. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
- ↑ Our Strategy – Engie.com. Abgerufen am 1. Juli 2025.
- ↑ Integrated Report 2023. (PDF) Engie, S. 57, abgerufen am 1. Juli 2025.
- ↑ Aktuelles vom Kraftwerk ( vom 16. Juni 2016 im Internet Archive).
- ↑ GDF SUEZ Energie Deutschland AG – Chronik ( vom 24. Januar 2010 im Internet Archive) (Seite nicht mehr erreichbar)
- ↑ https://www.marketscreener.com/quote/stock/ENGIE-4995/news/GDF-SUEZ-Capacity-exchange-agreement-between-E-ON-and-GDF-SUEZ-fully-finalised-13274470/
- ↑ Struktur der Storengy Deutschland GmbH. ( vom 26. Juni 2013 im Webarchiv archive.today) Abgerufen am 21. Juni 2013.
- ↑ Windpark Helmstadt ( vom 17. November 2016 im Internet Archive), abgerufen am 14. Dezember 2016.
- ↑ Pressemitteilung der EU-Kommission zur Verhängung von Geldbußen gegen E.ON und GDF SUEZ
- ↑ Archivlink ( vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)
- ↑ EuGH, Urteil vom 29. Juni 2012 – T-360/09
- ↑ Undichte Bohrschlammgrube: Vorwürfe gegen Betreiber GdF Suez ( vom 20. April 2016 im Internet Archive)
- ↑ Appell. StopBloodyEnergy, April 2022, abgerufen am 5. Mai 2022.
Koordinaten: 48° 53′ 47″ N, 2° 14′ 23″ O
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