Esens
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 53° 39′ N, 7° 37′ O | |
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Wittmund | |
| Samtgemeinde: | Esens | |
| Höhe: | 7 m ü. NHN | |
| Fläche: | 21,67 km² | |
| Einwohner: | 7045 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 325 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 26427 | |
| Vorwahl: | 04971 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WTM | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 62 003 | |
| LOCODE: | DE 76Y | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Markt 2–4 26427 Esens | |
| Website: | esens.de | |
| Bürgermeisterin: | Karin Emken (SPD) | |
| Lage der Stadt Esens im Landkreis Wittmund | ||
Esens ist eine Kleinstadt im ostfriesischen Landkreis Wittmund sowie Mitgliedsgemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Esens.
Historisch gehört die Stadt – als wichtigster zentraler Ort – zum Harlingerland, das endgültig erst im Jahr 1600 durch den Berumer Vergleich zur Grafschaft Ostfriesland kam. Seit 1885 ist Esens Teil des Landkreises Wittmund, der aus den Ämtern Wittmund und Esens sowie der Stadt Esens gebildet wurde.
Der Ortsteil Bensersiel ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad und bietet einen Yacht- und Fischkutterhafen. Mit einer Fähre ist von Bensersiel aus die Insel Langeoog zu erreichen.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Esens befindet sich am Nordrand des oldenburgisch-ostfriesischen Geestrückens etwa vier Kilometer vom niedersächsischen Wattenmeer entfernt. Das Umland besteht aus kleinen Dörfern sowie aus Streusiedlungen.[2] Die Kreisstadt Wittmund liegt etwa 16 Kilometer und die Stadt Aurich etwa 26 Kilometer entfernt.
Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der geologische Untergrund besteht aus eiszeitlichen Sand-, Ton- und Mergelablagerungen. Am östlichen Stadtrand sind kleine Flachmoorlinsen eingebettet. Nördlich der Stadtgrenze beginnt das Marschland, das sich bis an die Küste ausdehnt.[2]
Gewässer
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Das einzige bedeutende Gewässer im Stadtgebiet ist das Benser Tief, ein weit in das Binnenland hineinführender Sielzug, der in erster Linie der Entwässerung der tiefer gelegenen Flächen hinter dem Deich dient. Das Tief mündet über ein Siel in Bensersiel in die Nordsee.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Stadt Esens grenzt im Nordosten an die Gemeinde Neuharlingersiel, im Südosten an die Gemeinde Stedesdorf, im Südwesten an die Gemeinde Moorweg und im Westen an die Gemeinde Holtgast.
Stadtgliederung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu Esens gehören Bensersiel und die kleinen Gehöfte Backerei, Bokum, Hammerhaus, Hayungshaus, Kleinarmenland, Lehmkuhlen, Nordorf, Nordorfer Grashaus, Oldendorf, Ölschlägerei, Sterbur, Tonnenkamp, Ülkerei und Westbense.
Geschichte
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Esens wurde im Mittelalter als Handels- und Marktort auf dem sturmflutsicheren Geestrand unweit der Küste gegründet. Entstanden ist der Ort um 800 nach Christus. Zu Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die Herrschaft Esens von Junker Balthasar regiert, der sich gegen die Bremer Kaufleute und damit gegen die Hanse auflehnte. Noch heute wird jährlich zu seinen Ehren ein Fest ausgerichtet. Balthasar starb 1540, und Esens gelangte durch Erbschaft unter die Herrschaft der Rietberger, bis es schließlich wiederum durch Erbschaft 1600 an die Grafen von Ostfriesland fiel.
Nach dem Erlöschen des Ostfriesischen Fürstenhauses im Jahr 1744 fiel dessen gesamter Besitz und damit auch das Harlingerland an Preußen. Die Preußen schleiften die nicht mehr benötigte Burg Esens und entfestigten schließlich auch die Stadt. Die Münze wurde nach Aurich verlegt, und Esens wurde damit zur kleinen Provinzstadt in der Region.
Nach einer kurzen französischen Besetzung während der napoleonischen Kriege wurde die gesamte Region durch den Wiener Kongress 1815 dem Königreich Hannover zugeschlagen und gelangte mit diesem 1866 nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg wieder in den Besitz des Königreichs Preußen. In der Folge wurde Wittmund zur Kreisstadt des Harlingerlandes bestimmt, welches um das Amt Friedeburg erweitert worden war. Esens verlor damit weitere Funktionen. Auch nach der Gründung des Deutschen Kaiserreiches blieb Esens landwirtschaftlich geprägt, Industrien siedelten sich nicht an. Der Ort wurde jedoch an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was bis heute aufrechterhalten werden konnte.
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 lag der Stimmenanteil der deutschnationalen Parteien über dem Durchschnitt. Die NSDAP konnte 56,8 % (42 % auf Reichsebene) der Stimmen erringen, die unter dem Namen Kampffront Schwarz-Weiß-Rot angetretene Deutschnationale Volkspartei erzielte 21,1 %. SPD und KPD erhielten 13,8 % bzw. 2,9 %.[2] Während des Holocaust wurden mindestens 46 Deutsche jüdischen Glaubens Opfer der Verfolgungen. Die Schicksale von etwa 30 Personen konnte nicht aufgeklärt werden. 56 Menschen entgingen den Deportationen durch Emigration ins Ausland, vor allem in die USA, nach Argentinien und Israel. Am 16. April 1940 vermeldete der Wittmunder Landrat dem Regierungspräsidenten in Aurich: „Die Städte Esens und Wittmund sind judenfrei.“[3][4]
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Esens dann Opfer des Luftkriegs: Am 27. September 1943 fanden 165 Menschen den Tod bei einem Bombenangriff der Alliierten. Das „Armen- und Arbeiterhaus“ wurde total zerstört, im Keller des Gebäudes starben 102 Schul- und Landjahrkinder. Esens – selbst ohne militärische Bedeutung – wurde als so genanntes „Target of Opportunity“ (Gelegenheitsziel) von verirrten Bomben getroffen, die eigentlich Emden als Ziel hatten.[5]
Durch den Flüchtlingsstrom der Nachkriegszeit nahm die Bevölkerung von Esens erheblich zu. Mehr als 1500 Flüchtlinge mussten versorgt werden, was zu großen Problemen führte. 1946 betrug der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen an der Gesamtbevölkerung 18 Prozent, bis 1950 stieg er auf 24 Prozent. 1949 waren von den 4047 Einwohnern der Stadt 698 Vertriebene und 274 Flüchtlinge, Umquartierte und Evakuierte.[2]
Wirtschaftlich ging es langsam aufwärts. 1951 wurde der Bade- und Verkehrsverein Esens-Bensersiel gegründet. Ab 1960 wurde massiv in die Entwicklung des Fremdenverkehrs investiert.
1965 wurde die ganze Altstadt als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Mit Hilfe gezielter Maßnahmen erhielt die Innenstadt in den Folgejahren mit Kirchplatz, Haus der Begegnung, Warftbühne, Arkaden und dem Balthasarbrunnen eine umfassende Modernisierung. Einbezogen in das Sanierungskonzept wurde auch eine Nordumgehung zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt. Sie war die Grundvoraussetzung zur Umwandlung der Steinstraße in eine Fußgängerzone, 1974 die erste in Ostfriesland überhaupt. 1984 erhielt die Stadt für ihre Stadtsanierung den 1. Preis im Landeswettbewerb „Bauen und Wohnen in alter Umgebung“.[2]
Bei der Gebietsreform in Niedersachsen vom 1. Juli 1972 wurden die beiden Gemeinden Bensersiel und Sterbur in die Stadt Esens eingegliedert.[6] Die Stadt Esens gehört seitdem zusammen mit den umliegenden Gemeinden Dunum, Holtgast, Moorweg, Neuharlingersiel, Stedesdorf und Werdum zur Samtgemeinde Esens. Im selben Jahr wurden Esens und Bensersiel als Küstenbadeorte anerkannt. Nach weiteren Investitionen in die touristische Infrastruktur wurden beide Orte 1990 zum Nordseebad (Kurort) erklärt. Bensersiel ist seit 1996 auch Nordseeheilbad.[2]
Heute ist der Tourismus in der Stadt und der umliegenden Region der bedeutendste Wirtschaftsfaktor, in den vor allem im Ortsteil Bensersiel weiter stark investiert wird.[7]
2002 feierte die Stadt Esens den 475. Jahrestag der Vergabe der Stadtrechte sowie das 425-jährige Bestehen der Schützencompagnie Esens e. V., die 1577 als Bürgerwehr und Garant der bürgerlichen Ordnung gegründet wurde. Aus Anlass des Doppeljubiläums erfolgten von Juni bis Oktober 2002 verschiedene Feierlichkeiten und Aktionen. Im Rahmen der Bären-Aktion setzten 44 künstlerisch gestaltete Buddy Bären das Esenser Wappentier gezielt in den Blickpunkt.[8]
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist in der St.-Magnus-Kirche beheimatet und gehört zum Kirchenkreis Harlingerland der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.
- Die Römisch-katholische Kirchengemeinde St. Willehad gehört zum Dekanat Ostfriesland des Bistums Osnabrück.

- Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) ist nach Anfängen in Hauskreisen seit 1993 in Esens tätig. Ihre Kirche war seit 1994 ein aus Containern zusammengestelltes Flachdachgebäude.[9] Im Mai 2011 begann die Gemeinde, die zum evangelisch-freikirchlichen Landesverband Baptisten im Nordwesten gehört, mit dem Neubau einer eigenen Kirche.[10] Im September 2012 feierte die Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in dem neuen Gebäude.[11] Einen Monat später fand die offizielle Einweihung statt.
- Neuapostolische Kirche
Judentum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die jüdische Gemeinde in Esens bestand über einen Zeitraum von rund 300 Jahren von ihren Anfängen im 17. Jahrhundert bis zu ihrem Ende am 31. Juli 1941. Die Ansiedlung der ersten Juden dürfte in die Zeit nach 1600 fallen. Eine erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1637 datiert. 1827 wurde eine Synagoge errichtet. 1925 stellten Juden in Esens 3,4 Prozent der Bevölkerung. Dies war der vierthöchste prozentuale Anteil in Ostfriesland. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 begann die Ausgrenzung und Verfolgung der Esenser Juden. Am 9. März 1940 meldeten sich die letzten Bürger jüdischen Glaubens bei der Stadtverwaltung ab. Endgültig endete die Geschichte der Juden in Esens mit der Auflösung der jüdischen Kultusvereinigung e. V. am 31. Juli 1941.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Rat der Stadt Esens besteht aus 20 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 7001 und 8000 Einwohnern.[12] Die 20 Ratsfrauen und Ratsherren werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026. Ebenfalls im Rat stimmberechtigt ist der gewählte Bürgermeister bzw. die gewählte Bürgermeisterin.
Die Kommunalwahl vom 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:[13]
| Partei | Anteilige Stimmen | Anzahl Sitze |
|---|---|---|
| SPD | 53,07 % | 11 |
| CDU | 20,84 % | 4 |
| EBI | 13,43 % | 3 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 9,98 % | 2 |
| FDP | 2,68 % | 1 |
Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2021 lag mit 61,14 %[13] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 57,1 %.[14] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2016 lag die Wahlbeteiligung bei 59,93 %.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 1. Juni 2015 ist Karin Emken (SPD) ehrenamtliche Bürgermeisterin der Stadt Esens.[15]
Vertreter in Land- und Bundestag
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Esens gehört zum Landtagswahlkreis 87 Wittmund/Inseln, der den gesamten Landkreis Wittmund sowie im Landkreis Aurich die Städte Norderney und Wiesmoor, die Gemeinde Dornum und die Inselgemeinden Juist und Baltrum umfasst. Das Direktmandat wurde bei der Landtagswahl 2022 durch Karin Emken (SPD) gewonnen.[16]
Esens gehört zum Bundestagswahlkreis Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund. Er umfasst die Stadt Wilhelmshaven sowie die Landkreise Friesland und Wittmund.[17] Bei der Bundestagswahl 2025 gewann die Sozialdemokratin Siemtje Möller das Direktmandat zum dritten Mal in Folge. Über Listenplätze ihrer Parteien zogen Anne Janssen (CDU) und Martin Sichert (AfD) aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.[18]
Wappen, Farben und Siegel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „Das Wappen der Stadt Esens stellt auf silbernem Hintergrund einen aufrecht stehenden schwarzen Bären mit roter Zunge und goldenem Halsband dar, der in drohender Haltung, auf einem neben einem roten Palisadenzaun aufragenden roten Festungsturm stehend, zwischen seinen beiden Tatzen einen roten Backstein hält. Es wird von einer dreiteiligen roten Mauerturmkrone bekrönt und beiderseits von goldenen Eichenzweigen umkränzt.“[19] | |
| Wappenbegründung: Das Stadtsiegel ist bereits seit 1540 belegt. Auf Wappen und Siegel gelangte der Bär als Wappentier der Häuptlingsfamilie Attena, die im 15. Jahrhundert über Esens, Stedesdorf und Wittmund herrschte.[2]
Die Farben der Stadt sind Blau/Gelb. Das Dienstsiegel zeigt das Wappen und die Umschrift „Stadt Esens (Ostfriesland)“. |




