Dugganit entwickelt nur kleine, kurzprismatische Kristalle bis etwa 0,3 Millimeter Größe[5] mit leicht gekrümmten Prismenflächen, was ihnen ein „tönnchenförmiges“ Aussehen verleiht, ähnlich einigen Varietäten von Pyromorphit (Emser Tönnchen) und Mimetesit (Kampylit).
In reiner Form ist Dugganit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine grüne bis gelbgrüne Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend abnimmt.
Benannt wurde Dugganit nach der amerikanischen Chemikerin für analytische ChemieMarjorie Duggan (*1927), die als erste Tellur der Oxidationsstufe Te6+ in natürlich vorkommenden Verbindungen nachwies und Techniken zur Mikroanalyse von Te4+ und Te6+ entwickelte.[7]
Erstmals entdeckt wurde Dugganit zusammen mit Khinit und Parakhinit (seit 2009 diskreditiert als Polytyp und umbenannt in Khinit-3T[8]) in einem Smaragd-Bergwerk (Emerald Mine) nahe der ehemaligen „Boomtown“ Tombstone im Cochise County des US-Bundesstaates Arizona. Die Erstbeschreibung der Minerale wurde 1978 durch S. A. Williams publiziert.[9]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[11]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Dugganit dagegen in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.): RO4 = 3: 1“ zu finden, wo es zusammen mit Cheremnykhit, Joëlbruggerit und Kuksit die „Dugganitgruppe“ mit der Systemnummer 8.BL.20 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Dugganit die System- und Mineralnummer 33.03.05.03. Das entspricht der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Selenate und Tellurate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Selenate und Tellurate mit anderen Aniongruppen“ in der Gruppe „Pb, Zn-Tellurate“, in der auch Cheremnykhit, Kuksit und Joëlbruggerit eingeordnet sind.
Als seltene Mineralbildung konnte Dugganit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2014) etwa 15 Fundorte bekannt sind.[12] Neben seiner Typlokalität „Emerald Mine“ und den nahegelegenen Bergwerken „Empire Mine“, „Joe Mine“ und „Old Guard Mine“ bei Tombstone sowie der „Reef Mine“ im Carr Canyon bei Hartford im Cochise County von Arizona konnte das Mineral in den Vereinigten Staaten noch in der „Blue Bell Mine“ bei Baker in Kalifornien, in der „Black Pine Mine“ im Black Pine Ridge nahe Philipsburg im Granite County von Montana sowie in einigen Minen in den Tintic Mountains zwischen Utah- und Juab County in Utah gefunden werden.
Weitere bisher bekannte Fundorte sind die „Kawazu Mine“ bei Rendaiji in der Präfektur Shizuoka auf der japanischen Insel Honshū, die „Bambollita Mine“ (Oriental Mine) bei Moctezuma (Sonora) in Mexiko und der Delbe-Erzkörper in der Goldlagerstätte Kuranakh im Aldanhochland der russischen Republik Sacha (Jakutien, siehe auch Polyus Gold).[13]
S. A. Williams:Khinite, parakhinite, and dugganite, three new tellurates from Tombstone, Arizona. In: American Mineralogist. Band63, 1978, S.1016–1019 (englisch, rruff.info[PDF; 427kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
John Leslie Jambor, David A. Vanko:New mineral names. In: American Mineralogist. Band76, 1991, S.1434–1440 (englisch, rruff.info[PDF; 896kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
David Barthelmy:Dugganite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 26.Oktober 2022(englisch).
Dugganite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF),abgerufen am 26.Oktober 2022(englisch).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.464 (englisch).
12345Anita E. Lam, Lee A. Groat, T. Scott Ercit:The crystal structure of dugganite, Pb3Zn3Te6+As2O14. In: The Canadian Mineralogist. Band36, 1998, S.823–830 (englisch, rruff.info[PDF; 548kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
12345
Dugganite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 50kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
12Dugganite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 26.Oktober 2022(englisch).
↑S. A. Williams:Khinite, parakhinite, and dugganite, three new tellurates from Tombstone, Arizona. In: American Mineralogist. Band63, 1978, S.1019 (englisch, rruff.info[PDF; 427kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
↑Peter A. Williams, Frédéric Hatert, Marco Pasero:New minerals approved in 2009. Hrsg.: International Mineralogical Association. 2009, S.1–34 (englisch, rruff.info[PDF; 999kB; abgerufen am 18.Juni 2025]).
↑S. A. Williams:Khinite, parakhinite, and dugganite, three new tellurates from Tombstone, Arizona. In: American Mineralogist. Band63, 1978, S.1016–1019 (englisch, rruff.info[PDF; 427kB; abgerufen am 26.Oktober 2022]).
↑Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.