Zum Inhalt springen

Nissan Prairie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Datsun Prairie)
Nissan Prairie
Produktionszeitraum 1981–2004
Klasse Van
Karosserieversionen Kombi
Nachfolgemodell Nissan Almera Tino,
Nissan Lafesta
Nissan Quest

Der Datsun Prairie (Nissan Prairie) war der erste weltweit gebaute Mittelklasse-Van und wurde vom japanischen Konzern Nissan von Herbst 1981 bis Ende 2004 in drei Generationen gebaut. Ursprünglich kam er als Datsun Prairie auf den Markt. Nachdem Nissan die Marke Datsun im Export eingestellt hatte (Ende der 1980er Jahre auch in Japan), wurde er als Nissan Prairie angeboten. In Europa bot Nissan nur die ersten beiden Baureihen an und nahm das Modell ab Mitte 1994 aus dem Programm.

Der Prairie ist ein geräumiger Hochdach-Kombi mit seitlichen Schiebetüren für die zweite Sitzreihe, den man heute als Kompaktvan bezeichnen würde. Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das Hochdach-Konzept von vielen anderen Herstellern aufgegriffen. Dazu zählen beispielsweise die Modelle Citroën Xsara Picasso, VW Touran, Opel Zafira und Kia Carens. Erst mit dem Nissan Almera Tino gab es im Sommer 2000 wieder einen Nachfolger des Prairie für den europäischen Markt.

Prairie (M10, 1981–1988)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Generation des Prairie wurde in Japan im Herbst 1981, in Europa im Spätsommer 1982 und in Nordamerika 1986 vorgestellt. In Kanada hieß er Nissan Multi, in den USA Nissan Stanza Wagon.

Die Technik wurde vom Datsun Stanza übernommen. Angetrieben wurde der Prairie von einem vorn quer eingebauten Vierzylinder-Motor und Vorderradantrieb, wahlweise auch mit elektrisch zuschaltbarem Hinterradantrieb (Prairie 4x4). Charakteristisch ist für den Nissan Prairie M10 dessen geringe Länge, so ist er nur 10 cm länger als ein VW Golf 2, bietet aber trotzdem einer fünfköpfigen Familie ausreichend Platz. Die erste Modellreihe wartete mit einigen Eigenwilligkeiten auf. So waren die Fenster in den Schiebetüren – bedingt durch die hinteren Radkästen – nur zu etwa einem Drittel versenkbar. Die Fensterkurbeln klappten sich per Federdruck zusammen, um beim Öffnen der Schiebetür nicht im Weg zu sein. Die Handbremse war nicht im Boden verankert, sondern oberhalb des Autoradios. Sie musste daher horizontal herangezogen und mittels Drehbewegung wieder gelöst werden. Das Autoradio wiederum war in Bodennähe montiert und in einer normalen Sitzposition nicht erreichbar. Die Rücksitzbank war so angeordnet, dass lange Gegenstände problemlos unter ihr durchgeschoben werden konnten, womit Dachaufbauten für Skier überflüssig erschienen. Weiterhin besaß der Prairie keine B-Säule.

Ungewöhnlich sind die Parallelen, die der aktuelle Nissan Note zum Nissan Prairie aufweist, so hat er dieselbe Länge (ca. 4,09 m), dasselbe Kofferraumvolumen (allerdings bei vorgeschobener Rückbank) und bei der schwächsten Ausführung dieselbe Motorleistung (88 PS bzw. 65 kW).

Trotz seiner Seltenheit schaffte es der Prairie, im Jahr 1985 eine Rolle im Film Die Einsteiger von Thomas Gottschalk und Mike Krüger zu spielen.

Im Herbst 1988 wurde die Produktion der ersten Baureihe beendet.

Zum Stichtag 1. Januar 2024 waren in Deutschland laut KBA noch 18 Nissan Praire der ersten Generation angemeldet.[1]

Prairie (M11, 1988–1998)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
1. Generation
Nissan Prairie (EU–Modell)
Nissan Prairie (EU–Modell)

Nissan Prairie (EU–Modell)

Produktionszeitraum 1981–1988
Karosserieversionen Kombi
Motoren Ottomotoren:
1,5–2,0 Liter
(51–76 kW)
Länge 4229–4326 mm
Breite 1666 mm
Höhe 1575–1615 mm
Radstand 2515–2525 mm
Leergewicht 1020 kg

Die ab Herbst 1988 angebotene zweite Version (in den USA Nissan Axxess genannt) war deutlich moderner gestaltet und wahlweise mit Vorderradantrieb oder permanentem Allradantrieb lieferbar. Die europäische Version trug den Namen Nissan Prairie Pro und wurde von der spanischen Nissan Motor Ibérica hergestellt. Erhältlich war auch die Version Nissan Prairie Air Pro mit Klimaanlage.

In Europa wurde der Prairie Pro mangels Nachfrage im Sommer 1994 aus dem Angebot genommen. Der größere Nissan Serena ersetzte vorerst den Prairie Pro. Erst ab 2000 hatte Nissan mit dem Almera Tino wieder einen kleinen Van im Modellprogramm.

In Japan gab es im Modellprogramm parallel zum gewöhnlichen Prairie noch eine weitere Variante, welche Nissan Prairie Joy genannt wurde. In dieser Variante war auch ein leistungsstärkerer Motor vom Typ SR20DE verfügbar.

Zum Stichtag 1. Januar 2024 waren in Deutschland laut KBA noch 28 Nissan Prairie Pro angemeldet.[1]

Prairie Liberty (M12, 1998–2004)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
2. Generation
Nissan Prairie Pro (EU–Modell)
Nissan Prairie Pro (EU–Modell)

Nissan Prairie Pro (EU–Modell)

Produktionszeitraum 1988–1998
Karosserieversionen Kombi
Motoren Ottomotoren:
2,0–2,4 Liter
(76–108 kW)
Länge 4366 mm
Breite 1689 mm
Höhe 1641 mm
Radstand 2611 mm
Leergewicht 1320 kg

Für den japanischen Markt gab es noch einen Nachfolger dieser Serie, der als Nissan Liberty vermarktet wurde. In Japan gab es eine Hochleistungsversion Liberty GT4 Highway Star mit einem turboaufgeladenen SR20DET-Motor, der 230 PS (169 kW) leistete.[2]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Kraftfahrt-Bundesamt - Produkte der Statistik - Bestand nach Herstellern und Typen (FZ 6). Abgerufen am 19. Dezember 2024.
  2. Nissan Liberty Highway Star Gt4 Specs, Dimensions and Photos. In: carfromjapan.com. Abgerufen am 7. Januar 2023 (englisch).
Commons: Nissan Prairie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
3. Generation
Nissan Liberty (1999–2002)
Nissan Liberty (1999–2002)

Nissan Liberty (1999–2002)

Produktionszeitraum 1998–2004
Karosserieversionen Kombi
Motoren Ottomotoren:
2,0 Liter
(103–169 kW)
Länge 4575 mm
Breite 1695 mm
Höhe 1690 mm
Radstand 2690 mm
Leergewicht 1630 kg
Aktuelle
Pkw-Modelle

Almera Altima Armada Ariya Bluebird Sylphy Dayz Dayz Roox Elgrand Frontier Frontier Pro Grand Livina Gravite Juke Kait Kicks Leaf Livina Magnite Micra Murano N6 N7 NX8 Navara Note Pathfinder Patrol Pick-up Qashqai Rogue Sakura Sentra Serena Skyline Sylphy Teana Terra Tiida Vanette Versa X-Trail Z Z9

Aktuelle
Nutzfahrzeuge

Civilian Interstar NT 100 NT400 NT450 NT500 NV 100 NV350 Primastar Townstar

Historische
Pkw-Modelle

70 100NX 180SX 200SX 200SX (Nordamerika) 240SX 300C 300ZX 331 350Z 370Z A50 A50 Almera Tino Altra EV Aprio Auster Avenir Axxess Bassara Be-1 Bluebird Cedric Cefiro Cherry Cima Crew Cube Dualis Evalia EXA Fairlady Figaro Fuga Gazelle Geniss Gloria GT-R Hardbody Truck Hypermini Kix Lafesta Langley Lannia Largo Latio Laurel Leopard Liberty Livina Geniss Lucino March March Box Maxima Micra CC Moco Mistral Multi Nismo 270R Nismo 400R NMC NP300 NX1600 NX2000 Otti Paladin Pao Pino Pintara Pixo Platina Prairie Presage Presea President Primera (P10, P11, P12) Prince Royal Pulsar Pulsar NX Pulsar (Europa) Quest R’nessa Rasheen Roniz Roox Safari Safari Royale Santana Sentra Seranza SilEighty Silvia Stagea Stanza Stanza Wagon Sunny Sunny California Sunny Coupé Sunny GTi-R Sunny RZ-1 Terrano Terrano II Terrano Regulus Tsuru Ute Van Vanette Vanette Largo Verita Versa Note Wingroad Winner Xterra

Historische
Nutzfahrzeuge

80 90 180 190 290 380 390 480 490 580 590 680 690 1400 Atlas Atlas MAX Atleon C80 Caball Cabstar (Europa) Caravan Clipper Clipper Rio Echo Nissan L / M Serie Expert Homer Homy Interstar Junior Kubistar Miler NP200 NV NV200 NV250 NV400 Primastar Sunny/Cherry Cab S-Cargo Titan Trade Urvan Vanette Vanette Cargo

Konzeptfahrzeuge

Actic Amenio AZEAL Bevel Cypact Foria Forum Invitation Land Glider MID4 Mixim Nuvu Pivo Qazana Round Box Stylish 6 Terranaut Townpod URGE

Rennwagen

93GTP GTP ZX-T GT-R LM Nismo NP35 NPT-90 NPT-91 NPT-93 P35 R85V R86V R87E R88C R88V R89C R90CK R92CP R380 R381 R382 R383 R390GT1 R391 Saurus Jr. X-250

* nicht Nissan Diesel