Corkit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und entwickelt pseudokubische, rhomboedrische Kristalle bis etwa zwei Millimeter Größe mit einem harz- bis glasähnlichen Glanz auf den Oberflächen. Das durchsichtige bis durchscheinende Mineral kann je nach Art und Menge von Fremdbeimengungen eine braune bis hellgelblichbraune, blassgelbe oder gelblichgrüne bis dunkelgrüne Farbe annehmen.
Erstmals entdeckt wurde Corkit in Mineralproben aus der ehemaligen Kupfer-, Mangan- und Eisenerz-Grube Glandore (auch Glendore oder Aghatubrid) in der Grafschaft County Cork im Süden Irlands. Die Erstbeschreibung erfolgte 1869 durch Gilbert-Joseph Adam (1795–1881),[8] der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte.
Ein Aufbewahrungsort für das Typmaterial des Minerals ist nicht dokumentiert.[9]
Corkit war bereits lange vor der 1958 gegründeten International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt. Damit hätte Corkit theoretisch den Status eines grandfathered Mineral. In der 1987 erfolgten Publikation von G. Giuseppe und C. Tadini wurde allerdings die Kristallstruktur und die Anordnung der tetraedrischen Kationen neu bestimmt und definiert.[10] Der in dieser Form neu definierte Corkit wird seitdem in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ der IMA unter der Summenanerkennung „1987s.p.“ (special procedure) geführt.[1]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/B.35-080. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate, mit fremden Anionen F,Cl,O,OH“, wo Corkit zusammen mit Beudantit, Gallobeudantit, Hidalgoit, Hinsdalit, Kemmlitzit, Schlossmacherit, Svanbergit und Woodhouseit die „Beudantitgruppe“ mit der Systemnummer VII/B.35 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[11]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Corkit ebenfalls in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und dem Stoffmengenverhältnis der zusätzlichen Anionen zum Phosphat-, Arsenat- bzw. Vanadatkomplex. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen; (OH usw.):RO4=3:1“ zu finden, wo es zusammen mit Beudantit, Gallobeudantit, Hidalgoit, Hinsdalit, Kemmlitzit, Orpheit, Svanbergit, Weilerit und Woodhouseit die „Beudantitgruppe“ mit der Systemnummer 8.BL.05 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Corkit die System- und Mineralnummer 43.04.01.02. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Phosphate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Zusammengesetzte Phosphate etc., (Wasserfreie zusammengesetzte Anionen mit Hydroxyl oder Halogen)“ in der „Beudantitgruppe“, in der auch Beudantit, Hidalgoit, Hinsdalit, Svanbergit, Kemmlitzit, Woodhouseit, Weilerit und Gallobeudantit eingeordnet sind.
Als eher seltene Mineralbildung kann Corkit an verschiedenen Orten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er jedoch wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 200 Vorkommen dokumentiert (Stand 2026).[12] Seine Typlokalität, die Grube Glandore im County Cork, ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Irland.
Die bisher einzigen Fundstätten in der Schweiz sind die Termino Mine (Le Termenno Mine) und die Obere Collioux Mine in Saint-Luc VS im Kanton Wallis.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Burkina Faso, Chile, China, Frankreich, Griechenland, Italien, Japan, Kanada, Kasachstan, Mexiko, Namibia, Portugal, Russland, Sambia, der Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Tunesien, Ungarn, im Vereinigten Königreich (England, Schottland, Wales) und den Vereinigten Staaten (Arizona, Colorado, Kalifornien, Michigan, Montana, Nevada, New Mexico, Pennsylvania, Utah).[13]
gelbe, igelförmige Corkit-Kristallgruppe aus der Grube Schöne Aussicht bei Dernbach, Rheinland-Pfalz (Sichtfeld 0,5 mm)
bräunlich durchscheinender Corkit aus der Serra da Mina Mine bei Cercal do Alentejo, Portugal (Sichtfeld2,1mm)
Stufe mit Corkit (hellgrün) und Tsumebit (dunkelgrün) aus dem Tagebau Block 14 bei Broken Hill, Australien (Größe:37mm×27mm×23mm)
Mehrfachparagenese mit Corkit (gelb), Hämatit (rot) und Quarz aus dem Stollen Sunshine Nr. 3 bei Bingham, Socorro County (New Mexico), USA (Sichtfeld 0,8 mm)
G. J. Adam:Tableau Minéralogique. Corkite. In: Annales des Mines. Band15, 1869, S.552–553 (französisch, Digitalisat bei rruff.info (Memento vom 24. Juni 2024 im Internet Archive) [PDF; 418kB; abgerufen am 18.Januar 2026]).
G. Giuseppe, C. Tadini:Corkite, PbFe3(SO4)(PO4)(OH)6, its crystal structure and ordered arrangement of the tetrahedral cations. In: Neues Jahrbuch fur Mineralogie, Monatshefte. 1987, S.71–81 (englisch).
John Leslie Jambor:Nomenclature of the alunite supergroup. In: The Canadian Mineralogist. Band37, 1999, S.1323–1341 (englisch, rruff.net[PDF; 1,8MB; abgerufen am 21.Januar 2026]).
Corkite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 21.Januar 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.462 (englisch).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Corkite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 21.Januar 2026(englisch).
1234567
Corkite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 352kB; abgerufen am 21.Januar 2026]).
123456Corkite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 21.Januar 2026(englisch).
↑G. Giuseppe, C. Tadini:Corkite, PbFe3(SO4)(PO4)(OH)6, its crystal structure and ordered arrangement of the tetrahedral cations. In: Neues Jahrbuch fur Mineralogie, Monatshefte. 1987, S.71–81 (englisch).