Copiapit ist ein relativ selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)“ mit der chemischen Formel Fe2+Fe3+4[(OH)2|(SO4)6]·20H2O[3] und damit chemisch gesehen ein wasserhaltigesEisen-Sulfat mit zusätzlichen Hydroxidionen. Copiapit ist dabei das am häufigsten vorkommende Ferrisulfat.[7]
Copiapit kristallisiert im triklinen Kristallsystem, entwickelt aber nur millimetergroße Kristalle mit dünntafeligem Habitus und perlmuttähnlichem Glanz auf den Tafelflächen. Meist findet er sich in Form krustiger Überzüge sowie schuppiger oder körniger bis pulvriger Mineral-Aggregate. Je nach Ausprägung ist das Mineral durchsichtig bis undurchsichtig und von hell- bis dunkelgelber oder gelboranger Farbe. In dichten Aggregaten kann Copiapit aber auch gelbgrün bis olivgrün erscheinen. Seine Strichfarbe ist dagegen immer hellgelb.[8]
Mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 gehört Copiapit zu den weichen bis mittelharten Mineralen, die sich etwas leichter als das Referenzmineral Calcit mit einer Kupfermünze ritzen lassen.
Wissenschaftlich beschrieben wurde Copiapit 1833 durch Heinrich Rose unter der Bezeichnung Basisches schwefelsaures Eisenoxyd. Wilhelm von Haidinger benannte das Mineral 1845 nach dessen Typlokalität.[9]
Da der Copiapit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Copiapit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Copiapit lautet „Cpi“.[1]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Copiapit die System- und Mineralnummer 31.10.05.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ (und Verwandte) und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Verschiedene wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“ in der „Copiapitgruppe“, in der auch Magnesiocopiapit, Cuprocopiapit, Ferricopiapit, Calciocopiapit, Zincocopiapit und Aluminocopiapit eingeordnet sind.
Schuppiges Aggregat mit glänzenden, glimmerähnlichen Copiapitkristallen aus der Alcaparrosa Mine, Cerritos Bayos, Calama, Antofagasta, Chile (Gesamtgröße der Probe:11,9cm×7,4cm×4,0cm)
Als eher seltene Mineralbildung kann Copiapit an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er aber wenig verbreitet. Weltweit sind bisher rund 420 Vorkommen für Copiapit dokumentiert (Stand 2025).[13] Neben seiner Typlokalität Copiapó und der nahe gelegenen Tierra Amarilla in der Atacama Region trat das Mineral in Chile noch auf der Halbinsel bei Mejillones und im Kupfertagebau Chuquicamata in der Región de Antofagasta sowie bei Cuya in der Región de Arica y Parinacota auf.
In der Schweiz kennt man Copiapit bisher nur aus dem Valle del Trodo bei Magadino im Kanton Tessin sowie Saint-Luc und Granges (Gemeinde Sitten) im Kanton Wallis.
Weitere Fundorte liegen unter anderem in der Antarktis, in Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Bulgarien, China, Frankreich, Griechenland, Iran, Irland, Italien, Japan, Kanada, Nordmazedonien, Marokko, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, der Slowakei, in Schweden, Spanien, Südafrika, Tschechien, der Ukraine, in Ungarn, im Vereinigten Königreich (England, Wales) und den Vereinigten Staaten von Amerika.[14]
Heinrich Rose:Ueber einige in Südamerika vorkommende Eisenoxydsalze. In: Annalen der Physik und Chemie. Band27, 1833, S.309–319 (rruff.info[PDF; 535kB]).
Peter Bayliss, Daniel Atencio:X-ray powder-diffraction data and cell parameters for copiapite-group minerals. In: The Canadian Mineralogist. Band23, 1985, S.53–56 (englisch, rruff.info[PDF; 422kB; abgerufen am 18.April 2025]).
Kompendien
Wilhelm Haidinger:Handbuch der bestimmenden Mineralogie: enthaltend die Terminologie, Systematik, Nomenklatur und Charakteristik der Naturgeschichte des Mineralreiches. 2. Auflage. Braumüller & Seidel, Wien 1845, S.489, 18. Copiapit (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
Copiapite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 18.April 2025(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.397 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Copiapite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 55kB; abgerufen am 18.April 2025]).
12345Copiapite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 18.April 2025(englisch).
↑Hans Jürgen Rösler:Lehrbuch der Mineralogie. 4., durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S.677.
↑Leonard G. Berry:Composition and optics of copiapite. In: University of Toronto Studies: VI. Geological Series. Band51, 1947, S.21–34 (englisch, rruff.info[PDF; 479kB; abgerufen am 18.April 2025]).