Amarantit entwickelt meist nur kleine, prismatische Kristalle bis etwa 2cm Länge[6] sowie nadelige, radialstrahlige Aggregate von amaranthroter bis bräunlichroter oder orangeroter Farbe bei zitronengelber Strichfarbe.
Erstmals entdeckt wurde Amarantit 1888 im Bergbaugebiet Caracoles nördlich von Sierra Gorda (nach Originalbeschreibung Sierra Gerrda[8]) in der Provinz und gleichnamigen Región de Antofagasta in Chile. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte 1888 durch Friedrich August Frenzel, der das Mineral aufgrund seiner charakteristischen, der gleichnamigen Pflanzengattung ähnlichen Farbe benannte (altgriechischἀμάραντοςamárantos, deutsch ‚unverwelklich, nicht vergehend, immer blühend‘).
Das Typmaterial des Minerals wird möglicherweise in der Mineralogischen Sammlung der TU Bergakademie Freiberg aufbewahrt. Dokumentiert sind allerdings nur das Institutskürzel „BAF“ und die Sammlungsnummer 44700.[6] Zudem wird diese Angabe nicht durch den Typmineralkatalog der International Mineralogical Association (IMA) bestätigt.[9]
Da der Amarantit bereits lange vor der Gründung der IMA 1958 bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Amarantit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Amarantit lautet „Ama“.[1]
Im zuletzt 2018 überarbeiteten „Lapis-Mineralienverzeichnis“, das sich im Aufbau noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VI/D.01-040. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies ebenfalls der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate, mit fremden Anionen“, wo Amarantit zusammen mit Butlerit, Fibroferrit, Hohmannit, Metahohmannit, Parabutlerit, Volaschioit und Xitieshanit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VI/D.01 bildet.[4]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Amarantit die System- und Mineralnummer 31.09.03.01. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfate, Chromate und Molybdate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Sulfate mit Hydroxyl oder Halogen mit (A+B2+)(XO4)Zq × x(H2O)“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 31.09.03.
Gewöhnlich tritt Amarantit in Form breitgefächerter, radialstrahliger oder feinnadeliger bis verfilzter Aggregate auf. Die selten gut ausgebildeten Kristalle sind meist von ungefähr quadratischem Querschnitt und entlang der c-Achse prismatisch gestreckt, wobei die Flächen in Richtung der a- und b-Achse dominieren. Auch in Richtung der a-Achse tafelig ausgebildete Kristalle und rechtwinklig zur c-Achse gestreifte Kristallflächen sind bekannt. Insgesamt wurden bisher mehr als 60 verschiedene Kristallformen dokumentiert.
Amarantit zersetzt sich in Wasser, wobei ein unlöslicher Rückstand zurückbleibt.[6] Nach einiger Zeit verwittert das Mineral ockerartig.
Als seltene Mineralbildung konnte Amarantit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher rund 20 Vorkommen dokumentiert sind (Stand: 2024).[11] In Chile trat er neben seiner Typlokalität Caracoles noch an mehreren Fundstätten in der Región de Antofagasta sowie in Tierra Amarilla (Región de Atacama) und in der Pampa del Tamarugal zutage.
Amarantite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 22.März 2024(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.397 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789
Amarantite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 54kB; abgerufen am 18.März 2024]).
123456Amarantite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 18.März 2024(englisch).
↑A. Frenzel:XVII. Mineralogisches. 10. Hohmannit. 11. Amarantit. 12. Vorkommnisse von Ehrenfriedersdorf. In: Mineralogische und Petrographische Mittheilungen. Band9, 1888, S.399 (rruff.info[PDF; 198kB; abgerufen am 22.März 2024]).