Challenger 1
| FV 4030 Challenger | |
|---|---|
Challenger 1 im Bovington Panzermuseum | |
| Allgemeine Eigenschaften | |
| Besatzung | 4 (Kommandant, Richtschütze, Ladeschütze, Fahrer) |
| Länge | 11,56 m (mit Geschütz in 12-Uhr-Stellung) 8,32 m (ohne Geschütz) |
| Breite | 3,51 m |
| Höhe | 2,95 m |
| Masse | 62 t |
| Panzerung und Bewaffnung | |
| Panzerung | Chobham-Verbundpanzerung |
| Hauptbewaffnung | 1 × 120-mm-Kanone L11A5 |
| Sekundärbewaffnung | 1 × 7,62-mm-L8A2- und 1 × 7,62-mm-L37A2-Maschinengewehr |
| Beweglichkeit | |
| Antrieb | Rolls-Royce CV12 mit 26 l Hubraum 885 kW (1200 PS) |
| Federung | hydropneumatisch |
| Geschwindigkeit | 56 km/h |
| Leistung/Gewicht | 14,3 kW/t (19,4 PS/t) |
| Reichweite | 450 km (Straße) |
| Bauteil | Schutzniveau |
|---|---|
| Wannenfront unten KE-Geschosse: |
84 mm |
| Wannenfront unten
HEAT-Granaten: |
84 mm |
| Wannenfront oben KE-Geschosse: |
275 mm |
| Turmfront KE-Geschosse: |
500 mm |
Antrieb und Laufwerk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Challenger wurde durch einen 12-Zylinder-Dieselmotor mit Wasserkühlung und Turboaufladung angetrieben. Das Triebwerk mit 26,1 l Hubraum entwickelte eine Leistung von 1200 PS bei einer Drehzahl von 2300/min. Der Motor, das Getriebe und der Kühler waren in einem Block zusammengefasst, was den Austausch des gesamten Moduls in weniger als einer Stunde möglich machte. Trotz des im Vergleich zu seinem Vorgänger um sieben Tonnen gestiegenen Gewichts wurde die Beweglichkeit des Panzers erheblich verbessert. Die offizielle Höchstgeschwindigkeit wird mit 56 km/h angegeben, unter günstigen Bedingungen konnte das Fahrzeug jedoch auch Geschwindigkeiten von über 70 km/h erreichen.[7]
Optik und Sensoren
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dem Kommandanten standen insgesamt neun Winkelspiegel zur Verfügung, die ihm eine 360°-Rundumsicht ermöglichten, sowie seine Primäroptik mit Tag- und Nachtsichtkanal zur Beobachtung des Gefechtsfelds. Weiterhin konnte über eine optische Verbindung auf das Hauptzielfernrohr des Richtschützen zurückgegriffen werden. Im Notfall konnte der Kommandant den Richtschützen übersteuern und das Hauptgeschütz selbst einsetzen.
Dem Richtschützen stand mit dem Hauptzielfernrohr (Thermal Observation Gunnery Sight – TOGS) ein Tagsichtkanal und der Wärmebildkanal eines Wärmebildgerätes zur Verfügung, die beide in zwei separaten, übereinanderliegenden Ausblickköpfen auf der rechten Seite des Turms lagen. Der Tagsichtkanal verfügte über eine einfache und zehnfache Vergrößerung, der Nachtsichtkanal über eine vierfache Vergrößerung.
Dem Fahrer stand eine einzelne Weitwinkeloptik zur Verfügung, die nachts gegen einen Restlichtverstärker ausgetauscht werden konnte.[3][8]
Besatzung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Besatzung des Challenger bestand, wie bei den meisten westlichen Kampfpanzern, aus vier Soldaten: dem Kommandanten, dem Fahrer, dem Richtschützen und dem Ladeschützen. Der Kommandant saß, in Fahrtrichtung gesehen, hinten rechts im Turm, der Richtschütze vor ihm. Der Ladeschütze hatte seinen Platz auf der linken Seite des Turms. Der Fahrer saß vorne in der Wanne des Panzers in einer halb liegenden Position. Die Soldaten, die im Turm untergebracht waren, konnten über zwei Luken im Turm ein- und aussteigen; dem Fahrer stand eine eigene Luke in der Wanne zur Verfügung.
Einsätze
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Canadian Army Trophy 1987
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Canadian Army Trophy 1987 (CAT 87) auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr wurde erstmals der Challenger eingesetzt, um nach den enttäuschenden Ergebnissen der vorhergehenden Veranstaltung bessere Ergebnisse zu erzielen. Insgesamt 22 Panzer wurden eigens für den Wettbewerb modifiziert, um schnelleres Nachladen und genaueres Zielen zu ermöglichen. Dazu wurden die Laserentfernungsmesser nachkalibriert, der Verschluss musste nach dem Nachladen nicht mehr manuell geschlossen werden und die Optik des Kommandanten verfügte über eine 15-fache Vergrößerung. Trotz dieser Maßnahmen und eines intensiven vorhergehenden Trainings der Besatzungen erreichten die Challenger die niedrigste Punktzahl. Dies lag zum einen an der veralteten Feuerleitausstattung, die im Wesentlichen der Technik aus den 1960er Jahren entsprach, zum anderen auch an der zweigeteilten Munition, die schwierig zu handhaben war. Während eines Durchlaufs lud ein Ladeschütze ein Geschoss, konnte den Ladevorgang aber nicht weiter fortsetzen, da das koaxiale Maschinengewehr eine Funktionsstörung hatte, die behoben werden musste. Nachdem er dieses erledigt hatte, fiel das Treibladungsanzündermagazin aus dem Verschluss. Nachdem er dieses wieder eingesetzt hatte, lud er jedoch ein weiteres Geschoss in die Waffe, was diese komplett blockierte.
Insgesamt erzielten die Challenger nur 75 % Treffer auf die Übungsziele, während der M1 Abrams und der Leopard 2 94 bzw. 92 % Treffer erzielten. Die durchschnittliche Bekämpfungszeit pro Ziel lag mit 12,61 Sekunden ebenfalls am unteren Ende der Skala.[9]
Operation Desert Storm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Überfall des Irak auf Kuwait und der nachfolgenden UN-Resolution wurde die 7th Armoured Brigade nach Saudi-Arabien verlegt, wo sie der 1st Marine Division des United States Marine Corps unterstellt wurde. Zu Anfang hatten die US-Amerikaner noch Vorbehalte gegenüber der Leistung des Challenger, insbesondere aufgrund der schlechten Leistung bei der CAT 87, die sich während der Gefechte jedoch als unbegründet erwiesen.
Da erwartet wurde, dass die Brigade bei der Unterstützung der Marines auf schwer befestigte Stellungen der Iraker treffen würde, wo sie Feuer aus Panzerabwehrwaffen auf kurze Entfernung ausgesetzt sein würden, wurde die Seiten- und Frontpanzerung verstärkt, um den Fahrer und die Munition besser zu schützen. Weiterhin wurde aufgrund der großen Entfernungen, die in der Wüste zurückgelegt werden mussten, zwei Treibstofffässer mit jeweils etwa 205 l Fassungsvermögen am Heck angebracht. Zuletzt wurde noch ein System installiert, mit dem Diesel in die Abgasanlage eingespritzt werden konnte, um den Panzer einzunebeln.
Zur Bekämpfung der T-72M der Iraker, die als einzige echte Bedrohung für die Panzer angesehen wurden, erhielten die Challenger jeweils zwölf Wuchtgeschosse aus abgereichertem Uran, die ausschließlich gegen die T-72 verwendet werden sollten. Während der Gefechte kam es jedoch nicht zu Zusammenstößen der beiden Modelle.
Nach dem Beginn der Offensive der Koalitionstruppen zeigte sich schnell die Überlegenheit der britischen Panzer gegenüber den irakischen Modellen. Mit Hilfe ihrer Wärmebildgeräte konnten die Challenger feindliche Fahrzeuge auch bei schlechter Sicht auf Entfernungen bis zu 3000 m ausmachen und bekämpfen, während die gegnerischen Panzer nahezu blind waren. Insgesamt zerstörten die Challenger über 300 irakische Fahrzeuge und Panzer. Dabei erzielte ein Challenger mit dem ersten Schuss auf einen irakischen Panzer einen Treffer aus einer Entfernung von 4100 m.[10]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. Osprey Publishing, Oxford 1998, ISBN 1-85532-485-7.
- Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. Jane’s Information Group, 2009, ISBN 978-0-7106-2882-4.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beschreibung auf www.globalsecurity.org (englisch)
- Ausführliche Beschreibung auf www.historyofwar.org (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 3–9.
- ↑ Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. S. 153.
- 1 2 Christopher Foss: Jane’s Armour & Artillery 2009–2010. S. 154.
- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 12.
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- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 14.
- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 13.
- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 16–22.
- ↑ Simon Dunstan: Challenger Main Battle Tank 1982–97. S. 36–40.

