In reiner Form ist Challacolloit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine grauweiße, grünlichgelbe oder rote Farbe annehmen.
Erstmals entdeckt wurde Challacolloit 2003 von Arturo Molina auf den Abraumhalden der Silbermine „Challacollo“ (auch Lolón Main Mine) südöstlich von Iquique in der Atacama-Wüste (Region Tarapacá) in Nordchile. Im gleichen Jahr wurde Challacolloit auch von Sergey Britvin auf einer alten Museumsprobe entdeckt, die im Mineralogischen Museum der Staatlichen Universität Sankt Petersburg aufbewahrt wird. Die Probe war als Cotunnit bezeichnet und am Vulkan Vesuv bei Neapel in Italien nach der Eruption vom 1. Mai 1855 gesammelt worden.[3]
Die Analyse und Erstbeschreibung des neu entdeckten Minerals wurde von Jochen Schlüter, Dieter Pohl und Sergey Britvin durchgeführt, die das Mineral nach dessen Typlokalität benannten. Das Team sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 2004 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 2004-028[1]), die den Challacolloit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Publikation der Erstbeschreibung erfolgte 2005 in den Abhandlungen des Jahrbuchs für Mineralogie. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Challacolloit lautet „Chc“.[2]
Da der Challacolloit erst 2004 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Challacolloit die System- und Mineralnummer 11.05.08.01. Das entspricht der Klasse der „Halogenide“ und dort der Abteilung „Komplexe Halogenide – Aluminiumfluoride“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Komplexe Halogenide - Aluminiumfluoride mit (A)mB(X)6“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 11.05.08, in der auch Hephaistosit, Steropesit und Panichiit eingeordnet sind.
Für Challacolloit sind bisher weltweit nur rund 10 Vorkommen dokumentiert (Stand 2024).[13] Außer an seiner Typlokalität Challacollo (Provinz Iquique) in der Region Tarapacá konnte das Mineral in Chile nur noch in der Asunción Mine bei Caracoles (Gemeinde Sierra Gorda) in der Región de Antofagasta gefunden werden. In Italien trat Challacolloit außer am Vesuv in Kampanien nur noch am Krater „La Fossa“ auf Vulcano (Liparische Inseln) vor der Nordküste Siziliens auf.
Daneben kennt man Challacolloit noch von der Vulkaninsel Iōjima (auch Iou-Jima, Iwo-Jima, Satsuma-Ioujima oder Satsuma-Iwojima) in der japanischen Präfektur Kagoshima, aus dem nördlichen Fumarolenfeld des ersten Schlackenkegels am Tolbatschik auf der Halbinsel Kamtschatka sowie vom Kudrjawy auf der KurileninselIturup im Fernen Osten Russlands.[13]
Jochen Schlüter, Dieter Pohl, Sergey Britvin:The new mineral challacolloite, KPb2Cl5, the natural occurrence of a technically known laser material. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Abhandlungen. Band182, 2005, S.95–101, doi:10.1127/0077-7757/2005/0033 (englisch, online verfügbar bei researchgate.net[PDF; 2,1MB; abgerufen am 2.Juli 2024]).
P. C. Piilonen, R. Rowe, T. S. Ercit, A. J. Locock:New mineral names. In: American Mineralogist. Band91, 2006, S.1452–1457 (englisch, rruff.info[PDF; 141kB; abgerufen am 2.Juli 2024]).
Challacolloite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 2.Juli 2024(englisch).
12345678910111213141516Jochen Schlüter, Dieter Pohl, Sergey Britvin:The new mineral challacolloite, KPb2Cl5, the natural occurrence of a technically known laser material. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Abhandlungen. Band182, 2005, S.95–101, doi:10.1127/0077-7757/2005/0033 (englisch, online verfügbar bei researchgate.net[PDF; 2,1MB; abgerufen am 2.Juli 2024]).
1234Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Challacolloite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; abgerufen am 2.Juli 2024]).