Zahlreiche Hügelgräber, Urnenfelder und prähistorische Funde beweisen, dass sich in diesem Raum bereits in vor- und frühgeschichtlicher Zeit Menschen ansiedelten. Die älteste bekannte Urkunde stammt aus dem Jahr 1193 und bezeugt den Verkauf des „Dorfes mit Zubehör“ an den Bischof Lüder von Verden.
Der Name Bispingen entwickelte sich aus „von Biscopinge“ („dem Bischof gehörig“); die Endung „ingen“ deutet auf langobardischen Ursprung hin und ist häufig in diesem Teil Niedersachsens, dem alten Bardengau, zu finden.
Die Ole Kerk ist das ältestes Gebäude Bispingens. Sie wurde 1353 am Rand der Luheniederung aus Feldsteinen erbaut und diente dem „Kirchspiel Bispingen“ bis zum Bau der neuen Kirche im Jahre 1908 als Gotteshaus.
Die neun Dörfer Bispingen, Behringen, Borstel, Haverbeck (mit Ehrhorn), Hörpel, Hützel, Steinbeck, Volkwardingen und Wilsede nutzen von je her gemeinsam eine Kirche.
Der Rat der Gemeinde Bispingen setzt sich aktuell aus 18 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Dies ist die gemäß § 46 NKomVG festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 6.001 und 7.000. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Rat ist außerdem der hauptamtliche Gemeindebürgermeister.
Aufgrund der Namensgleichheit des Ortsteils Behringen mit Orten gleichen Namens begannen vor über 60 Jahre Jahren die ersten Kontakte zwischen den fünf Beringen in Belgien, in Deutschland, in Luxemburg, in den Niederlanden und in der Schweiz. Regelmäßig fanden gegenseitige Besuche von Vereinsdelegationen statt.
Im Jahre 1969 wurde die Vereinigung „5 x Beringen International“ gegründet. Ziel dieser Vereinigung ist die Pflege von Freundschaft und Partnerschaft der fünf Gemeinden mit den Ortsbezeichnungen oder Ortsteilen namens Beringen, Behringen und Beringe. Anfang der 1990er Jahre erweiterte sich die Gemeinschaft durch die Aufnahme der beiden Behringen aus Thüringen auf sieben Mitglieder. 2014 wurde dann in Bispingen ein Partnerschaftsvertrag zwischen den politischen Gemeinden unterzeichnet.[6]
Die sechs Gemeinden oder Ortsteile gleichen Namens sind:
Bispingen war ein typisches Heidebauerndorf. Darauf verweist eine kleine Bronzeskulptur eines Heideschäfers in Ortsmitte.
Durch Bispingen verläuft der 10. Meridian östlicher Länge. Im Ort steht in der Hützeler Straße ein Granitfindling aus der Eiszeit. Er verkörpert durch eine umlaufende bandähnliche und farblich sichtbare Verkieselung auf natürliche Weise den Längengrad, mit Daten auf einer Bronzeplatte
Landsitz der Familie Noelle von um 1900 östlich des Dorfes, später Kinderheim, dann Jagdschloss mit einem Landschaftspark; den Namen „Iserhatsche“ (eisernes Herzchen, westfälisch Platt) gab die Familie dem Anwesen
Das verrückte Haus, auf dem Kopf stehend mit vollständiger Möblierung
Das dörfliche Leben wird von einer Vielzahl aktiver Vereine gestaltet. Es gibt die Freiwillige Feuerwehr Bispingen mit ihrem Musikzug, einen über 100 Jahre alten Schützenverein, dem Sportverein SF Bispingen mit seinem Spielmannszug, die Kirchengemeinde Bispingen, den Heimat- und Kulturverein, sowie viele andere Vereinsangebote für die Bürger.
Touristisch ist die Heideregion um Bispingen vor allem als Naherholungs- und Naturschutzgebiet bekannt. Das Dorf lebt von einer Mischung aus mittelständischen Betrieben, die zum Teil weltweit agieren, verschiedensten Gewerben und Tourismus. Es pendeln mehr Menschen zur Arbeit nach Bispingen ein als aus.
Seit den 1920er Jahren gibt es im Ort eine Jugendherberge.[7] Hotels, Pensionen, Gasthäuser und Restaurants prägen das Ortsbild. Einige Unternehmen sind mit ihren Unterhaltungsangeboten weit über die Region hinaus bekannt geworden:
„Center Parcs Bispinger Heide“ Anfang der 1990er Jahre wurde Bispingen Standort für eine Freizeitanlage der Firma „Center Parcs“. Die Anlage „Bispinger Heide“ beherbergt in der Saison mehr als 2000 Gäste am Tag.
Das „Schumachers Kart and Bowl“ erbaute Mitte der 1990er Jahre der bekannte Formel-1-Rennfahrer Ralf Schumacher zusammen mit einem örtlichen Bauunternehmer an der Autobahnabfahrt Bispingen als Indoor- und Outdoor-Kartbahn.
Der Snow Dome ist eine Skihalle, die im Herbst 2006 eröffnet und 2013 renoviert wurde.
Die Modellbauwelten Bispingen als Modellbahn-Anlage auf rund 12.000 m² unter der Skihalle Snow Dome wurden 2020 eröffnet. Anlage seit Mitte 2024 geschlossen[8]
„Das verrückte Haus“ ist ein 2011 eröffnetes, umgedrehtes Haus. Es ist das erste Haus weltweit, das korrekt errichtet und dann mit Hilfe von zwei Kränen gedreht wurde. Auch die Einrichtung befindet sich über Kopf.[9]
Nächstgelegene Bahnhöfe mit Personenverkehr sind Soltau, Schneverdingen und Munster. Der regionale Busverkehr wird u.a. von KVG Stade (KVG) und Verkehrsbetriebe Osthannover GmbH (VOG) durchgeführt.
An der A7 gibt es die Ausfahrt / Anschlussstelle Bispingen.
In Bispingen wurden zur Verbesserung der Mobilität von Personen ohne Auto (wie Ältere, Jugendliche) einige Mitfahrbänke aufgestellt. Insbesondere sollen hierdurch zusätzliche, kostenlose Verbindungen nach Schneverdingen und nach Behringen ermöglicht werden.
Pastor Wilhelm Bode (1860–1927) gilt als einer der Gründerväter des Naturschutzgebietes. Er sorgte 1905 dafür, dass der Totengrund nicht als Bauland verkauft und bebaut, sondern unter Naturschutz gestellt wurde.
Der Naturschützer Ernst Preising (1911–2007) verbrachte seine letzten Lebensjahre hier.
Waldemar Grube (1915–2001), Gründer der Grube KG Forstgerätestelle
In Hützel wird 1944 der Liedtexter und Komponist Wolfgang Mürmann geboren.
↑Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.235und236.