Bindfelde
Bindfelde Stadt Stendal | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Koordinaten: | 52° 35′ N, 11° 54′ O | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höhe: | 35 m ü. NN | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Fläche: | 9,14 km² | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Einwohner: | 220 (31. Dez. 2023)[1] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bevölkerungsdichte: | 24 Einwohner/km² | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Eingemeindung: | 15. April 1999 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Postleitzahl: | 39576 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Vorwahl: | 03931 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||
Lage von Bindfelde in Sachsen-Anhalt
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Evangelische Dorfkirche Bindfelde | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Jahr | 1734 | 1772 | 1790 | 1798 | 1801 | 1818 | 1840 | 1864 | 1871 | 1885 | 1892 | 1895 | 1900 | 1905 |
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| Dorf Bindfelde | 141 | 72 | 177 | 181 | 186 | 186 | 211 | 225 | 205 | 259 | 279[20] | 259 | 271[20] | 251 |
| Landhaus | 13 | 8 | 6 | 6 | ||||||||||
| Mühle | 7 | 4 | 4 | |||||||||||
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993:[10]
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die evangelische Kirchengemeinde Bindfelde, die früher zur Pfarrei Staffelde bei Hämerten gehörte,[25] wird betreut vom Pfarrbereich Bindfelde im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[26]
Nach den Angaben Ernst Machholz stammen die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Bindfelde aus dem Jahre 1732. Ältere Einträge finden sich bei Staffelde.[27] Friedrich Hoßfeld gibt an, dass die Kirchenbücher mit Register 1679 beginnen.[15]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die letzte Ortsbürgermeisterin der Ortschaft Bindfelde war Melanie Berner.[12]
Ortschaftsrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Ortschaftsratswahl am 9. Juni 2024 trat die Wählergemeinschaft „Wir für Bindfelde“ an. Sie gewann alle 5 Sitze. Gewählt wurden 3 Männer und 2 Frauen. Von 186 Wahlberechtigten hatten 153 ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung betrug damit 82,26 Prozent.[28]
Die vorherige Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 hatte mangels Bewerbern nicht stattgefunden.[29] Eine für den 10. November 2019 angesetzte Neuwahl fand aus gleichem Grunde nicht statt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Die Evangelische Dorfkirche Bindfelde ist eine Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit einem aufgesetzten Fachwerkturm, der zwischen 1738 und 1739 den alten Turm ersetzte.[30]
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof. Als Friedhofseingang dient ein Backsteintor aus dem 16. Jahrhundert.[30]
- Eine Grabstätte auf dem Ortsfriedhof erinnert an zwei polnische Kriegsgefangene, die während der Zeit des Nationalsozialismus Opfer der Zwangsarbeit wurden.
Nahverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nördlich des Dorfes verläuft die ICE-Strecke Hannover–Berlin.
Der Haltepunkt Bindfelde liegt an der Bahnstrecke Stendal–Tangermünde. Er wird mit Regionalbahnen der Hanseatische Eisenbahn im Stundentakt bedient. Im benachbarten Stendal bestehen überregionale Bahnanschlüsse nach Wolfsburg, Berlin, Magdeburg und Schwerin. Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von Stendalbus.[31]
Trivia – Bindfeldscher Kaviaa
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hanns H. F. Schmidt überlieferte 1994 die Anekdote über den Krüger Ludwig Schulz in Bindfelde. Eines Tages vor gut 100 Jahren kamen junge Kaufleute in den Krug und bestellten großsprecherisch russischen Kaviar. Der Gastwirt wusste, dass es sich dabei um eine dunkle Masse handelte. Er sagte zu seiner Frau in der Küche „Mudder, mak maol Plumenmaus (Pflaumenmus) up de Untertass', da sind 'n paor Stendelsche, die wolln mi för dumm verköpen.“ Die volle Untertasse kredenzte er der erstaunten Runde: „Herr Schulz, das ist doch kein echter Kaviar!“ „Doch, doch“ erklärte der Gastwirt schmunzelnd „dat is de echte Bündfell’sche Kaviar!“[32] Eine ähnliche Anekdote über den Gastwirt ist aus dem Jahre 1899 in einer Zeitung in Indianapolis überliefert.[33]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 234–239, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
- Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 112 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
- J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 290, 12. Bindfelde (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Georg Schmidt: Geschichte des Fürsten Bismarck in Einzeldarstellungen (= Das Geschlecht von Bismarck. 1. Band). 1908, S. 292–293, Bindfelde (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- StendalMagazin - Bindfelde - Ein Ortsteil stellt sich vor
- Bindfelde im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13.
- ↑ Landkreis Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 28. Jahrgang, Nr. 37, 21. November 2018, ZDB-ID 2665593-7, S. 214–220 (landkreis-stendal.de [PDF; 4,4 MB; abgerufen am 3. November 2020]).
- 1 2 Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
- ↑ Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 117 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).
- ↑ Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Fünfter Teil, I. Buch, II. Kapitel. Berlin 1753, Spalte 269 (Online).
- ↑ Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 116, Nr. 550 (Online).
- ↑ Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 2. Band 1. Berlin 1843, S. 6 (Digitalisat).
- ↑ Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Fünfter Teil, I. Buch, II. Kapitel. Berlin 1753, Spalte 72 (Online).
- ↑ Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 337 (uni-potsdam.de ( vom 26. Juli 2020 im Internet Archive)).
- 1 2 3 4 5 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 234–239, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
- ↑ Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 275 ([Digitalisat Online]).
- 1 2 800 Jahre: Bindfelde schenkt Gästen tolles Fest. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Stendal. 11. Juni 2012 (Online [abgerufen am 26. Juli 2020]).
- ↑ StendalMagazin – Ein Ortsteil von Stendal stellt sich vor – Bindfelde ( vom 27. Februar 2017 im Internet Archive)
- ↑ Wolfgang Biermann: Ex-Obi-Gelände wurde verkauft. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Stendal. 19. Februar 2020 (Online [abgerufen am 26. Juli 2020]).
- 1 2 Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 288.
- ↑ nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 342 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder).
- ↑ Gemeindegebietsveränderungen vom 01.07.1994 bis 30.06.2007 Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Abgerufen am 20. Mai 2017.
- ↑ Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999. StBA
- 1 2 Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 112 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
- 1 2 Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13.
- 1 2 Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13.
- ↑ Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13.
- ↑ Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.
- ↑ Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 117 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
- ↑ Pfarrbereich Bindfelde. Abgerufen am 29. Juli 2024.
- ↑ Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen. In: Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft, 1925, ZDB-ID 504809-6, S. 17 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
- ↑ Der Stadtwahlleiter: Öffentliche Bekanntmachung Feststellung des endgültigen Wahlergebnisses der Ortschaftsratswahl in der Ortschaft Bindfelde in der Hansestadt Stendal am 9. Juni 2024. Hrsg.: Hansestadt Stendal. 15. Juni 2024 (stendal.de [PDF]).
- ↑ Wer wo seine Kreuze machen darf. In: Stendaler Volksstimme. 25. Mai 2019, S. 1.
- 1 2 Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 53.
- ↑ Fahrplan der Linie 920. In: Stendalbus. Abgerufen am 18. April 2021.
- ↑ Hanns H. F. Schmidt: Das große Sagenbuch der Altmark. Teil 1 von A wie Abbendorf bis K wie Kläden. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1994, ISBN 3-928703-40-4, S. 33, Bindfelder Kaviar.
- ↑ Bindfeldscher Caviar. In: Indiana Tribüne, Volume 22, Number 334. 22. August 1899, S. 2, abgerufen am 2. August 2020.

