Bikitait kristallisiert je nach Polytyp in monokliner oder trikliner Symmetrie und entwickelt prismatische Kristalle, die parallel der b-Achse gestreckt und parallel der a-Achse gestreift sind. Oft treten die Kristalle zu radialstrahligen Gruppen von bis zu 10cm Größe zusammen. Daneben findet sich Bikitait auch in Form grob- bis feinkörniger Mineral-Aggregate.
In reiner Form ist Bikitait farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein.
Bikitait aus der Typlokalität Bikita, Provinz Masvingo, Simbabwe
Entdeckt wurde Bikitait erstmals auf der Nolan Property im Distrikt Bikita in der Provinz Masvingo in Simbabwe. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch Cornelius S. Hurlbut, der es nach dessen Typlokalität benannte und seine Erstbeschreibung 1957 im Fachmagazin American Mineralogist veröffentlichte.
Bikitait war bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt. Damit hätte Bikitait theoretisch den Status eines grandfathered Mineral. In der 1997 erfolgten Publikation Recommended nomenclature for zeolite minerals vom IMA-Unterausschuss für Zeolithe wurde die Zeolithgruppe neu definiert. Name und Zusammensetzung vom Bikitait wurden dabei aus der Erstbeschreibung übernommen, dessen Kristallstruktur allerdings verfeinert.[9] Bikitait wird seitdem in der „Liste der Minerale und Mineralnamen“ der IMA unter der Summenanerkennung „1997 s.p.“ (special procedure) geführt.[1]
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/J.15-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Gerüstsilikate“, wo Bikitait als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/J.15 bildet.[4]
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Bikitait in die erweiterte Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zeolithischem H2O; Familie der Zeolithe“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Gerüststruktur, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Ketten von Fünfer-Ringen“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 9.GD.55 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Bikitait die System- und Mineralnummer 77.02.01.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Gerüstsilikate: Zeolith-Gruppe“, wo das Mineral als einziges Mitglied in einer unbenannte Gruppe mit der Systemnummer v innerhalb der Unterabteilung „Gerüstsilikate: Zeolithgruppe, verwandte Arten“ zu finden ist.
Der trikline Bikitait-1A kristallisiert in der RaumgruppeP1(Raumgruppen-Nr. 1)Vorlage:Raumgruppe/1 mit den Gitterparametern a=8,61Å; b=4,95Å; c=7,60Å; α=89,9°; β=114,4° und γ=90,0° sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[3]
Die bisher einzigen dokumentierten Vorkommen in Europa sind La Mareta und Tajao auf der zu Spanien gehörenden Insel Teneriffa. Ansonsten konnte Bikitait bisher nur noch in den Big-Mack-Pegmatiten im Gebiet um den Paterson Lake im Verwaltungsbezirk Kenora der kanadischen Provinz Ontario gefunden werden (Stand 2025).[11]
Cornelius S. Hurlbut:Bikitaite, LiAlSi2O6·H2O, a new mineral from Southern Rhodesia. In: American Mineralogist. Band42, 1957, S.792–797 (englisch, rruff.info[PDF; 364kB; abgerufen am 10.März 2025]).
Douglas S. Coombs, Alberto Alberti, Thomas Armbruster, Gilberto Artioli, Carmine Colella, Ermanno Galli, Joel D. Grice, Friedrich Liebau, Joseph A. Mandarino, Hideo Minato, Ernest H. Nickel, Elio Passaglia, Donald R. Peacor, Simona Quartieri, Romano Rinaldi, Malcolm Ross, Richard A. Sheppard, Ekkehard Tillmanns, Giovanna Vezzalini:Recommended nomenclature for zeolite minerals: Report of the Subcommittee on Zeolites of the International Mineralogical Association, Commission on New Minerals and Mineral Names. In: The Canadian Mineralogist. Band35, 1997, S.1571–1606;hier:1578, Bikitaite (englisch, minsocam.org[PDF; 347kB; abgerufen am 6.April 2026]).
Boris A. Kolesov, Charles A. Geiger:Raman spectroscopic study of H2O in bikitaite: “One-dimensional ice”. In: American Mineralogist. Band87, 2002, S.1426–1431 (englisch, rruff.info[PDF; 642kB; abgerufen am 10.März 2025]).
Bikitaite search results.In:rruff.net.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 6.April 2026(englisch).
123456Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.706 (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
123456789
Bikitaite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 77kB; abgerufen am 10.März 2025]).
123456Bikitaite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 10.März 2025(englisch).
↑Douglas S. Coombs, Alberto Alberti, Thomas Armbruster, Gilberto Artioli, Carmine Colella, Ermanno Galli, Joel D. Grice, Friedrich Liebau, Joseph A. Mandarino, Hideo Minato, Ernest H. Nickel, Elio Passaglia, Donald R. Peacor, Simona Quartieri, Romano Rinaldi, Malcom Ross, Richard A. Sheppard, Ekkehard Tillmanns, Giovanna Vezzalini:Recommended nomenclature for zeolite minerals: report of the Subcommittee on Zeolites of the International Mineralogical Association, Commission on New Minerals and Mineral Names. In: The Canadian Mineralogist. Band35, 1997, S.1571–1606 (englisch, minsocam.org[PDF; 347kB; abgerufen am 6.April 2026]).