Allophan ist neben dem bekannten Opal eines der wenigen Minerale, die keinem Kristallsystem angehören, sondern amorpherstarren. Der Aluminiumoxid-Silikatgruppen- und Wasseranteil kann zudem je nach Zustand der Mineralprobe leicht variieren.
Im Allgemeinen findet sich Allophan in Form traubiger, stalaktitischer oder erdiger Mineral-Aggregate von weißer bis grauer, bläulicher bis grünlicher oder brauner Farbe. Seine Strichfarbe ist allerdings immer weiß.
Der Name Allophan ist eine Ableitung aus altgriechischἄλλοςállos, deutsch ‚ein anderer‘, und φαίνεσθαιphaínesthai, deutsch ‚erscheinen, scheinen‘, bedeutet etwa „das als ein anderes Erscheinende“ und bezieht sich auf die oft vorhandene Ähnlichkeit mit anderen Kupfermineralen.
Erstmals entdeckt wurde Allophan bei Gräfenthal im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen und beschrieben 1816 durch J. F. L. Hausmann und F. Stromeyer: Über Silberkupferglanz und Allophan, Göttingische Gelehrte Anzeigen 2, S. 1251–1253.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/H.26-010. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Schichtsilikate“, wo Allophan zusammen mit Hisingerit, Imogolith, Neotokit und Odinit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/H.26 bildet.[3]
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Allophan die System- und Mineralnummer 71.01.05.01. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Schichten von Sechserringen“. Hier findet er sich in der „Allophangruppe“, in der auch Hisingerit, Imogolith und Neotokit eingeordnet sind.[6]
Aufgrund seines lockeren Aufbaus mit vielen Hohlräume und dem hohen Wassergehalt hat Allophan eine sehr geringe Dichte (Trockenrohdichte allophanhaltiger Böden <0,9g/cm³). Außerdem weist es eine sehr hohe reaktive Oberfläche (~800m²/g) auf, die hauptsächlich durch „Poren“ in den Hohlkugeln (eigentlich defekte Stellen, welche die Hohlkugeln unterbrechen) gebildet wird. Austrocknung und Wasserverlust führen zur irreversiblen Strukturzerstörung.
Die zwei Hauptarten aluminiumreiches Allophan (Al:Si, 2:1) und siliziumreiches Allophan (Al:Si, 1:1) entstehen je nach der Verfügbarkeit der Stoffe in der Bodenlösung.
In Österreich trat Allophan unter anderem am Pauliberg im Burgenland; bei Leoben in der Steiermark, und bei Freistadt in Oberösterreich sowie an mehreren Orten der Regionen Kärnten, Salzburg und Tirol.
J. F. L. Hausmann, F. Stromeyer:Report at the Royal Academy of Sciences Göttingen meeting 13 July, 1816 on silberkupferglanz and allophan. In: Göttingische Gelehrte Anzeigen. Band2, 1816, S.1249–1253 (rruff.info[PDF; 346kB; abgerufen am 7.August 2017]).
F. Stromeyer:Analyse des sels de strontiane et de quelques mineraux. In: Annales de Chimie et de Physique. Band3, 1816, S.395–403 (rruff.info[PDF; 379kB; abgerufen am 7.August 2017]).
Roger L. Parfitt, R. J. Furkert, T. Henmi:Identification and structure of two types of allophane from volcanic ash soils and tephra. In: Clays and Clay Minerals. Band28, 1980, S.328–334.
Roger L. Parfitt:Allophane in New Zealand - a review. In: Australian Journal of Soil Research. Band28, 1990, S.343–360, doi:10.1071/SR9900343.
Fritz Scheffer:Lehrbuch der Bodenkunde. 15. Auflage. Spektrum, Akademischer Verlag, Heidelberg, Berlin 2002, ISBN 978-3-8274-1324-6.
Petr Korbel, Milan Novák:Mineralien-Enzyklopädie (=Dörfler Natur). Nebel Verlag, Eggolsheim 2002, ISBN 978-3-89555-076-8, S.259.
Allophane search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 18.September 2023(englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
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Allophane. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 79kB; abgerufen am 18.September 2023]).
↑Richard V. Gaines, H. Catherine Skinner, Eugene E. Foord, Brian Mason und Abraham Rosenzweig:Danas New Mineralogy. 8. Auflage. John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-19310-0 (englisch).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.676.