Bexten-Listrup
Bexten-Listrup war bis 1974 eine Gemeinde im niedersächsischen Landkreis Lingen. Der Gemeindeteil Bexten gehört heute zur Gemeinde Salzbergen und der Gemeindeteil Listrup zur Gemeinde Emsbüren im Landkreis Emsland.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bexten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf Bexten liegt südlich der Bundesautobahn 30 etwa zwei Kilometer nordöstlich des Salzbergener Ortskerns. Es gehört innerhalb der Gemeinde Salzbergen zur Ortschaft Holsten-Bexten. Zu Bexten gehört auch das weiter westlich gelegene Gut Venhaus.
Listrup
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf Listrup liegt südöstlich des Zentrums von Emsbüren am rechten Ufer der Ems. Zur Emsbürener Ortschaft Listrup gehören außerdem die Wohnplätze Einhaus, Emshook, Feldhook, Kamphook und Schultenhook. Die Ems bildet die westliche Grenze der Ortschaft und der Dortmund-Ems-Kanal im Wesentlichen die östliche. Die ganze Ortschaft hat auf einer Fläche von 21,50 km² 605 Einwohner (Stand 1. Januar 2026).[1]




Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die beiden Bauerschaften Bexten und Listrup gehörten vor den Napoleonischen Kriegen zum Kirchspiel Emsbüren im Amt Rheine des Hochstifts Münster.[2] Von 1803 bis 1808 gehörten sie zum Erbfürstentum Münster, von 1808 bis 1810 zum Département Ems des Großherzogtums Berg und von 1811 bis 1813 zum Departement der Oberen Ems des Französischen Kaiserreichs. 1814 fielen sie an das Königreich Hannover und kamen dort zum Amt Lingen. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die beiden Bauerschaften zur Gemeinde Bexten-Listrup zusammengefasst.[3] Diese fiel 1867 mit dem gesamten Königreich Hannover an Preußen und gehörte dort seit 1885 zum Landkreis Lingen. Im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen wurde die Gemeinde, die zuletzt eine Fläche von 28,8 km² mit 663 Einwohnern umfasste, am 1. März 1974 aufgelöst. Dabei fielen 20,3 km² mit 467 Einwohnern an Emsbüren, während 8,5 km² mit 196 Einwohnern an Salzbergen fielen.[4]
Die nördlichen zwei Drittel der Gemeinde bilden heute die Emsbürener Ortschaft Listrup, während das südliche Drittel zusammen mit der ehemaligen Gemeinde Holsten die Salzbergener Ortschaft Holsten-Bexten bildet.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1845 | 524 | [5] |
| 1871 | 425 | [3] |
| 1885 | 454 | [6] |
| 1895 | 463 | [7] |
| 1905 | 503 | [8] |
| 1925 | 574 | [9] |
| 1939 | 630 | [9] |
| 1950 | 927 | [10] |
| 1961 | 677 | [10] |
| 1970 | 663 | [10] |
Bau- und Bodendenkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Emsbürener Ortschaft Listrup sind die Hofanlage Zum Schultenhook 18–20, die St.-Maria-Kirche, die alte Volksschule, das Emswehr mit seinen Nebengebäuden, die Backhäuser Alter Mühlenweg 2 und Listrup 150, das Wohnhaus und die Wegekapelle des Hofs Hölscher, die Scheune des Hofs Schulte van Werde sowie zwei Wegekreuze geschützte Baudenkmale. Zwei Grabhügel und mehrere alte Wallreste sind Bodendenkmale.
Im Salzbergener Ortsteil Bexten steht die Gutsanlage Venhaus unter Denkmalschutz.
Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sportverein Listrup 1949 hat unter anderem Sparten für Fußball, Gymnastik, Tennis und Sportkegeln.[11] Der Schützenverein Listrup 1863 betreibt Schießsport und widmet sich der Pflege des lokalen Brauchtums.[12]
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen Listrup und Mehringen verkehrt zu touristischen Zwecken die seilgebundene Personenfähre „MerLi“ über die Ems.[13] Die Bundesautobahn 30 führt nördlich am Dorf Bexten vorbei.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Angabe der Gemeinde Emsbüren
- ↑ Anton Friedrich Büsching: Lagerbuch des Bistums Münster 1769. In: Magazin für die neue Historie und Geographie. Band 20. Johann Jacob Curts Witwe, Halle (Saale) 1786 (google.de).
- 1 2 Volkszählung 1871
- ↑ Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 1974
- ↑ Friedrich W. Harseim, C. Schlüter (Hrsg.): Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, Hannover 1848 (google.de).
- ↑ Volkszählung 1885
- ↑ Volkszählung 1895
- ↑ Volkszählung 1905
- 1 2 Michael Rademacher: Lingen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- 1 2 3 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)
- ↑ Homepage des SV Listrup
- ↑ Homepage des Schützenvereins Listrup
- ↑ Webseite zur Emsfähre MehrLi
Koordinaten: 52° 22′ N, 7° 21′ O