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Bert Matter

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Egbert Jan (Bert) Matter (* 29. April 1937 in Abcoude-Baambrugge; † 26. August 2026 in Zutphen) war ein niederländischer Organist, Musikpädagoge und Komponist.

Leben und Wirken

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Bert Matter war der Sohn von Pfarrer Hendrik Margienus Matter und Grietje Frederika Wiersma. Er war mit Maria Anne (Marianne) de Leeuw (* 17. Oktober 1935; † 12. Februar 2019) verheiratet. Beider Tochter Maritgen Matter ist Schriftstellerin, die Tochter Jurianne Matter ist Designerin.

Seine Ausbildung erhielt Matter am Rotterdamer Konservatorium bei Piet van den Kerkhoff und Cor Kee. Während dieser Zeit spielte er Orgel in Rotterdam-Charlois und an der Hoofdstraatkerk zu Hoogeveen. In Hoogeveen engagierte er sich zudem in der lokalen Stiftung Jugend und Musik, einem Ableger von Jeugd en Muziek.[1]

Von 1960 bis 1967 lehrte Matter Orgelspiel an der Musikschule von Deventer, ab 1964 an der Musikschule von Zutphen. 1967 wurde er Lehrer für Musiktheorie am Utrechter Konservatorium. Von 1969 bis 1992 war er Hauptfachlehrer für Orgel am Arnhemer Musiklizeum und von 1987 bis 1992 zusätzlich am Den Haager Konservatorium.[2][3]

Von 1969 an war Matter Organist an der Bader-/Timpe-Orgel in der Walburgiskirche in Zutphen. Dort trat er die Nachfolge des legendären Cor Bute an.[2] Im Frühjahr 2002 trat er von dem Amt zurück, sein Nachfolger wurde Klaas Stok.[4] Während seines Wirkens in Zutphen war Matter die treibende Kraft hinter der Restaurierung der Bader-/Timpe-Orgel, hierzu initiierte er 1986 die Gründung der noch heute bestehenden Stichting Henrick Baderorgel. 1996 ausgeführt von der Orgelmakerij Reil, erstand hierdurch eine Orgel wieder auf, die seither zu den besten der Niederlande zählt.[5]

Von 1967 bis 1970 war Matter Chefredakteur von Het Orgel, der offiziellen Zeitschrift der Königlich-niederländischen Organisten- und Kirchenmusikervereinigung.[2][3]

Als Pädagoge und Improvisator war Matter weithin bekannt und gab zahlreiche Konzerte sowie Kurse in Frankreich, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz, Deutschland und den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus hat er zusammen mit Peter Molenaar ein Buch über praktische Harmonielehre veröffentlicht. Er war mehrfach Jurymitglied bei nationalen und internationalen Orgelwettbewerben.[3]

Matter hat zahlreiche Compact Discs aufgenommen, darunter eine Reihe mit Orgelaufnahmen in der Walburgiskirche vor und nach der Restaurierung.[6] Seine Bach-Interpretationen erfreuen sich großer Beliebtheit. 20 eigene Kompositionen sind auf der CD „Bert Matter – Organ Works“ enthalten, die ihm 2002 zum Abschied als Organist der Walburgiskirche von vier seiner Schüler geschenkt wurde.[3] Eine CD „Bert Matter – Improvisaties“ mit Improvisationsmitschnitten im Hörfunk aus unterschiedlichen Jahren wurde ihm 2017 aus Anlass seines 80. Geburtstags zugedacht.[7]

Matter starb am 26. August 2026 im Alter von 89 Jahren in Zutphen.[3]

Für seine Verdienste wurde Matter 1997 als Ritter in den Orden von Oranien-Nassau aufgenommen.[3] 2012 erhielt er den Sweelinck-Preis (Sparte: Lebenswerkpreis) für seinen Beitrag zur niederländischen Orgelkultur durch die Ausbildung junger Organisten, seine Improvisationskunst und sein kompositorisches Schaffen.[8] Ende April 2017 fand anlässlich seines 80. Geburtstags ein besonderes Orgelkonzert in der Walburgiskirche statt.[9]

Als Komponist veröffentlichte Matter mehr als vierzig Werke, primär in der Gattung der Psalm- und Choralbearbeitung für Orgel. Seine musikalische Sprache vermischt oft traditionelle Formen mit den repetitiven rhythmischen Texturen der Minimal Music nach dem Vorbild Steve Reichs.[10]

Orgelmusik

  • 10 Aphorismen (2009)
  • Die Bergpredigt (2007)
  • Een muzikale meditatie over Psalm 139[11]
  • Fantaisie sur Psaume 65 „De stilte zingt u toe, o Heer“[11]
  • Fantaisie sur Psaume 90 „Gij zijt geweest, o Heer“[11]
  • Fantaisie sur „Une jeune fillette“/Fantasie sopra „Von Gott will ich nicht lassen“ (Gezang 126) (1988)[12]
  • Bearbeitungen zu Gezang 47, 57, 181, 205, 286[12]
  • Zwei Sätze (1. und 4.) einer viersätzigen gemeinschaftlichen Magnificat-Vertonung mit Cor Kee[13]
  • Partita sopra „Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ“/„U Here Jezus roep ik aan“ (Gezang 404)[12]
  • Partita sopra „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ (Gezang 157)/„Wees wellekom, Immanuël“ (Gezang 148)[12]
  • Bearbeitungen zu Psalm 1, 23, 30, 32, 51, 53, 64, 78, 90, 98, 102, 103, 116, 125[11]
  • Vater Unser (2012)[14]

Vokalmusik

  • „Geef vrede, Heer, geef vrede“ (Gezang 285) für Singstimme und Orgel (2022)[15]
  • Magnificat „Mijn ziel verheft Gods eer“ (Gezang 66) für Mezzosopran, Blockflöte und Orgel (2010)
  • Missa St. Walburga für Chor und Orgel (2014)[14]

Filmmusik

Kirchenlied

  • Psalm 1 „Gelukkig is de mens“ für das ökumenische Gesangbuch Liedboek – zingen en bidden in huis en kerk (2013)[17]
  • Jozef Robijns, Miep Zijlstra: Algemene muziek encyclopedie. De Haan, Haarlem 1979–1984, ISBN 978-90-228-4930-9, Band 6, S. 241.
  • Bert Matter, Peter Molenaar: In goede harmonie. Werkboek voor het maken en spelen van koraalzettingen. Boeijenga Music Publications, Leeuwarden 2009.
  • Christopher Joel Dekker: The Organ Works of Bert Matter. Dissertation University of Notre Dame du Lac, South Bend (Indiana) 2018. (Online hier verfügbar.)

Diskografie (Auswahl)

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  • Nun komm. 1991, Musica Walburga MW 91001, CD (Lida Dekkers, Sopran; Bert Matter, Orgel).
  • Magnificat. 1996, Musica Walburga MW 96001, CD (Bert Matter, Orgel). (Online hier verfügbar.)
  • Bert Matter – Organ Works. 2002, Musica Walburga MW 02001, CD (Klaas Stok, Els Dijkerman, Johan Luimes und Toon Hagen; Orgel).
  • Bert Matter – Improvisaties. 2017, DOCU Muziekproductie DOC 201701, CD (Bert Matter, Orgel).

Einzelnachweise

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  1. ↑ Afdeling Jeugd en Muziek opgericht. In: Provinciale Drentsche en Asser courant. 13. März 1959, abgerufen am 30. August 2026.
  2. 1 2 3 Theo Hebing: Bert Matter benoemd tot cantoororganist Walburgiskerk. In: Zutphen 2019, Heft 1, S. 23. Abgerufen am 30. August 2026.
  3. 1 2 3 4 5 6 Organist, docent en componist Bert Matter (89) overleden. In: Orgelnieuws.nl. 27. August 2026, abgerufen am 30. August 2026.
  4. ↑ Jan-Piet Knijff: Bert Matter retires after 33 years in Zutphen. In: Het Orgel 99 (2003), Heft 1, S. 8–9. Abgerufen am 30. August 2026.
  5. ↑ Baderorgel, Walburgiskerk Zutphen. Abgerufen am 31. August 2026.
  6. ↑ Bert Matter. In: Muziekweb.nl. Abgerufen am 30. August 2026
  7. ↑ Bert Matter 80 Jaar – Improvisaties. In: Opusklassiek.nl. Abgerufen am 31. August 2026.
  8. ↑ Uitreiking Sweelinckprijs 2012 aan Bert Matter. In: Orgelnieuws.nl. 30. August 2012, abgerufen am 30. August 2026.
  9. ↑ Verjaardagsfuif voor Bert Matter in Walburgiskerk. (Memento vom 28. April 2017 im Internet Archive). In: Zutphense Koerier. 24. April 2017.
  10. ↑ About. Abgerufen am 31. August 2026.
  11. 1 2 3 4 Veröffentlicht in: Bert Matter. Orgelwerken Deel 1 – Psalmen. Edition Pors, Amersfoort 2004.
  12. 1 2 3 4 Veröffentlicht in: Bert Matter. Orgelwerken Deel 2 – Gezangen. Edition Pors, Amersfoort 2004.
  13. ↑ Bert Matter/Cor Kee – Magnificat. Abgerufen am 31. August 2026.
  14. 1 2 Berichtigt und ergänzt nach Christopher Joel Dekker: The Organ Works of Bert Matter. Dissertation University of Notre Dame du Lac, South Bend (Indiana) 2018, S. 71.
  15. ↑ Geef vrede, Heer, geef vrede. Abgerufen am 31. August 2026.
  16. ↑ De staart van de leeuw. Abgerufen am 31. August 2026.
  17. ↑ 1a – Gelukkig is de mens. Abgerufen am 31. August 2026.