Bauma
| Bauma | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Bezirk: | Pfäffikon |
| BFS-Nr.: | 0297 |
| Postleitzahl: | 8493 Saland 8494 Bauma 8499 Sternenberg |
| UN/LOCODE: | CH QBA |
| Koordinaten: | 708720 / 247385 |
| Höhe: | 639 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 592–1073 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 29,53 km²[2] |
| Einwohner: | 5112 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 173 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 18,1 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsident: | Andreas Sudler (parteilos) |
| Website: | www.bauma.ch |
Gasthaus «Tanne» in Bauma | |
| Lage der Gemeinde | |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 455 |
| 1691 | 1082 |
| 1772 | 2530 |
| 1836 | 3217 |
| 1850 | 2993 |
| 1900 | 2768 |
| 1950 | 2989 |
| 2000 | 4520 |
| 2005 | 4469 |
| 2010 | 4522 |
| 2015 * | 4837 |
| 2020 | 4879 |
| 2022 | 4921 |
- Ausländeranteil: 16,0 % (Stand 2022)[18]
Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2022 gehörten 42,3 % der Bevölkerung zur evangelisch-reformierten Kirche und 18,0 % zur römisch-katholischen Kirche. 39,7 % hatten eine andere oder keine Konfessionszugehörigkeit.[19]
Die reformierte Kirche Bauma entstand in den Jahren 1769–1770 als Querkirche und ersetzte den Vorgängerbau aus dem Mittelalter. Es handelt sich um einen typischen Sakralbau der reformierten Kirche des 18. Jahrhunderts im Kanton Zürich.
Die katholische Kirche von Bauma ist die St.-Antonius-Kirche. Entstanden ist sie in den Jahren 1902–1903 als typischer Bau einer Diaspora-Kirche im Kanton Zürich. 1954 wurde die Kirche verlängert und der ursprüngliche Dachreiter durch den heutigen Kirchturm ersetzt.
Zur Regional-Sektion Bauma–Fischenthal[20] der Evangelischen Allianz gehören die Evangelisch-reformierten Kirchen von Bauma[21] und Fischenthal sowie die RegiChile Bauma.
In Bauma sind von den evangelischen Freikirchen die Viva Kirche Schweiz (bis Mai 2022 Chrischona Schweiz) RegiChile[22] und die Gemeinde für Christus[23] vertreten. Es gibt zudem eine Neuapostolische Kirche.[24]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 2. November 2016 ist Andreas Sudler (parteilos) Gemeindepräsident,[25] als Nachfolger von Marianne Heimgartner (EVP).
Kantonsrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Kantonsrat des Kantons Zürich war die Gemeinde Bauma von 2007 bis 2015 durch Walter Schoch (EVP) vertreten. Seit 2019 vertritt Paul von Euw (SVP) Bauma im Kantonsrat.
Nationalrat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Bauma: SVP 48,20 % (+4,06), SP 9,44 % (−1,44), EVP 8,79 % (+0,10), glp 6,99 % (−0,60), FDP 5,43 % (+0,09), EDU 5,30 (−1,88), Grüne 5,25 % (−4,25), Mitte 4,87 % (+0,19).[26]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1821 begann die Industrialisierung im Tösstal, indem die Wasserkraft für die Textilindustrie genutzt wurde.
Die Fabriken der einst blühenden Baumwollspinnerei und -weberei sind seit 1989 stillgelegt. Da in der Landwirtschaft heute weniger als 5 % der Bevölkerung beschäftigt sind, sind der Dienstleistungssektor und die auswärtige Arbeitsstelle das Haupterwerbsgebiet. Viele Einwohner pendeln nach Zürich oder Winterthur. Bauma bietet insgesamt ca. 2000 Arbeitsplätze in der Gemeinde an.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1835 benutzten Fuhrwerke das oft nicht ungefährliche Flussbett der Töss als Strasse, um nach Bauma zu gelangen. Erst mit dem Bau der Talstrasse von Winterthur nach Bauma und kurz darauf mit der Verbindung nach Wetzikon–Oetwil am See fand Bauma Anschluss an die Welt.
1875 nahm die Tösstalbahn zwischen Winterthur und Bahnhof Bauma und ein Jahr später die Verlängerung nach Wald ihren Betrieb auf. 1901 folgte die Eröffnung der durch den Einheimischen Adolf Guyer-Zeller erbauten Uerikon-Bauma-Bahn. Ab 1969 wurde diese teilweise durch den Busbetrieb Bauma–Wetzikon ersetzt. Heute bedienen die Schweizerischen Bundesbahnen die Station Bauma im Halbstundentakt mit der Linie S 26 Winterthur – Bauma – Rüti ZH der S-Bahn Zürich (bis 1918 Tösstalbahn). Der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) befährt jedes Jahr von Mai bis Oktober mit Dampfzug-Kompositionen die Museumsbahnlinie Bauma–Hinwil.[27]
Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:
- 850 Bahnhof Bauma – Adetswil – Bäretswil – Kempten – Bahnhof Wetzikon
- 854 Bahnhof Bauma – Steg im Tösstal – Fischenthal – Gibswil – Wald – Bahnhof Rüti
Daneben existieren folgende Buslinien, die durch die Postauto AG bedient werden:
- 809 Bahnhof Bauma – Sternenberg
- 835 Bahnhof Bauma – Juckern – Saland – Hittnau – Bahnhof Pfäffikon
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gemeinde Bauma besitzt ein eigenes Hallenbad mit 25-Meter-Becken.[28] Auf dem Gemeindegebiet gibt es vier Kindergärten, vier Primarschulhäuser und ein Sekundarschulhaus.[29]
Das Abwasser wird in der ARA Bauma, 8493 Saland, gereinigt, zusammen mit dem Abwasser der Gemeinde Fischenthal, von 7440 Einwohnern, sowie mit jenen von Teilgebieten der Gemeinden Hinwil, Bäretswil, Hittnau, Wildberg und Wila. Als Mitglieder der Regionalen Abwasserentsorgung Tösstal ist es ihr Ziel, das Abwasser ab 2035 zusammen mit jenem der Gemeinden des mittleren Tösstals: Wila, Turbenthal, Weisslingen und Zell und dem Stadtquartier Sennhof der Stadt Winterthur durch den zu bauenden Eschenberg-Stollen in die ARA Hard, Winterthur, zu leiten und dort zentral zu reinigen.[30]
Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der FC Bauma wurde 1948 gegründet und trägt seine Spiele auf dem Fussballplatz Schwendi aus. Dieser befindet sich am Dorfausgang in Richtung Steg im Tösstal.
Der Verein verfügt über eine Juniorenabteilung mit über 100 Spielerinnen und Spielern. Die 1. Mannschaft spielt in der 4. Liga (achthöchste Spielklasse in der Schweiz), die 2. Mannschaft in der 5. Liga (Stand 2023).
Der Vater des Schweizer Nationalspielers Remo Freuler, Marcel Freuler, ist langjähriges Mitglied des FC Bauma. Zudem sitzt er im Vorstand als Chef Infrastruktur.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Guyer-Zeller-Wanderwege (1889–1899 erstellt)
- Dampfbahn und -fahrten der Museumsbahn Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland
- Industrielehrpfad / Wasserlehrpfad Töss
- Reformierte Kirche von 1651, 1771 umgebaut
- Schlossruine Alt-Landenberg
- Grabmal der Familie Guyer-Zeller aus Marmor
- Wohnmuseum Undalen Freddi-Haus
- Hagheren-Gubel mit kleinen Giessen (je 10 Meter Fallhöhe), vom Höchstock an der Sternenbergstrasse auf dem Wanderweg abwärts: Hagherenloch, Koord. 710776/248413; Unter-Hagheren I Koord. 710742/248198, Unter-Hagheren II 710626/248134
- Rüeggental-Gubel mit Rüeggenbach-Giessen (15 und 10 Meter Fallhöhe), von der Ruine Alt-Landenberg aus: Rüeggenbach I, Koord. 708505/248285, Rüeggenbach II, Koord. 708420/248178[31]
Im Hunds-Chilental:
- Hunds-Chile-Giesse, 10 m Fallhöhe, Koord. 709582/148532, in seiner Nähe die 4 Riset- und Risetweid-Giessen, 4–10 m Fallhöhe;
- Hämelbach-Giessen am Guyer-Zeller-Wanderweg, 20 m Fallhöhe, Koord. 708691/245957;
- Girenestbach-Giessen ab Seewadel, deren drei im Girenesttal, 4,5–5 m Fallhöhe
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Bosshard (1826–1897), Unternehmer und Politiker (Liberale)
- Adolf Guyer-Zeller (1839–1899), Pionier, Industrialisierung und Verkehr
- Otto Wartmann-Kägi (1841–1882), Kaufmann im Orient
- Adolf Kaegi (1849–1923), Indologe und Gräzist
- Carl Steiger (1857–1946), Flugzeugkonstrukteur
- Otto Steiger (1858–1923), Erfinder von Rechenmaschinen (Millionär)
- Friedrich Ottiker (1865–1929), Unternehmer und Politiker (FDP)
- Rudolf Kägi (1882–1959), Heimatdichter und Mundartautor
- Schaggi Streuli (1899–1980), Drehbuchautor, Kabarettist und Dialekt-Schauspieler
- Max Ziegler (1921–2012), Architekt
- Susanne Suter (* 1943), Ärztin und Hochschullehrerin
- Beat Walti (* 1968), Politiker (FDP)
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hans Martin Gubler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band III: Die Bezirke Pfäffikon und Uster. Bauma (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 66). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1978, ISBN 978-3-7643-0991-6, S. 202–309 (Digitalisat).
- Thomas Schärli: Bauma. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Walter Sprenger u. a.: Geschichte der Gemeinde Bauma. Herausgegeben von der politischen Gemeinde Bauma. Bauma 1994, ISBN 3-85981-173-8.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Bauma
- Bundesamt für Kultur: Bauma im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Bundesamt für Kultur: Wellenau (Bauma) im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz
- Statistische Daten der Gemeinde Bauma
- Website der Baumerziitig (offizielles Publikationsorgan der Gemeinde Bauma)
- Chronik-Archiv der Gemeinde Bauma
- Auslegeordnung von bedeutsamem Kulturerbe der Gemeinde Bauma
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. Hrsg.: Grammatiken und Wörterbücher in allgemein verständlicher Darstellung, betreut vom Verein Schweizerdeutsch. 1. Auflage. Band III Zürichdeutsches Wörterbuch. Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668.
- ↑ Peter Ziegler: Die Gemeindewappen des Kantons Zürich (= Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. Band 49). Berichthaus, Zürich 1977, S. 33 (E-Periodica). Siehe auch: Das Wappen der Gemeinde Bauma. Abgerufen am 1. Oktober 2023.
- ↑ Gemeindeporträts. Bauma. Flächen. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2018.
- ↑ Besiedelung. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Bauma. In: Zürcher Siedlungsnamenbuch. Publiziert auf ortsnamen.ch, dem Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung. Abgerufen am 16. Februar 2026.
- ↑ Gemeindebildung. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Zentrum des oberen Tösstals. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- 1 2 Notzeiten. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Verkehr. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Wirtschaftliche Entwicklung. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Zusammenschluss Bauma-Sternenberg. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Grünes Licht für Gemeindefusion. In: Tages-Anzeiger. 24. November 2013, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Quellen: 1634–1836: HLS, 1850–1950: Eidgenössische Volkszählungen, danach: Gemeindeporträts. Bauma. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2000–2022.
- ↑ Gemeindeporträts. Bauma. Ausländeranteil. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
- ↑ Gemeindeporträts. Bauma. Konfession. Statistisches Amt des Kantons Zürich, 2022.
- ↑ EA Bauma-Fischenthal. Website der Evangelischen Allianz Bauma-Fischenthal, archiviert vom am 28. März 2016; abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Die reformierte Kirchgemeinde Bauma-Sternenberg. Website der Kirche Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Herzlich willkommen bei der RegiChile Bauma. Website der RegiChile Bauma, abgerufen am 1. Oktober 2023.
- ↑ Herzlich willkommen. Website der Gemeinde für Christus, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Gemeinde- und Bezirkssuche. Website der Neuapostolischen Kirche Schweiz, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ Gemeinderat. Website der Gemeinde Bauma.
- ↑ Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.
- ↑ Dampfzüge. In: DVZO. Abgerufen am 15. November 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
- ↑ Halli Bauma – auf einen Blick. Website der Gemeinde Bauma, abgerufen am 1. Oktober 2023.
- ↑ Schule Bauma. Website der Schule Bauma, abgerufen am 18. Mai 2016.
- ↑ ARA Bauma, Bauma. Kanton Zürich, Baudirektion, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, Gewässerschutz, Sektion Abwasserreinigungsanlage, 2020, abgerufen am 13. Mai 2022.
- ↑ Rudolf Bolliger: Giessen im Tösstal. 1. Auflage. Eigenverlag, Weisslingen ZH 2020, ISBN 978-3-033-07989-2, S. 89, 91, 120–121, 123.






