Arnschwang
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 16′ N, 12° 49′ O | |
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Cham | |
| Höhe: | 390 m ü. NHN | |
| Fläche: | 28,32 km² | |
| Einwohner: | 2010 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 71 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 93473, 93437 | |
| Vorwahl: | 09977 | |
| Kfz-Kennzeichen: | CHA, KÖZ, ROD, WÜM | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 72 112 | |
| LOCODE: | DE 6AV | |
| Gemeindegliederung: | 24 Gemeindeteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kirchgasse 10 93473 Arnschwang | |
| Website: | www.arnschwang.de | |
| Erster Bürgermeister: | Michael Multerer (Bürgerblock Arnschwang[2]) | |
| Lage der Gemeinde Arnschwang im Landkreis Cham | ||
Arnschwang ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Cham. Die Region um Arnschwang ist Teil des Naturparks Oberer Bayerischer Wald. In den letzten Jahren hat sich die Gemeinde zu einem Schwerpunkt der Erzeugung umweltfreundlicher Energie aus Biomasse und Wasser weiterentwickelt.
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geografische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort liegt am Übergang des Bayerischen Waldes in den Böhmerwald etwa zwölf Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Cham im Tal des Flusses Chamb.
Nachbargemeinden
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Nachbargemeinden (im Uhrzeigersinn) sind: Furth im Wald, Rimbach, Bad Kötzting, Chamerau, Weiding.
Furth im Wald 4 km |
Furth im Wald 4 km |
Furth im Wald 4 km |
Weiding 5 km |
Furth im Wald 4 km | |
Chamerau 10 km |
Bad Kötzting 12 km |
Rimbach 7 km |
| Blasonierung: „In Blau aus einem gesenkten silbernen Wellenbalken wachsend der golden nimbierte heilige Martin mit rotem Gewand und silbernem Mantel, der mit dem blauen Schwert den Mantel zerteilt, oben links beseitet von einem von Gold, Rot und Silber geteilten Schildchen.“[21] | |
| Wappenbegründung: Die Gemeinde liegt am Chamb (Wellenbalken) in der Further Senke und besitzt eine sehr alte Martinskirche. In den Mittelpunkt des Wappens wurde daher der Kirchenpatron St. Martin gestellt. Sein Schwert soll dabei auch symbolische Bedeutung haben, da das Gemeindegebiet oft durch Kriegsereignisse in Mitleidenschaft gezogen wurde. Besonders in den Hussitenkriegen (1419–1433) hatte das Dorf viel zu leiden. Der damalige Inhaber der Hofmark Arnschwang, Erasmus Sattelboger, hat sich durch seinen heldenhaften Kampf gegen die Hussiten einen Namen gemacht. Das Stammwappen der im 15. Jahrhundert ausgestorbenen Sattelboger (geteilt von Gold, Rot, Silber) fand daher ebenfalls im Wappen Aufnahme. Die Zugehörigkeit zum Territorium der Wittelsbacher wird durch die Tingierung Silber und Blau unterstrichen.[22]
Das Wappen wurde am 19. April 1984 durch die Regierung der Oberpfalz genehmigt. |
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Straße
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch das Gemeindegebiet verläuft die Trasse der Bundesstraße 20, die von Cham nach Furth im Wald und weiter an die deutsch-tschechische Grenze führt.
Eisenbahn
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Arnschwang besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Cham-Furth im Wald. Er wird in beiden Richtungen jeweils nahezu stündlich von RegionalBahnen der Oberpfalzbahn bedient.
Flugverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Etwa 3 km westlich von Arnschwang befindet sich das Ultraleichtfluggelände Arnschwang.
Sehenswürdigkeiten
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Kirchen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfarrkirche St. Martin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ortsbild von Arnschwang wird geprägt durch die barocke Pfarrkirche St. Martin. Der Chor in seinen Außenmauern wie auch der Unterbau des Turmes sind gotischen Ursprungs. 1723 neu erbaut. 1899 wurde das Langhaus erhöht, erweitert und um zwei Joche verlängert.[23]

Kirche St. Ägidius
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gemeindeteil Zenching befindet sich die Expositur St. Ägidius aus dem 18. Jahrhundert. 1730 Neubau der Kirche unter Verwendung vorhandener Mauerteile. 1845 Erweiterung durch zwei Seitenkapellen.[24] 1939 Abbruch des Langhauses und Neubau des Kirchenschiffes.

Totentanz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Seelenkapelle in Zenching befindet sich die einzige Totentanz-Darstellung in der östlichen Oberpfalz. Hier ist der Tod in acht Bildern dargestellt. Sie wurde um 1760 wahrscheinlich vom Maler Martin Josef Hueber von Kötzting und im Jahr 1910 durch den Kunstmaler Schmalzl aus Falkenstein erneuert und dabei in Form und Stil modernisiert.[25]
Patrona Bavariae aus Glas
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Gläsernen Giebelseite der Kapelle in Tretting erkennt man die Darstellung der Patrona Bavariae als Schutzmantelheilige. Geschaffen wurde sie im Jahr 2002 durch den Glaskünstler Bernhard Schagemann in der Technik der „verlorenen Formen“. Die Kapelle verfügt über eine moderne Innenausstattung und einem Kreuzweg mit 14 Reliefplatten aus unglasierter Keramik von der Bildhauerin Veronika Schagemann aus demselben Jahr.[26]


LBV-Zentrum Mensch und Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Gemeindeteil Nößwartling kann in der „Alten Mühle“ das LBV-Zentrum Mensch und Natur besucht werden. Die „Alte Mühle“ ist seit 1991 im Eigentum der Gemeinde Arnschwang. Die direkt an das LBV-Zentrum angrenzende Drahtinsel wurde im Jahr 1979 vom LBV angepachtet und durch die Anlage bzw. Optimierung von Biotopen als Lebensraum für seltene Flora und insbesondere Fauna erhalten und gestaltet.[27]
Baudenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bodendenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- In der Nähe des Ortsteils Zenching befindet sich eine keltische Viereckschanze aus vorchristlicher Zeit.
- Die sogenannten „Schwedenschanzen“ im Ponnholz sind frühmittelalterlich und wurden zum Schutz der alten Hochstraße zwischen Cham und Furth im Wald angelegt.
- Alte Bergwerksstollen zum Abbau von Kalk sind im Ortsteil Kalkofen noch im Gelände erkennbar.
Unterirdische Gänge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Arnschwang befanden sich zahlreiche Erdställe (unterirdische Gänge), sogenannte „Schrazellöcher“.

Labyrinthbrunnen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Labyrinthbrunnen ist ein, anlässlich der 1200-Jahr-Feier vom einheimischen Bildhauer Toni Scheubeck im Jahr 1995 geschaffener Dorfbrunnen. Die Wasserrinnen sind aus Fürstensteiner Granit geschliffen, wodurch sie heller wirken. Die übrigen Oberflächen sind schattiert. Quellort und Mündung des Wasserlaufes im Brunnen sind mit den Jahreszahlen 795 und 1995 markiert.[28]

Wasserschloss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wasserschloss von Arnschwang liegt zwischen zwei Armen des Flusses Chamb im östlichen Teil des Ortes. Es ist heute ein zweigeschossiger, langgestreckter Bau. An seiner Fassade befinden sich Reste von architektonischen Malereien als Fensterumrahmungen. Von der ursprünglich unregelmäßig dreiflügeligen Anlage ist nur noch der Westflügel sowie ein Teil des Ringgrabens erhalten. Das Erdgeschoss mit Teilen des Obergeschosses gehören noch zur Bausubstanz des 14/15. Jahrhunderts. In nachfolgenden Bauphasen sind zahlreiche Veränderungen am Gebäude vorgenommen worden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Stockwerk abgetragen.[29] Seit 2010 wird das Gebäude grundlegend saniert.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Franz Xaver Bauer (1859–nach 1918), Politiker
- Pia Mühlbauer (* 1953), Malerin und Grafikerin
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
- ↑ Landkreis Cham: Bürgermeisterwahlen 2020. Arnschwang. Abgerufen am 16. Mai 2020.
- ↑ Gemeinde Arnschwang in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Januar 2018.
- ↑ Gemeinde Arnschwang, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 19. Dezember 2021.
- ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2021; abgerufen am 29. Januar 2021.
- ↑ Alois Schmid: Die Viereckschanze von Nößwartling. In: Festschrift und Dorfchronik der Ortschaften Nößwartling und Grasfilzing. Freiwillige Feuerwehr Nößwartling 1998, S. 58–61.
- ↑ Werner Perlinger: Arnschwang in früher Zeit. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 44–45.
- ↑ Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 20–21.
- ↑ Paul Mai: 1200 Jahre Pfarrei Arnschwang. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 23.
- ↑ Max Heitzer: Arnschwang: Standort für eine karolinische Königskirche. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 32–35.
- ↑ Max Heitzer: Die Pfarrei Arnschwang. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 123–124.
- 1 2 Max Piendl: Landgericht Cham. In: Historischer Atlas von Bayern. Bd. 8, 1955, S. 33.
- ↑ Werner Perlinger: Arnschwang im 15. Jahrhundert – eine stürmische Epoche. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 59–60.
- ↑ Werner Perlinger: Arnschwang im 15. Jahrhundert – eine stürmische Epoche. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 64.
- 1 2 3 4 Max Piendl: Landgericht Cham. In: Historischer Atlas von Bayern. Bd. 8, 1955, S. 34.
- ↑ Alois Heitzer: Der große Arnschwanger Dorfbrand an Michaeli 1858. In: Historischer Verein Furth i. W. und Umgebung. Jahrbuch 7, 1996, S. 171–193.
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 440.
- ↑ Zweites Gesetz über die Änderung der Zugehörigkeit von Gemeinden zu Verwaltungsgemeinschaften vom 23. Juli 1985, GVBl S. 270
- ↑ Archivierte Kopie ( vom 23. März 2014 im Internet Archive)
- ↑ Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern.
- ↑ Wappen von Arnschwang in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
- ↑ Heinrich Blab: Von der Hofmark zur modernen Gemeinde. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 233.
- ↑ Rich. Hoffmann und Gg. Hager: Bezirksamt Cham. In: Die Kunstdenkmäler von Oberpfalz und Regensburg. Bd. VI, 1906, S. 13.
- ↑ Joseph Maria Ritz: Bezirksamt Kötzting. In: Die Kunstdenkmäler von Niederbayern. Bd. IX, 1922, S. 119.
- ↑ Pfarrer Lang: Der Totentanz in Zenching. In: 75 Jahre Krieger und Soldatenkameradschaft Zenching. 2001, S. 75–76.
- ↑ Patrona Bavariae in Tretting, Festschrift anlässlich der Kapelleneinweihung. 2002, S. 4–16.
- ↑ Heribert Mühlbauer: Das LBV-Zentrum für Mensch und Natur. In: Festschrift und Dorfchronik der Ortschaften Nößwartling und Grasfilzing. Freiwillige Feuerwehr Nößwartling 1998, S. 116.
- ↑ Toni Scheubeck: Brunnen Dorfplatz Arnschwang. In: Kirche und Gemeinde Arnschwang. 1995, S. 510–511.
- ↑ Bernhard Ernst: Burgenbau in der südöstlichen Oberpfalz vom Frühmittelalter bis zur frühen Neuzeit, Teil II. In: Arbeiten zur Archäologie Süddeutschlands Bd. 16, 2003, S. 22–23.



