Zwischen 2002 und 2004 trat Aprilia in der MotoGP-Klasse mit der RS³ Cube an. Das Projekt wurde nach der Übernahme von Aprilia durch den Piaggio-Konzern aufgrund der hohen Kosten gestoppt und nicht weiter fortgeführt.[1]
2022 kehrte Aprilia mit einem Werksteam in die MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft zurück, in der es schon von 2002 bis 2004 werksseitig aktiv gewesen war. Zuvor war von 2015 bis 2021Gresini Racing für den Einsatz der Aprilia-Werksmaschinen in der MotoGP-Klasse verantwortlich gewesen, trat aber nicht als offizielles Werksteam an. Das Einsatzmotorrad wurde in Anlehnung an die Serienmaschinen RS-GP genannt. Aleix Esparagró wurde Gesamtvierter, während das Team Platz drei in der Team-WM erreichte. Außerdem gelang Espargaró in Argentinien der erste Sieg für Aprilia in der MotoGP-Klasse.
2023 begann vielversprechend, Maverick Viñales errang beim Auftaktrennen in Portugal Rang zwei im Grand-Prix-Rennen. Dies war für lange Zeit Viñales’ einzige Podestplatzierung. Aleix Espargaró startete mit einigen Schwierigkeiten und erreichte im Saisonverlauf Siege in Großbritannien und Katalonien. Durch Viñales’ zweiten Rang in Katalonien war dies für Aprilia der erste Doppelsieg in der MotoGP-Klasse. Trotz dieser einzelnen guten Resultate gelang es nicht über die Saison konstant zu bleiben. Insbesondere in den neu eingeführten Sprintrennen tat man sich schwer. Espargaró erreichte neben den zwei Grand-Prix-Siegen und dem Sprintsieg in Katalonien nur einen weiteren Podestplatz. Viñales kam auf insgesamt drei zweite Plätze, aber auch auf fünf Ausfälle. Espargaró fiel bei drei Grands Prix aus. In der Gesamtwertung wurde Espargaró Sechster; Viñales belegte Rang sieben. Aprilia rutschte in der Team-WM vom dritten Rang aus der Vorsaison auf Rang fünf ab und musste sich in der Konstrukteursmeisterschaft Ducati sowie KTM geschlagen geben.
In der Saison 2024 gewann Maverick Viñales sowohl den Sprint als auch den Grand Prix beim Grand Prix of the Americas von der Pole-Position aus. Es war der einzige Sieg in der Saison, der nicht von einem Ducati-Piloten erreicht wurde. Für Espargaró war es die letzte WM-Saison. Der Spanier verkündete im Rahmen des Spanien-Grand-Prix nach acht Jahren für Aprilia seinen Rücktritt als Stammfahrer in der MotoGP-Klasse. Er war zentraler Bestandteil der Entwicklung der RS-GP und trug maßgeblich zum Erfolg bei.[2] Überraschend gab im weiteren Verlauf der Saison auch Maverick Viñales seinen Wechsel zu KTM bekannt.[3]
Für die Saison 2025 wurden mit Jorge Martín, amtierender Weltmeister, und Marco Bezzecchi zwei neue Fahrer verpflichtet.[4] Martín wurde mit maßgeblicher Beteiligung Aleix Espargarós verpflichtet, da beide Fahrer einen engen Kontakt miteinander pflegten. Mit Bezzecchi wurde erstmals seit dem Werkseinstieg ein Italiener als Stammfahrer unter Vertrag genommen. Der Start in die Saison gestaltete sich schwierig, da sich Martín bei den offiziellen Testfahrten verletzte, daher einen großen Teil der Testtage verpasste und an den ersten drei Rennen nicht teilnehmen konnte. Beim vierten Rennen in Katar verletzte er sich erneut schwer, als er im Rennen stürzte und vom hinter ihm fahrenden Fabio Di Giannantonio überrollt wurde. Dies hatte einen erneuten langfristigen Ausfall zur Folge. Als Ersatz trat Testfahrer Lorenzo Savadori an und Marco Bezzecchi übernahm die Rolle als Nummer 1 im Team. Nach zu Beginn durchschnittlichen Leistungen schaffte er es mit dem Team die Leistung deutlich zu steigern. Höhepunkt war der erste Sieg beim Großen Preis von Großbritannien Bezzecchis für Aprilia. Es folgten zur Saisonmitte regelmäßige Podestplatzierungen und die erste Pole-Position beim Großen Preis von Österreich. Jorge Martín griff ab dem Großen Preis von Tschechien wieder ins Renngeschehen ein. Beim San Marino-Grand-Prix errang Bezzecchi seinen ersten Sprintsieg für Aprilia. Es folgten weitere in Indonesien und Australien sowie sein zweiter Grand-Prix-Sieg in Portugal. Die regelmäßigen Podestplatzierungen bescherten Bezzecchi ein Rennen vor Schluss den Gesamtrang drei. Martín verletzte sich beim Sprint zum Großen Preis von Japan selbstverschuldet erneut und musste die folgenden Rennen auslassen. Bezzecchi erreichte beim letzten Rennen in Valencia seinen dritten Saisonsieg und als erster Aprilia-Pilot zwei Siege in Folge in der MotoGP-Klasse. Jorge Martín bestritt das Rennen nach seiner Verletzungspause, beendete es jedoch mit Rücksicht auf seine Verletzungen nicht. Bezzecchis dritter Platz in der Gesamtwertung bedeutete für Aprilia die beste WM-Platzierung seit dem Wiedereinstieg 2022 als Werksteam.
Vor dem Saisonauftakt verlängerte Aprilia den Vertrag mit Marco Bezzecchi um zwei Jahre.[5] Nach vielversprechenden Testfahrten in Sepang und Buriram galt Aprilia als stärkste Kraft neben Ducati im Feld. Bezzecchi sicherte sich im ersten Rennen der neuen Saison die Pole Position und gewann den Grand Prix. Jorge Martín musste im Dezember erneut zweimal operiert werden, verpasste daher die Testfahrten in Sepang.[6] Die Testtage in Buriram bestritt er. Er qualifizierte sich auf Platz fünf und erreichte im Sprint ebenfalls den fünften Platz. Im Grand Prix schaffte er es auf Platz vier. Beim nächsten Rennen in Brasilien folgte ein Doppelsieg mit Bezzecchi vor Martín, nachdem Martín im Sprint erstmals Bezzecchi schlagen konnte und mit Rang 3 sein erstes Podium für Aprilia feierte. Für Martín mir Rang 2 im Grand Prix war es das erste Podium seit dem letzten Rennen 2024. Beim Rennen in den USA gelang Martín sein erster Sprintsieg für Aprilia sowie sein erster Sprintsieg seit dem Malaysia-Grand-Prix 2024. Marco Bezzecchi verpasste im Sprint durch einen Sturz die Punkteränge, errang beim Grand Prix den nächsten Sieg und verbesserte den MotoGP-Rekord für die meisten Führungsrunden in Folge von Jorge Lorenzo. Er wurde damit der siebte Fahrer in der Geschichte der Königsklasse, dem es gelang, fünf Siege in Folge zu feiern.
Beim Großen Preis von Frankreich gewann Martín zum ersten Mal auf Aprilia einen Grand Prix, sowie seinen zweiten Sprintsieg der Saison. Marco Bezzecchi feierte seinen vierten Saisonsieg beim Heimrennen in Mugello.
Aprilia Racing war bis einschließlich 2015 in der Superbike-Weltmeisterschaft aktiv und gewann in fast jedem Jahr mindestens drei Rennen und stellte insgesamt dreimal den Fahrerweltmeister. Der Werkseinsatz wurde zugunsten des neuen MotoGP-Projektes eingestellt. Kundenteams verwendenten die RSV4 noch bis 2018.[7]
↑Aprilia: Warum die RSV4 mit 1.100 ccm in der Superbike-WM nicht zugelassen wird. In: Motorsport-Total.com. (motorsport-total.com[abgerufen am 10.Mai 2026]).