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Anfo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Anfo
Anfo (Italien)
Anfo (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Brescia (BS)
Lokale Bezeichnung Ànf
Koordinaten 45° 46′ N, 10° 30′ OKoordinaten: 45° 46′ 3″ N, 10° 29′ 32″ O
Höhe 400 m s.l.m.
Fläche 23,83 km²
Einwohner 436 (31. Dez. 2024)[1]
Postleitzahl 25070
Vorwahl 0365
ISTAT-Nummer 017005
Bezeichnung der Bewohner Anfesi
Schutzpatron Santi Pietro e Paolo
Website www.comune.anfo.bs.it

Anfo (lombardisch Ànf) ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 436 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) in der Provinz Brescia, Region Lombardei. Die Gemeinde gehört zur Comunità Montana della Valle Sabbia.

Lage der Gemeinde Anfo in der Provinz Brescia

Anfo liegt etwa 32,5 Kilometer nordnordöstlich der Provinzhauptstadt Brescia im Val Sabbia am Westufer des Idrosees auf einer Höhe von 400 m s.l.m. Der Ort entstand auf dem Schwemmkegel des Torrente Re, der Anfo in zwei Hälften aufteilt. Die fast 24 km² große Gemeinde besitzt keine Fraktionen.

Die Nachbargemeinden sind Bagolino, Idro und Lavenone.

Das Toponym wurde erstmals 1086 als Anpho urkundlich erwähnt. Nach Wilhelm Schulze könnte sich der Ortsname von dem römischen Gentilnamen Amphius ableiten. Drei in der Umgebung gefundene römische Gedenksteine könnten auf einen solchen römischen Bezug hinweisen.[2]

Rocca d’Anfo
Freskenzyklus in der Kirche San Antonio

Anfo hat seine Entstehung verschiedenen Ordensgemeinschaften zu verdanken. Im 10. Jahrhundert waren es die Mönche der Abtei San Pietro al Monte, die das Land urbar machten. Später ging die Siedlung in den Besitz der Abtei San Nicola in Rodengo über, bevor sie an die Olivetaner aus Brescia fiel.[3]

In der Folge teilte Anfo das Schicksal des Val Sabbia. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts legten die Visconti den Grundstein für die nördlich des Ortskerns gelegene Rocca d’Anfo. Nachdem die Republik Venedig 1427 bis in das Val Sabbia vordrang,[4] wurde die Burg in der Mitte des 15. Jahrhunderts zu einer Renaissance-Festung ausgebaut.[5]

Nach der Niederlage Venedigs in der Schlacht von Agnadello 1509 erhob sich die Bevölkerung 1512 gegen die französischen Besatzer und besetzte zunächst die Rocca d’Anfo, bevor das ganze Tal befreit wurde.[4] Das weitere 16. Jahrhundert war von Streitigkeiten um die Fischrechte am Idrosee mit dem Nachbarort Bagolino gekennzeichnet. In den Streit schalteten sich auch die Lodron ein, die für Anfo Partei ergriffen. Die Lodron nutzten die Gelegenheit, um auch kurz in den Besitz der Rocca d’Anfo zu gelangen. Erst nach Eingreifen des Dogen konnte der Streit 1579 beigelegt werden.[3]

Ein wichtiges Dokument des zivilen Lebens von Anfo sind die Statuten oder Kapitel der Vicinia, die wahrscheinlich aus dem 14. Jahrhundert stammen. Sie wurden Mitte des 16. Jahrhunderts reformiert. Mit dem Untergang der Republik Venedig im Jahr 1797 wurde Anfo in den Bezirk XVII von Vestone eingegliedert. Die Franzosen modernisierten in der Folge die venezianische Festung und bauten sie wesentlich aus. Während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges nahm Anfo im Juli 1866 die in Montesuello verwundeten Garibaldiner auf.[3]

Durch die Gemeinde führt entlang des Westufers des Idrosees die ehemalige Strada Statale 237 del Caffaro (heute die Provinzstraße SPBS 237) von Brescia nach Calavino.

Sehenswürdigkeiten

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  • Rocca d’Anfo, von Venedig und dem napoleonischen Frankreich ausgebaute Festungsanlage, deren Ursprünge auf das 14. Jahrhundert zurückreichen.
  • San Antonio, mit Fresken der Venezianischen Schule ausgeschmücktes Kirchlein, die zu bedeutendsten der Renaissance-Malerei im Val Sabbia gehören.[6]
  • SS. Pietro e Paolo, die Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert wurde im 19. Jahrhundert erweitert und diente im Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg und im Ersten Weltkrieg als Lazarett.[3]

Persönlichkeiten

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  • Anfo. In: Antonio Fappani: Enciclopedia Bresciana. Band 1: A–B. La voce del popolo, Brescia o. I., S. 27.
  • La Lombardia paese per paese. Volume 1: Abbadia Cereto–Broni. Bonechi, Florenz 1984, S. 110.
  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
  • Touring Club Italiano (Hrsg.): Guide d‘Italia – Lombardia (esclusa Milano). Touring Editore, Mailand 1999, (10. Auflage), ISBN 88-365-1325-5, Anfo Online
Commons: Anfo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Anfo. In: lombardiabeniculturali.it. (italienisch).

Einzelnachweise

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  1. Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2024. ISTAT. (Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2024).
  2. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 29.
  3. 1 2 3 4 Anfo. Band 1, S. 27.
  4. 1 2 La Lombardia paese per paese. Volume 1: Abbadia Cereto–Broni. S. 110.
  5. La storia. In: roccadanfo.eu. Abgerufen am 1. Juni 2026 (italienisch).
  6. San Antonio. In: comune.anfo.bs. Abgerufen am 1. Juni 2026 (italienisch).