Amstallit entwickelt farblose und durchsichtige bis durchscheinende Kristalle mit nadeligem bis prismatischem Habitus, die im Allgemeinen rechtwinklig zur c-Achse gestreckt und gestreift sind.
Erstmals entdeckt wurde Amstallit bei Amstall, genauer im Weinberger Graphitbergbaugebiet bei Mühldorf in Niederösterreich. Die Analyse und Erstbeschreibung erfolgte durch R. Quint, der das Mineral nach dessen Typlokalität benannte. Quint sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1986 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1986-030[1]), die den Amstallit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von MineralName lautet „Ams“.[2]
Da der Amstallit erst 1986 als eigenständiges Mineral anerkannt wurde, ist er in der zuletzt 1977 überarbeiteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz noch nicht verzeichnet.
Die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Amstallit in die erweiterte Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung der „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Diese ist weiter unterteilt nach der Struktur der Ketten bzw. Bänder, so dass das Mineral entsprechend seinem Aufbau in der Unterabteilung „Übergangsstrukturen Ketten- und Bandsilikate – Schichtsilikate“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 9.DP.25 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Amstallit die System- und Mineralnummer 72.01.04.01. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung der „Schichtsilikate: Zweidimensionale unbegrenzte Lagen mit anderen als sechsgliedrigen Ringen“. Hier ist er zusammen mit Rudenkoit in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 72.01.04 innerhalb der Unterabteilung „Schichtsilikate: Zweidimensionale unbegrenzte Lagen mit anderen als sechsgliedrigen Ringen: 4-gliedrige Ringe“ zu finden.
R. Quint:Description and crystal structure of amstallite, CaAl(OH)2[Al0.8Si3.2O8(OH)2]·[(H2O)0.8Cl0.2], a new mineral from Amstall, Austria. In: Neues Jahrbuch für Mineralogie, Monatshefte. Band6, 1987, S.253–262 (englisch).
Amstallite search results.In:rruff.info.Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF);abgerufen am 10.August 2024(englisch).
123456John Leslie Jambor, Ernst A. J. Burke, T. Scott Ercit, Joel D. Grice:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band73, 1988, S.1492–1499 (englisch, minsocam.org[PDF; 1,1MB; abgerufen am 27.September 2022]).
123Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
↑David Barthelmy:Amstallite Mineral Data.In:webmineral.com.Abgerufen am 27.September 2022(englisch).
1234Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S.655 (englisch).
↑
Amstallite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; 81kB; abgerufen am 27.September 2022]).
123456Amstallite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 27.September 2022(englisch).