Zum Inhalt springen

Alexander Held

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gerald Alexander Held (* 19. Oktober 1958 in München; † 12. Mai 2026 in Erl) war ein deutscher Schauspieler.

Bekannt wurde Held vor allem durch seine Auftritte in Kinofilmen wie Sophie Scholl – Die letzten Tage, Der Untergang, Der Schuh des Manitu und Napola – Elite für den Führer sowie durch seine Hauptrollen in den Krimireihen Stralsund und München Mord. Neben seiner Mitwirkung in zahlreichen Theaterinszenierungen stand er ab 1981 für über 160 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.

Leben und Karriere

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Kindheit

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Held[1] kam im Oktober 1958 als Sohn der Hausfrau Sophie Held und des Schauspielers José Held (1903–1974) in München zur Welt. Aufgewachsen ist er im Stadtteil Giesing. Während seiner Schulzeit spielte Alexander Held als Torwart beim TSV 1860 München und gewann mit seiner Mannschaft fünfmal die Jugendmeisterschaft, eine Verletzung verhinderte jedoch eine Profikarriere. In der Folge ging er zu den Regensburger Domspatzen und war dort Solosänger.[2][3][4]

Ausbildung und Theater

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Held absolvierte seine Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule in München.[5] Im Jahr 1980 erhielt er sein erstes Engagement bei den Münchner Kammerspielen. Weitere Engagements am Staatsschauspiel Hannover, der Freien Volksbühne Berlin (bis 1994), ab 1993 dem Theater Basel und den Salzburger Festspielen folgten.[3]

Film und Fernsehen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1981 gab Held in der Folge Das sechste Streichholz der Krimiserie Derrick sein Kameradebüt.[6] Nach einer weiteren Gastrolle in der Krimiserie 1983 spielte er in jenem Jahr auch in der Fernsehserie Weißblaue Geschichten mit.[7] Danach war Held zunächst in keinen weiteren Film- und Fernsehrollen zu sehen.

Im Jahr 1993 wurde Held von Regisseur Klaus Emmerich in Morlock erstmals für einen Fernsehfilm besetzt. Danach wirkte er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit. In Steven Spielbergs Schindlers Liste war er 1993 in einer Nebenrolle als SS-Mann zu sehen. 2001 übernahm er in Michael Herbigs Der Schuh des Manitu die Rolle des Schriftstellers Karl May. 2004 verkörperte er in Oliver Hirschbiegels Der Untergang den Staatssekretär im Auswärtigen Amt und SS-Brigadeführer Walter Hewel. Wohl auch aufgrund der markanten Stimme, der Fähigkeit, seinen Figuren eine Doppelgesichtigkeit zu geben, die hintergründig leise eine gefährliche Unberechenbarkeit ausstrahlt, und seiner akkuraten, scharfen Aussprache verkörperte Held mehrmals NS-Funktionäre, wie 2005 in Marc Rothemunds Sophie Scholl – Die letzten Tage, wo er die Rolle des Gestapo-Beamten Robert Mohr, der die Vernehmungen von Sophie Scholl führte, spielte, oder 2008 im Fernsehzweiteiler Die Gustloff, wo er einen NSDAP-Ortsgruppenleiter verkörperte. In dem von Dennis Gansel inszenierten Kriegsfilm Napola – Elite für den Führer war er allerdings auch als Nazi-Gegner zu sehen.[8] Zudem verkörperte er den Bundesanwalt Siegfried Buback gleich in zwei Produktionen: 2008 im Kino-Film Der Baader Meinhof Komplex sowie 2014 im Fernsehfilm Die Spiegel-Affäre.[1]

Von 2003 bis 2009 wirkte Held in der Sat.1-Serie Der Bulle von Tölz mit Ottfried Fischer mehrmals als ein SPD-Bundestagsabgeordneter mit, der meist das Nachsehen gegenüber seinen Gegnern von der „bayerischen Einheitspartei“ (Christlich-Soziale Union in Bayern) hat. 2007 spielte er neben Iris Berben den geldgierigen Schurken Heinrich von Strahlberg im Fernseh-Zweiteiler Afrika, mon amour. 2008 war er der Gegenspieler des Brandner Kaspar Alois Kugler im gleichnamigen Kinofilm von Joseph Vilsmaier. 2009 verkörperte er in Margarethe von Trottas Kinofilm Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen neben Barbara Sukowa, Heino Ferch und Hannah Herzsprung den politisch taktierenden Abt Kuno. Im selben Jahr sah man ihn in Sönke Wortmanns Die Päpstin als Kaiser Lothar I. Im Jahr 2010 spielte er die Figur des Oberstaatsanwalts Dr. Sasse neben Ulrich Tukur in Dieter Wedels Fernsehzweiteiler Gier. Ab 2010 spielte er zunächst an der Seite von Katharina Wackernagel und später Sophie Pfennigstorf den Beinprothese tragenden Hauptkommissar Karl Hidde in der ZDF-Krimireihe Stralsund.[9]

Ab März 2014 (Folge 1, Wir sind die Neuen) verkörperte Held in der ZDF-Krimireihe München Mord die Hauptrolle des Kriminalhauptkommissars Ludwig Schaller, der mit recht unkonventionellen Methoden seinen Chef verärgert, aber seine Fälle immer zur Aufklärung brachte. Für diese Rolle erhielt er im selben Jahr den Bayerischen Fernsehpreis. Die Folge Im Zweifel für den Zweifel, ausgestrahlt im Januar 2026, war die letzte in der Reihe vor seinem Tod. Im Herbst 2026 sollten zwei weitere Folgen mit ihm gedreht werden.[4] In den Jahren 2015 und 2018 war er in dem ZDF-Historien-Mehrteiler Tannbach – Schicksal eines Dorfes neben Heiner Lauterbach und Henriette Confurius in einer der Hauptrollen als Bauer und ehemaligem NSDAP-Mitglied Franz Schober zu sehen.[10][11]

Von Dezember 2005 bis zu ihrem Tod im Mai 2014 war Held mit der Schweizer Schauspielerin Patricia Fugger[12] (geborene Gräfin Fugger von Babenhausen; 1961–2014) verheiratet. Später war er mit Antoinette Gräfin von Schaesberg liiert.[13][14] Eine langjährige Freundschaft verband Alexander Held mit dem Filmproduzenten Sven Burgemeister.[15]

Alexander Held starb am 12. Mai 2026 im Alter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit in seinem Wohnort Erl in Tirol.[16][17]

Filmografie (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Titel Autor Sender Produktionsjahr
Waldlandschaft mit Spaziergängern[18] Dietmar Guth Radio Bremen 1993
Gotangotan David Höner Norddeutscher Rundfunk 1996
Die Stierkämpferin Iris Disse Sender Freies Berlin / Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg 1998

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Alexander-Held in der Online-Filmdatenbank; abgerufen am 20. Mai 2026.
  2. Alexander Held im Munzinger-Archiv, abgerufen am 20. Mai 2026 (Artikelanfang frei abrufbar)
  3. 1 2 Vom Löwen-Torwart zum Filmstar – Alexander Held ist tot. In: Kölsch Radio. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  4. 1 2 Jörg Seewald: Im Alter von 67 Jahren: Schauspieler Alexander Held gestorben. In: FAZ. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  5. Im Alter von 67 Jahren: Schauspieler Alexander Held gestorben. In: tagesschau.de. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  6. Alexander Held in: Internationales Biographisches Archiv 05/2022 vom 1. Februar 2022, im Munzinger-Archiv, abgerufen am 1. Februar 2022 (Artikelanfang frei abrufbar).
  7. Alexander Held. Filmografie. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  8. Alexander Held. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 20. Mai 2026.
  9. Alexander Held bei Crew United, abgerufen am 20. Mai 2026.
  10. Alexander Held: Darum war „Tannbach“ sein „großes Glück“. In: Abendzeitung. 5. Januar 2015, abgerufen am 20. Mai 2026.
  11. Wolfgang Suckert: Alexander Held: „Die dunklen Charaktere sind oft vielschichtiger“. In: Thüringer Allgemeine. 6. Januar 2015, abgerufen am 20. Mai 2026 (Paywall).
  12. Patricia Fugger. Internet Movie Database, abgerufen am 20. Mai 2026.
  13. Ralf Döbele: „München Mord“ und „Stralsund“: Krimi-Star Alexander Held ist tot. In: fernsehserien.de. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  14. Nach dem Tod seiner Frau – Alexander Held: „Patricia war das Licht in meinem Leben“. In: Focus Online. 27. Mai 2014, abgerufen am 20. Mai 2026.
  15. 1958–2026: Alexander Held ist tot. In: ORF.at. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  16. dpa: Wohnte in Erl: „München Mord“-Star Alexander Held mit 67 Jahren verstorben. 19. Mai 2026, abgerufen am 20. Mai 2026.
  17. Jennifer Lanzinger: Schauspieler Alexander Held ist tot (67): Freund spricht über Todesursache – „Wir hatten keinerlei Anzeichen“. In: Frankfurter Rundschau. 20. Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026.
  18. Waldlandschaft mit Spaziergängern. In: ARD-Hörspieldatenbank. Abgerufen am 20. Mai 2026.
  19. Volker Watschounek: Deutsches Fernsehkrimi-Festival feiert Alexander Held. In: Wiesbaden lebt. 13. März 2023, abgerufen am 20. Mai 2026.